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Senioren fordern mehr Wohnraum

Angestoßen: Beim Neujahrsempfang im Neuruppiner Haus der Begegnung wurde am Mittwoch nicht ausschließlich über die Arbeit des Beirats für dieses Jahr gesprochen.
Angestoßen: Beim Neujahrsempfang im Neuruppiner Haus der Begegnung wurde am Mittwoch nicht ausschließlich über die Arbeit des Beirats für dieses Jahr gesprochen. © Foto: MZV
Siegmar Trenkler / 11.01.2018, 10:30 Uhr
Neuruppin (MOZ) Das Schaffen von behindertengerechtem Wohnraum in Neuruppin, der gerade für alleinstehende Senioren auch erschwinglich ist, ist eine der Aufgaben, denen sich der Seniorenbeirat der Stadt in diesem Jahr verstärkt widmen möchte.

Behindertengerechten Wohnraum gibt es in Neuruppin durchaus. Allerdings passt dieser nicht mehr zwingend zu den Lebensverhältnissen der älteren Menschen, meint die Beiratsvorsitzende Barbara Kernchen. "Es gibt einen echten Mangel an bezahlbaren behindertengerechten Wohnungen", erklärte sie am Mittwoch beim Neujahrsempfang im Haus der Begegnung. Dieser Einschätzung stimmte auch Bürgermeister Jens-Peter Golde (Pro Ruppin) zu.

Kernchen und ihre Mitstreiter möchten daher im Laufe des Jahres auf die Neuruppiner Wohnungsbaugesellschaft NWG und die Wohnungsbaugenossenschaft (WBG) "Karl Friedrich Schinkel" zugehen, um Lösungen zu erarbeiten. "Wir wollen uns im Gespräch mit den Geschäftsführern einen Überblick verschaffen", so Kernchen. "Nach der Wende hat vor allem die NWG viele Wohnungen behindertengerecht ausgebaut. Das sind schöne, aber oft große Wohnungen, die sich ein alleinlebender Rentner deshalb gar nicht immer leisten kann." Wer beispielsweise nach einem Unfall plötzlich im Rollstuhl sitze, steht laut Kernchen vor der Wahl, nicht mehr herauszugehen und sich zu Hause von einem Dienst pflegen zu lassen, oder umzuziehen, falls er überhaupt anderswo eine Wohnung findet.

Einen Ausweg sieht Kernchen, die selbst aus dem Pflegebereich kommt, in Service-Wohnungen, in denen die Senioren in Wohngemeinschaften leben und betreut werden. "Das ist aber ein langer Weg, weil es dabei viele rechtliche und bauliche Anforderungen gibt." Kernchen sieht neben der NWG und der WBG auch private Wohnungsanbieter am Zug. Allerdings sei gerade bei denen die Problematik noch gar nicht immer bekannt. "Es fehlt einfach bislang ein Initiator", ergänzte die ehemalige Neuruppiner Vize-Bürgermeisterin Margarete Jungblut. Gute Beispiele gebe es derweil mehrere und auch viele Gebäude, die sich von ihrem Schnitt anbieten würden - etwa die Villa am Fontanedenkmal.

Gerade die bauliche Ausstattung solcher Senioren-WGs sieht Kernchen als Herausforderung. Ist diese geklärt, würden sich schnell Pflegedienste finden, die die Versorgung sicherstellen würden, ist sie sich sicher. Besprochen werden dieses Thema und weitere Anliegen beim nächsten Treffen des Beirats am 16. Februar um 14 Uhr im Haus der Begegnung an der Franz-Künstler-Straße in Neuruppin.

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