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Kandidatin
Germanys next Miss Handwerk

Alles, bloß kein Selfie: Für ihre Bewerbung für den Wettbewerb ließ Anne Heidrich sich von einem befreundeten Fotografen ablichten. Kommt sie in die nächste Runde, wird sie ein Kalenderblatt zieren. Foto: privat
Alles, bloß kein Selfie: Für ihre Bewerbung für den Wettbewerb ließ Anne Heidrich sich von einem befreundeten Fotografen ablichten. Kommt sie in die nächste Runde, wird sie ein Kalenderblatt zieren. Foto: privat © Foto: privat
Markus Kluge / 15.07.2018, 08:30 Uhr
Zernitz/Neuruppin (MOZ) Anne Heidrich aus Rüthnick hat schon rund 490 000 Stimmen. Im Augenblick ist die ehemalige Neuruppiner Schülerin damit auf dem besten Weg, Miss Handwerk 2019 beim Casting-Wettbewerb „Germanys Power People“ zu werden. Denn niemand hat bisher so viel Unterstützer wie sie.

Sie ist 20 Jahre alt und fühlt sich in einer Männerdomäne pudelwohl: Anne Heidrich lernt im Familienunternehmen – der Heidrich Fliesen GmbH, die ihren Sitz in Zernitz bei Neustadt (Dosse) hat – im zweiten Lehrjahr das Handwerk der Fliesen-, Platten- und Mosaiklegerin. Parallel studiert sie dual an der BTU Cottbus Bauingenieurwesen. Den theoretischen Grundstein legte sie dafür in den vergangenen Jahren an der Evangelischen Schule in Neuruppin.

Aktuell möchte Anne Heidrich bei einem bundesweiten Casting-Wettbewerb Miss Handwerk werden. Als bisher einzige Kandidatin aus Ostprignitz-Ruppin und dem Handwerkskammerbezirk Potsdam wirbt sie um möglichst viele Stimmen. Auf den Wettbewerb stieß die 20-Jährige, als sie sich auf der Internetseite der Handwerkskammer zu ihrer Ausbildung informierte. Die Bewerbung für das Casting war schnell gemacht. Ein Freund schoss in Rüthnick ihre Bewerbungsbilder. „Nur mit einem Selfie wollte ich mich nicht beteiligen“, sagte sie am Freitag. Den Contest an sich hält Anne Heidrich für eine coole Idee. „So viele Wettbewerbe für Handwerkerinnen gibt es nämlich nicht. Auf diesem Weg kann ich voller Stolz mein Handwerk präsentieren und zeigen, dass heutzutage Frauen auch in Männerhandwerken absolut ihre Berechtigung haben“, so die 20-Jährige. Sie liebt die kleinen und großen Herausforderungen, die ihre Arbeit mit sich bringt. Das gute Gefühl, am Ende eines Tages etwas geschafft zu haben, möchte sie nicht missen.

Anne Heidrich schnupperte schon als Kind Baustellenluft und bekam früh Einblicke in ein Gewerk, in dem Fliesenlegerinnen die Ausnahme bilden. Ihr Großvater gründete vor 30 Jahren die Firma. Jetzt wird sie von ihrem Vater Dirk und ihrem Onkel ausgebildet. „Das läuft super, ehrlich“, antwortet sie lachend auf die Frage, wie es sich anfühlt, in einem Familienbetrieb mit 18 Mitarbeitern seine berufliche Grundlage zu legen. Mit Stolz erzählt sie von ihrem persönlichen Highlight, einem Sauna- und Wellnessbereich in Wittenberge, bei dem sie schon viel Verantwortung übernehmen durfte. „Der Kontakt zu den Bauherren, die Materialauswahl und die Bestellung, aber auch das Aufmaß: Das war echt ein schönes Gefühl, aktiv dabei zu sein.“ Wie zielstrebig sie ist, zeigen auch ihre klaren Vorstellungen, den Handwerksbetrieb, der vor allem im Schwimmbadbau tätig ist, einmal weiter führen zu wollen. „Ich wollte immer im Baugewerbe tätig sein“, sagt sie. Nach dem Abitur kam für sie deshalb nur etwas in Frage, bei dem Theorie und Praxis gleichermaßen eine Rolle spielen.

Sollte Anne Heidrich den Wettbewerb für sich entscheiden, würde ein solcher Titel zweimal in kürzester Zeit nach Ostprignitz-Ruppin gehen. 2017 setzte sich der Walslebener Kfz-Mechatroniker Leon Pethke gegen 120 Mitbewerber durch und wurde zum schönsten Handwerker Deutschlands gewählt (RA berichtete). „Wenn ich noch mehr Zeit gehabt hätte, hätte daraus richtig was werden können“, sagte Pethke am Freitag. Nach seinem Sieg habe es noch einige Werbedrehs- und Fotoshootings gegeben. Zudem sei ein Hersteller für Werkstattbekleidung an ihn herangetreten, der ihn als Model haben wollte. „Aber da kam mir einfach die Urlaubszeit dazwischen“, sagte er. Anne Heidrich kann er für den Wettbewerb nur den Tipp geben, ganz natürlich zu bleiben, ihren Beruf zu lieben und zum Handwerk zu stehen. „Das ist schon viel wert, und dann klappt das schon“, ist er zuversichtlich, obwohl sich beide nicht kennen.

Bis zum 30. August läuft das Online-Voting für Anne Heidrich noch. Die 36 Kandidaten mit den meisten Stimmen werden im September nach Düsseldorf zu einem Fotoshooting für einen Kalender eingeladen. Die besten sechs Männer und Frauen gehen im Dezember in die Endrunde. Im März 2019 auf der Handwerksmesse in München werden dann die neuen Miss und Mister Handwerk gekürt.

Zum Voting: https://www.germanyspowerpeople.de/kandidat/anne-heidrich

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