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Handball
"Ich muss leider wieder gehen"

Schnell unterwegs, schnell integriert: Der 18-jährige Nicolas Helschger aus dem Elsass spielt seit Herbst für den HCN.
Schnell unterwegs, schnell integriert: Der 18-jährige Nicolas Helschger aus dem Elsass spielt seit Herbst für den HCN. © Foto: MZV
Gunnar Reblin / 31.01.2018, 04:44 Uhr
Neuruppin (RA) Seit November 2017 spielt mit Nicolas Helschger ein Franzose für den HC Neuruppin. Der 18-Jährige stammt aus dem Elsass, genauer gesagt aus Colmar, eine Stadt in Nordostfrankreich, an der Grenze zu Deutschland. Im Zuge eines Aupair-Aufenthalts in Neuruppin will er seine Deutsch-Kenntnisse auffrischen. Nach der Heimpartie gegen Potsdam II sprach Sportredakteur Gunnar Reblin mit Nicolas Helschger, der sein erstes Interview überhaupt gab - und das auf deutsch.

Herr Helschger, können Sie so kurz nach dem Spiel schon in die Analyse einsteigen? Wie groß ist die Enttäuschung nach der knappen 22:24-Niederlage?

(lächelt und legt sich innerlich die Worte zurecht) Ich probiere es mal. Es ist schade, dass wir die Partie nicht mehr drehen konnten. Wir haben aber alles gegeben, besonders in der zweiten Halbzeit. Zu Beginn war es schwierig für uns, die Ordnung zu finden. Uns sind leider viele einfache Fehler unterlaufen.

Ihr Trainer hat ein Lob für Sie parat. "Nico hat ein starkes Spiel gemacht", sagte Christian Will. Was sagen Sie dazu?

Ein Lob ist immer gut. Ich freue mich, wenn ich der Mannschaft helfen kann. Nur haben wir verloren, das ist nicht gut.

Sie tragen seit November das HCN-Trikot. Wie kam es überhaupt dazu?

Ich bin Anfang September als Au-pair nach Neuruppin gekommen, wohne bei einer Gastfamilie. Über Poschi (Sebastian Posch, d. Red.) kam der Kontakt zum HCN zustande. Dann habe ich ein paarmal mittrainiert und der Verein hat mich angemeldet.

Und wie sind Ihre ersten Eindrücke von Deutschland?

(lacht) Sehr positiv. Ich bin hier sehr gut aufgenommen worden. Integriert heißt das, nicht?

Ja. Korrekt.

Durch den Sport ist mir das Einleben hier sehr leicht gefallen. Ich denke, dass ist ein guter Weg, sich über Sport zu integrieren.

Ist Ihnen in der neuen Umgebung etwas Besonderes im Vergleich zu Ihrer Heimat aufgefallen?

Ja, hier wird für unsere Verhältnisse sehr früh Abendbrot gegessen (lacht). Schon um 18 Uhr rum. Bei uns wird abends erst gegen 20 Uhr oder 20.30 Uhr gegessen. Aber ich habe mich schon dran gewöhnt.

Und wenn Sie den Handball in Deutschland und Frankreich vergleichen, was ist Ihnen da ausgefallen?

In Deutschland wird viel körperbetonter gespielt. Der Handball in Frankreich ist schneller, mit mehr Technik.

Haben Sie ein Vorbild?

Ja, Nedim Remili. Der spielt für Paris Saint-Germain. Er spielt auch im rechten Rückraum wie ich.

Heute haben Sie aber auf Rechtsaußen begonnen, sind später erst auf halbrechts gewechselt.

Ich kann beides. Aber im Rückraum fühle ich mich wohler.

Ihr Engagement beim HCN soll jedoch auf wenige Monate beschränkt sein. Gehen Sie zurück nach Frankreich? Wie sieht Ihre weitere Planung aus?

Ich muss leider wieder gehen, schon im März. Ich beginne im Juli eine Ausbildung als Physiotherapeut in Baden-Württemberg. Ich wohne dann wieder zu Hause in Frankreich, lerne aber in Deutschland. Da Colmar nah an der Grenze liegt, passt das.

Zum Abschluss des Interviews wurde Nicolas Helschger um seinen Tipp gebeten, wer neuer Handball-Europameister der Herren wird, Schweden oder Spanien. Er tippte auf Spanien. Am Sonntagabend gewann wirklich Spanien das Finale mit 29:23. Helschgers Heimatland siegte im kleinen Finale gegen Dänemark mit 32:29.

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