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Das Stabsmusikkorps der Bundeswehr und die Kreismusikschule treten beim Benefizkonzert des Rotary Clubs in Neuruppin auf

Benefizkonzert
Stabsmusikkorps der Bundeswehr kommt in die Kulturkirche

Können auch rockig: Die Mitglieder des Stabsmusikkorps der Bundeswehr treten bei offiziellen Staatsterminen an der Seite hochrangiger Politiker auf, sind aber auch auf Konzerten zu erleben.
Können auch rockig: Die Mitglieder des Stabsmusikkorps der Bundeswehr treten bei offiziellen Staatsterminen an der Seite hochrangiger Politiker auf, sind aber auch auf Konzerten zu erleben. © Foto: privat
Judith Melzer-Voigt / 14.02.2018, 11:17 Uhr
Neuruppin (MOZ) Stabsmusikkorps der Bundeswehr - das klingt nach staatstragenden Melodien, nach Märschen. Doch das Programm des Korps beim Benefizkonzert des Rotary Clubs in Neuruppin zeigt, wie vielseitig das Ensemble ist. Gemeinsam mit der Kreismusikschule bringt es auch viel Populäres auf die Bühne.

Bereits 13-mal hat das Stabsmusikkorps der Bundeswehr den Ruppinern schon bewiesen, wie breit sein Repertoire ist. "Viele glauben ja, Militärmusik ist Marschmusik", so Oberstleutnant Reinhard Kiauka. "Dabei spielen wir zu 90 Prozent ganz andere Sachen. Das ist aber noch nicht bei vielen angekommen." Am Freitag, 9. März, wird das Ensemble wieder ein paar Zuhörer mehr davon überzeugen können. Um 19.30 Uhr beginnt an diesem Tag das mittlerweile 14. Benefizkonzert des Rotary Clubs Neuruppin in der Kulturkirche.

Der Club nutzt die Veranstaltung laut Präsident Ernst-Peter Jeremias, um finanzielle Mittel zu sammeln. Damit werden verschiedene Projekte unterstützt.Im vergangenen rotarischen Jahr gingen unter der Leitung des damaligen Präsidenten Peter Neiß rund 20 000 Euro an verschiedene soziale Bereiche. "Wir unterstützen da, wo öffentliche Mittel nicht so reichlich fließen", erklärt Ernst-Peter Jeremias. Jeder Präsident widmet sich in seiner Amtszeit einem sogenannten Masterprojekt. Bei Jeremias wird es ein weltumspannendes sein: "Ich bin Techniker", erklärt er. Daher hilft er einer Schülerarbeitsgruppe des Evangelischen Gymnasiums, die vier Mitschüler im August dieses Jahres nach Uganda entsenden wird. Jugendliche aus dem afrikanischen Land waren bis Januar hier in der Region. Nun ist ein Gegenbesuch geplant - aber nicht ohne Gastgeschenke. "Das Projekt hat eine naturwissenschaftliche Perspektive", so Jeremias. Die Ruppiner Jugendlichen der elften und zwölften Klasse beschäftigen sich mit photovoltaischen Zellen, die auf pflanzlichen Grundelementen basieren. Unter anderem damit, aber auch mit Windkraft experimentieren sie jetzt und vor Ort. Auch zehn Computer reisen mit nach Afrika, denn die Ausstattung dort ist dürftig.

Der Plan ist also da, fehlt noch das Geld. Geht es nach dem Erfolg der vergangenen Jahre, wird das Benefizkonzert einiges beitragen: 500 Zuhörer passen in die Kulturkirche, die bisher immer ausverkauft war. Das Programm gibt das auch dieses Mal her. Das Stabsmusikkorps und die Kreismusikschule setzen auf Vielfalt. Sie stimmen sich bereits seit November ab. Eine Probe vor Ort wird es am 6. März, kurz vor dem großen Auftritt, noch geben. Doch mehr Treffen für die Vorbereitung sind zeitlich nicht möglich. Schließlich ist das Stabsmusikkorps viel unterwegs, nicht nur wenn Staatsgäste die Bundesregierung besuchen oder ein offizieller Akt ansteht. Auch andere Konzerte stehen im Terminplaner.

Oberstleutnant Reinhard Kiauka und Musikschulleiter Harald Bölk geraten mit Blick auf das Programm für den 9. März regelrecht ins Schwärmen. Beim Konzert ist alles dabei, von Klassik bis Rock. Gestartet wird - dann doch dem Klischee entsprechend - mit dem Florentiner Marsch. Doch er ist leicht, frühlingshaft, verspricht Kiauka. Mit der Ouvertüre zur Oper "Ruslan und Ludmilla" folgt ein klassisches Stück fürs Orchester. Das Ensemble nimmt sich anschließend zurück, wird leiser, wenn das Concertino op. 107 auf dem Programm steht. Das wird Kiaukas Stellvertreter Tobias Wunderle übernehmen. Gleiches gilt für den Stilbruch, der folgt - die Highlights des "Jurassic Park"-Soundtracks. Mit einem Marsch endet die erste Konzert-Hälfte. Er trägt den Namen "Alt-Berlin" und lädt laut Kiauka "zum Flanieren durch die Stadt ein".

In der Pause wird es hektisch: Ein Umbau steht an. Das Orchester räumt die Bühne und macht den Musikschülern Platz. "Dann übernehmen wir", sagt Harald Bölk. Die Ruppiner präsentieren Höhepunkte aus dem Musical "König der Löwen", das bereits im Zuge der Projekttage der Evangelischen Schule aufgeführt wurde. In acht Minuten zeigen die Schüler einen Querschnitt, in dem alle gängigen Stücke zu hören sein werden, wenn auch nicht in voller Länge. Anschließend machen die Profis weiter. "Es folgen weitere Ohrwürmer", verspricht Reinhard Kiauka. Das Stabsmusikkorps intoniert Melodien aus "Der Zauberer von Oz", einem Film, der mittlerweile zum Weltdokumentenerbe der Unesco zählt. "Und dann wird es rockig", so der Oberstleutnant. Die größten Hits von Queen kommen mit E-Bass, Keyboard und E-Gitarre auf die Bühne. "Freddie Mercury hat Rock und Klassik wunderbar verbunden", sagt Kiauka und nennt als Beispiel das Lied "Bohemian Rapsody". "Er ist zwischen den Welten gewandert, in jeglicher Hinsicht."

Das große Finale des Benefizkonzerts wird dann nicht nur etwas für die Ohren. Kreismusikschule und Stabsmusikkorps präsentieren gemeinsam Hymne und Triumphmarsch aus Giuseppe Verdis Oper "Aida". Von der Empore der Kulturkirche erklingen ägyptische Trompeten - jene Instrumente, die Verdi extra in Auftrag gab, um seiner Oper einen Hauch von Afrika zu verleihen, erklärt Kiauka. "Auf diese Trompete muss man sich einstellen."

Auch wenn die Musikschüler immer aufgeregter werden, je näher der Termin rückt: Die Vorfreude ist riesig. "Das ist eine tolle Herausforderung", so Harald Bölk. "Wir ermöglichen den Kindern, den Profis einmal auf die Finger zu schauen." Und auch der Zuhörer gewinnt: Er darf ein Wechselspiel zwischen Klassik, Marsch und Moderne, zwischen Schülern und Profis in einem wirklich großen Ensemble erleben. Insgesamt stehen mehr als 100 Musiker auf der Bühne - ein Mammutprojekt für einen guten Zweck.

Karten für das Konzert am 9. März ab 19.30 Uhr in der Kulturkirche gibt es unter 03391 3555300. Sie kosten 15, 20 oder 25 Euro.

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