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Bauarbeiten
Notfallplan für den Martinimarkt

Bauarbeiten mit Vorsicht: Die archäologischen Funde unter der Friedrich-Engels-Straße sind umfangreicher als vorher angenommen.
Bauarbeiten mit Vorsicht: Die archäologischen Funde unter der Friedrich-Engels-Straße sind umfangreicher als vorher angenommen. © Foto: Eckhard Handke
Judith Melzer-Voigt / 10.07.2018, 19:00 Uhr
Neuruppin (MOZ) Die Stadtverwaltung hatte es befürchtet, aber das Beste gehofft. Nun steht fest: Die archäologischen Arbeiten am dritten Bauabschnitt der Neuruppiner Friedrich-Engels-Straße werden sehr viel umfangreicher als geplant. Das hat Folgen. Doch noch immer geht die Verwaltung davon aus, dass die Straße bis zum Martinimarkt Anfang November fertig wird. Im Hintergrund wird aber schon an einem Plan B gearbeitet.

Es geht um das Stück zwischen Präsidentenstraße und Rudolf-Breitscheid-Straße. „Es ist tatsächlich so, dass bei der Bodenarchäologie mehr Aufwand betrieben werden muss, als wir ursprünglich dachten“, erklärte Baudezernent Arne Krohn am Dienstag. Doch es sei von Anfang an klar gewesen, dass sich im Bereich der Kreuzung von der Präsidenten- und der Engelsstraße der ehemalige Neuruppiner Armenfriedhof befindet. Dieser müsse komplett umgebettet werden. Krohn geht davon aus, dass jedes einzelne Skelett vollständig aufgenommen und „an würdiger anderer Stelle“ neu bestattet wird. Das Problem: Es handelt sich um eine sehr umfangreiche Fundstelle. Bis diese komplett untersucht ist, bleibt es der Baufirma verboten, mit schweren Baufahrzeugen auch nur drüber zu fahren – „was die gesamte Baustellenlogistik entweder lahmlegt oder erheblich erschwert“, erklärt Arne Krohn. Damit hatte auch das Rathaus nicht gerechnet.

Gemeinsam mit den Stadtwerken seien daraufhin die eingesetzten Technologien, aber auch der Ablauf auf der Baustelle noch einmal umgestellt worden: Die Stadtwerke wollten eigentlich die Arbeiten von der Präsidentenstraße aus starten. Das ist nicht mehr möglich, obwohl es laut Krohn ideal gewesen wäre. Denn dann hätte der Bau am tiefsten Punkt der Strecke begonnen und am höchsten geendet. Jetzt wird aber im Bereich der Rudolf-Breitscheid-Straße begonnen. Nur so können die Zeit genutzt werden. Um das Areal mit der nötigen Baulogistik zu erreichen, wird außerdem eine Baustraße eingerichtet. Sie soll heute oder morgen entstehen und über den Braschplatz führen. Von der Ecke Präsidenten- und Karl-Marx-Straße fahren die Fahrzeuge auf den Platz. Entlang der Präsidentenstraße werden dann spezielle Platten verlegt.

„Damit können jetzt die Bodenarchäologen in Ruhe, aber auch zügig arbeiten“, so Krohn. „Und wir können die Baustelle permanent bedienen.“ Doch der Zeitplan für die Straßensanierung ist eng. Ob die Arbeiten wirklich, wie immer als festes Ziel genannt, zum Martinimarkt beendet sein werden, hängt davon ab, wie schnell die Archäologen ihre Ausgrabungen beenden. Falls es nicht klappen sollte, hat die Stadtverwaltung schon Gespräche mit der Inkom aufgenommen. Es wurde diskutiert, „wie der Martinimarkt unter Beachtung dieser Baustraße“ über die Bühne gehen kann. Die Baustraße könne Vorteile für den Markt bringen, aber auch zu Schwierigkeiten beim Aufstellen der Schaustellerfahrzeuge führen, so Krohn. Ende August, Anfang September soll es ein nächstes Treffen dazu mit der Inkom geben.

Laut Uta Richter vom Tiefbauamt wird weiterhin daran festgehalten, dass die Baustelle bis zum Martinimarkt fertig sein wird. „Momentan gehen wir davon aus, dass wir aufgrund der Umstrukturierungen innerhalb der Baustelle den Termin einhalten werden“, erklärte sie. Arne Krohn versprach aber: „In jedem Fall wird der Martinimarkt stattfinden können.“ Mindestens Teile der Friedrich-Engels-Straße sollen dann soweit fertig sein, dass Schausteller ihre Fahrzeuge dort abstellen können, so der Baudezernent.

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