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Kunstprojekt
Mit Plastikmüll eigenes Universum geschaffen

Recycling mal anders: Fehrbelliner Siebt- bis Zehntklässler haben rund einen Monat lang im Kunstunterricht mit Künstlerin Annett Glöckner aus Müll eine Raumflotte gebastelt. Die entstandenen Werke zieren jetzt die Decke des Kunstraums.
Recycling mal anders: Fehrbelliner Siebt- bis Zehntklässler haben rund einen Monat lang im Kunstunterricht mit Künstlerin Annett Glöckner aus Müll eine Raumflotte gebastelt. Die entstandenen Werke zieren jetzt die Decke des Kunstraums. © Foto: Siegmar Trenkler
Siegmar Trenkler / 14.06.2018, 20:00 Uhr
Fehrbellin (MOZ) Was viele Menschen einfach achtlos in den Müll oder die Wertstofftonne werfen, war an der Fehrbelliner Oberschule für rund einen Monat die Ausgangsbasis eines etwas anderen Projekts. Gemeinsam mit Annett Glöckner, die seit März an der Schule Kunstunterricht gibt, haben Siebt- bis Zehntklässler nämlich aus leeren Joghurtbechern, Zitronennetzen, Flaschen und anderen Wegwerfgütern Raumschiffe gebastelt.

Aus anfänglicher Zurückhaltung gegenüber den Ausgangsstoffen wurde am Enden sogar echte Faszination, wie etwa Sophie Erstling aus der 7 b berichtete. „Ich habe mir zuerst gesagt: Ich sammele doch keinen Müll! Als dann aber alles ausgebreitet wurde, gab es einen echten Schub und mir ist gleich eingefallen, was ich damit machen könnte.“ Ähnlich ging es auch den anderen Schülern im Unterricht. „Die Jungs haben ja sonst oft keinen Bock auf Malen. Aber hier hatten sie viel Spaß und haben gern mitgemacht“, erklärte Sara Sajfer aus der 9 b. Sie selbst hat ebenfalls durch das Projekt dazugelernt. „Ich habe so etwas vorher nie gemacht und hätte auch nicht gedacht, dass ich etwas bauen kann“, sagte sie. Doch nun ziert auch ihr Werk als eines von Dutzenden die Decke des Kunstraums.

Die Ausgangsstoffe hatte Lehrerin Annett Glöckner in ihrer Freizeit gesammelt. Vereinzelt hat sie zwar auch Artikel gekauft, weil sie durch ihre Form prädestiniert für das Projekt waren. Ansonsten waren es aber alltägliche Produkte, deren Hüllen nun eine zweite Nutzung durchlaufen. Dabei wurde das Sammeln für Glöckner schon fast zur Gewohnheit. „Man kommt richtig auf den Geschmack. Ich würde das Projekt oder etwas Ähnliches gern wiederholen“, erklärte sie. In Vorbereitung darauf hat Glöckner schon wieder einiges gesammelt. Immerhin war auch das Projekt an der Oberschule nicht ihre erste Berührung damit, aus Müll Kunstobjekte zu schaffen.

Glöckner arbeitet auch in ihrer eigenen Kunst gern mit Fundstücken, die sie zu neuen Objekten zusammensetzt. Zudem hatte sie auch an der Fehrbelliner Grundschule schon einmal mit Schülern zum Thema Weltraum Müll weiterverarbeitet. „Das hatte mir so gut gefallen, dass ich es noch einmal machen wollte“, gibt sie zu. Dabei war lediglich der Anfang etwas holperig. „Zuerst mussten wir schauen, welche Materialien sich am besten verarbeiten lassen, welche Klebestreifen sich eignen, welcher Lack und dass manchmal auch Heißkleber erforderlich ist.“

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