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Verausgabt
Eingebrochen in Aschenbrödels Reich

Rückschlag für Stefan Schulz.
Rückschlag für Stefan Schulz. © Foto: Ingmar Höfgen
Matthias Haack / 13.06.2018, 20:00 Uhr
Moritzburg. Fürs Auge war es schon etwas Genüssliches, was Stefan Schulz am Sonnabend beim Triathlon in Sachsen erlebte, für den Kopf jedoch nicht. Eingebettet in die himmlische Landschaft um Schloss Moritzburg schleppte sich der Neuruppiner ins Ziel. Sogar das vorzeitige Ende stand in Aschenbrödels Reich zu Debatte.

Moritzburg, dort, wo vor 46 Jahren eines der schönsten Märchen verfilmt wurde. Heute gilt die 8300-Seelen-Gemeinde als Touristen-Hochburg, ist aber auch Gastgeber für Triathleten aus aller Welt. Seit 17 Jahren wird rings um das idyllische Schloss geschwommen, Rad gefahren und gelaufen. Inzwischen stehen vier Kategorien im Angebot, deren Streckenlängen bei 0,75/20/5 Kilometer liegen und bis zu 3,8/173/42 reichen. Stefan Schulz entschloss sich bei der Premiere für die Mitteldistanz. Seine zweite in der zweijährigen Karriere.

Glänzend lief es auf den ersten von 1900 Metern im Wasser. Da schwante dem Neuruppiner noch nicht, dass es nicht sein Tag werden würde. Wie auch bei dieser blendenden Platzierung? Als 15. kam er an Land, allerdings zwickten bereits die Waden. Leichte Krämpfe spürte er dann im Oberschenkel. Holprig ging es auf dem Rad weiter. 87 Kilometer galt es in zuschauerfreundlichen Schleifen zurückzulegen, so dass die Sportler dreimal an den Familien vorbeirasten. Schon nach fünf Kilometern „wusste ich, das passt heute nicht. Ich hatte keine Kraft, den Berg hochzudrücken. Mit Ach und Krach konnte ich einen 34er-Schnitt halten. Das ist wirklich nicht gut“, bedauerte er.

Etwas Hoffnung setzte Schulz jedoch auf seine Paradedisziplin: das Laufen. Angepeilt war ein Vier-Minuten-Schnitt pro Kilometer. Doch weit gefehlt. Auf der ersten der drei Sieben-Kilometer-Schleifen erlebte er jedoch ein Fiasko: Seitenstechen setzte ein. Der Schmerz wurde stärker. So heftig, dass er ans Aufhören dachte. Er trabte nur noch, stand, beschleunigte etwas. Nur ab 4:30 Minuten pro Kilometer setzten die Stiche wieder ein. Schulz pegelte sein Tempo auf 4:50 Minuten ein. Aber er beendete den Wettkampf zumindest nicht vorzeitig.

4:48 Stunden – eine ernüchternde Zeit. „Allein schon die 1:40 für den Halbmarathon sind absolut nicht das, was ich kann.“ Was das ist, das will er am 23. Juni zeigen. Dann steht die Olympische Distanz „im eigenen Garten“ an: Der Neuruppiner Triathlon. Schwimmen um das mit Bojen abgesteckte Dreieck vor der Seebadeanstalt, Extremtempo auf dem Rad zwischen Musikersiedlung und Kunsterspring sowie natürlich die Doppelrunde im Stadtpark mit Zieleinlauf zum historischen Jahnbad. Spätestens dann sollte der missglückte Schulz’sche Tripp in Aschenbrödels Reich Geschichte sein.

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