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Nach Berlin im Halbstundentakt

Häufigerer Halt ab 2024: der Prignitz-Express.
Häufigerer Halt ab 2024: der Prignitz-Express. © Foto: Eckhard Handke
Christian Schönberg / 17.06.2018, 09:00 Uhr
Neuruppin (MOZ) Die Bahn geht davon aus, dass mit 27,8.Millionen Euro die Taktverdichtung zwischen Berlin und Neuruppin möglich ist. Statt einmal, würden dann zweimal stündlich die Züge nach Neuruppin kommen und abfahren.

Dem Zeitplan nach könnte ab 2024 der Halbstundentakt von Neuruppin über Wustrau-Radensleben, Beetz-Sommerfeld, Kremmen und Hennigsdorf im Fahrplan stehen. Davon gehen die führenden Mitarbeiter der Bahn aus, die ihr Konzept am Donnerstag dem Kreis- und Finanzausschuss vorstellten.

Derzeit kann es solch einen Halbstundentakt nicht geben, da es praktisch nur ein Gleis auf der Strecke gibt. Parallel führende Schienen wären aber für eine schnellere Taktung wichtig. Denn mehr entgegenkommende Züge brauchen mehr Ausweichmöglichkeiten.

Deshalb schlägt die DB Regio vor, zwischen Beetz-Sommerfeld und Kremmen ein sechseinhalb Kilometer langes Gleis parallel neben das jetzige zu legen. Außerdem muss der Haltepunkt Wustrau-Radensleben zu einem Kreuzungsbahnhof werden. Ebenso seien der Bahnhof Kremmen zu erweitern und die Bahnsteige in Bärenklau, Vehlefanz, Schwante und Beetz-Sommerfeld anzupassen.

Woher die 27,8 Millionen Euro dafür kommen sollen, ist noch unklar. Bislang kann die Bahn-Tochter einen Antrag auf die Finanzierung der Vorplanungen vorweisen. Er beläuft sich auf 300 000 Euro. Hoffnung gibt aber, dass sich die Länder Berlin und Brandenburg mit ihrem Projekt i2030 quasi verpflichtet haben, die Bahninfrastruktur auszuweiten – unter anderem mit S-Bahn-Anschluss Velten, Durchbindung des Prignitz-Expresses nach Berlin und eben dem Halbstundentakt (RA berichtete). Zu solchen Projekten wie dem jetzigen fühle man sich geradezu ermuntert, so ein Vertreter der DB Regio.

Der Bund, der mit abgeführten Geldern die Hauptlast im Schienenbau bezahlt, lehnt oft das Schaffen eines zusätzlichen Gleises ab. Geld gibt es, kurz gesagt, nur, wenn Altes durch Neues ausgetauscht wird. Früher sei das anders gewesen, so der DB Regio-Vertreter. Aber die Regelung von früher gilt nicht mehr, geistert aber immerhin als irgendeine „Anlage“ im Dokumenten-Dschungel der Bahngesetz-Reglungen herum, ist also noch da: Die Chance sei auch aufgrund der politischen Lage gut, dass der Bund wieder „was an Kohle ausspuckt“, so der Bahn-Vertreter.

Zu den Unbekannten gehören die Fragen zum Grunderwerb und zum Baugrund. Mitunter muss von Eigentümern Land gekauft werden. Häufig ziehen sie noch eine juristische Karte. Zudem hat der Baugrund seine Tücken. Denn gerade zwischen Beetz-Sommerfeld und Kremmen ist Luchland mit oft hohem Grundwasserspiegel.(crs)

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