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Fontane-Rallye
Kolosse in Schwarz & Blau

Debütanten: Co-Pilotin Andrea Lukas (links) und Gianna Gernot saßen zwar schon früher in Rallye-Fahrzeugen. Aber bislang nie gemeinsam. Sie erwarben einen blauen Volvo 940 GL.
Debütanten: Co-Pilotin Andrea Lukas (links) und Gianna Gernot saßen zwar schon früher in Rallye-Fahrzeugen. Aber bislang nie gemeinsam. Sie erwarben einen blauen Volvo 940 GL. © Foto: Matthias Haack
Matthias Haack / 01.05.2018, 21:38 Uhr - Aktualisiert 02.05.2018, 10:38
Neuruppin (MOZ) Sieben Prüfungen auf drei Strecken. Alte und vor allem quitschbunte moderne Fahrzeuge. Kein abgeschirmtes Fahren im Wald, sondern ganz nah am Volk. Das alles und noch viel mehr kennzeichnet die Fontane-Rallye.

Am vorigen Sonnabend begrüßte die Ruppiner Rennsportgemeinschaft (RSG) zu einer der traditionellsten Sportveranstaltungen im Nordwesten Brandenburgs fünf dutzend Rennteams in ganz schnellen Flitzern sowie acht im so genannten Histo-Wettkampf, also mit Fahrzeugen, die älter als zwei Jahrzehnte sind. Trabant zum Beispiel. Oder Opel Kadett. Oder Peugeot 106.

Mindestens drei aus dem Feld der  jüngeren Autos stachen wegen des kompakten Baustils heraus. Zum einen der stahlblaue Audi Quattro mit dem Kennzeichen B.TN.8000. Ein Koloss mit 270.Pferdestärken unter der Haube. Hinterm Lenkrad eine Koryphäe dieses Sports: Thomas Leonhardt. Neben Heidi Hetzer die zweite Berliner Rallye-Legende. Einer, der vor 29.Jahren im Mercedes die Tour d’Europe gewann. 10 000.Kilometer bis nach Marokko, davon ein Zehntel auf Bestzeit, erinnerte Rallye-Pressesprecher Alfred Gorny an glanzvolle Zeiten. Heute wagt Leonhardt den Spagat zwischen Präsident des Eishockeyclubs Preussen und punktuell Rallyes. Wie solche in der Mark. 1700 Kilogramm wiegt sein Geschoss, mit dem er auf Rang elf fuhr. Fast das Dreifache des Trabants. 

An den Mitsubishis ist auch bei der 19. Auflage der Fontane-Rallye kein Vorbeikommen. Die gastgebende Ruppiner Rennsportgemeinschaft fährt einen Doppelsieg in der Mannschaftswertung ein.
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Mario Czok/Andy Tänczyk gewinnen die Fontane-Rallye

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Zum anderen zog bei den Szenekennern ein ganz breites Lächeln auf, als ein schwarzer Volvo 940 GL rustikales Flair mitbrachte. Daniel Ostmann aus Großbodungen (Eichsfeld/Thüringen) saß am Lenkrad, neben ihm Claudia Jung. Und im Schlepptau (zwei Startnummern danach) hatte er einen himmelblauen Bruder. Kennzeichen: KY – VO 940. Am Steuer Gianna Gernot. Am anderen Ende der Funkverbindung Andrea Lukas. Ein reines Frauenteam, das erste, das die RSG an den Start brachte. Und eines, das seine Premiere beging. Vor einem Monat kauften sich die Kerzlinerin und Dreetzerin je zur Hälfte den Volvo. „Andrea die rechte Seite, ich die linke“, schmunzelte Gianna Gernot. Was kaum einer weiß: Eine in identischem Blau gefertigte Schlumpfine mit gelbem Stirnband blickt aus dem Rückraum über die Schultern der Beiden. Plüsch als Glücksbotin.

Ein Volltreffer. Gernot/Lukas kamen ohne Anschlagen, ohne Quersteller, ohne Probleme durch. „Wir wollten entspannt fahren und das auf Sicherheit“, so die Frau hinterm Lenkrad zur Prämisse. Es soll um die Landesmeisterschaft mitfahren werden, zudem im ADAC- und Volvo-Cup. Daher stand ihr Debüt unter dem Blickpunkt: „Kennenlernen. Kommen wir auch in Stresssituationen miteinander hin?“ Es klappte auf der im „Großen und Ganzen rund zu fahrenden Strecke mit ein bisschen Belagwechsel und unerwarteten Veränderungen“ auf erster und zweiten Runde. Gernot: „Man merkt schon deutlich am Untergrund, dass hier viele lang gekommen sind.“

Das RSG-Frauenteam stand bei der Siegerehrung vor untergehender Sonne sogar auf dem Podest. Zweiter in der Volvo-Wertung. Gianna Gernot mit einem schelmischen Seitenhieb auf die Besatzung des schwarzen Schweden. „Bei uns ist der Auspuff noch dran. Wir haben also alles richtig gemacht.“

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