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HC Neuruppin erweitert den Trainerstab
Trainertalent beim HCN

Neu im HC-Trainerstab: John Arndt pausiert wegen Hüftbeschwerden. Er würde gern als Spieler aufs Parkett zurückkehren.
Neu im HC-Trainerstab: John Arndt pausiert wegen Hüftbeschwerden. Er würde gern als Spieler aufs Parkett zurückkehren. © Foto: Noah Behrendt
Noah Behrendt / 21.08.2018, 17:29 Uhr
Neuruppin Seit Anfang dieses Jahres sitzt beim HC Neuruppin ein junges Talent auf der Trainerbank. Der 16-jährige John Arndt stieß zum Trainerstab der C-Jugend und geht nun in seine erste volle Saison. Er wird zusammen mit Jonas Simon diese Mannschaft in der Kreisspielunion betreuen. John Arndt war noch bis zum vorigen Jahr  Spieler. Der gebürtige Neuruppiner erlernte das Handball-ABC in Schwerin beim damaligen Zweitligisten Post Schwerin, dort wurde er als Torhüter eingesetzt. Er war zehn, als es seine Familie wieder zurück in die Fontanestadt zog. Hier fing er beim HCN als Kreisläufer an. Mit den Neuruppinern gelang es ihm mehrmals, die Kreismeisterschaft sowie den Kreispokal zu gewinnen. Außerdem gelang ihm mit seinem Team der Aufstieg in die Oberliga als C-Junior. Doch eine Hüft-Operation setzte ihn vorerst außer Gefecht. Seine Comebackversuche scheiterten: ,,Ich hatte immer wieder Hüftbeschwerden.“ Diese zwangen ihn, seine Spielerkarriere zu beenden. ,,Es hat nicht mehr gereicht“, so der 16-Jährige.

Dennoch wollte Arndt dem Verein erhalten bleiben. Anfang dieses Jahres ging er auf Jugendkoordinator Christian Schulz und Michael Drefahl zu und stellte sich als Trainer bereit. Drefahl betreute zum damaligen Zeitpunkt noch die C-Jugend. Der 16-Jährige wurde prompt in den Trainerstab aufgenommen. Das Team belegte am Saisonende den siebten Platz in der Oberliga und stieg dennoch ab. Zur kommenden Saison gab es einige Veränderungen: Drefahl übernahm die Männer des HCN und das neue Trainerduo der C-Junioren bilden Arndt und Jonas Simon. Das Ziel ist klar definiert. ,,Wir wollen die Kreismeisterschaft holen“, so Arndt und fügt hinzu, ,,es wäre schön, wenn der Kreispokal noch hinzu kommt.“

Um ihre fünf Gegner zu schlagen und die Ziele zu erreichen, wird das Training entsprechend angepasst. Neben den Grundlagen wird auf Athletik und Technik gesetzt. ,,Am wichtigsten sind mir die Grundlagen. Ansonsten setzen wir auf ausgewogenes Training. Das heißt, wir werden den Fokus gleichmäßig auf die Athletik und die Technik legen. Beides wird einmal pro Woche spezifisch trainiert“ , erläutert der Zehntklässler. Um die zwei Einheiten in der Woche bestens nutzen zu können, fordert Arndt besonders zwei Dinge: Disziplin und Ehrgeiz. ,,Das ist wichtig für die Entwicklung der Spieler. Nur wer bei der Sache ist und 100 Prozent gibt, wird sich weiterentwickeln.“

Als Vorbild sieht der Jungtrainer seinen ehemaligen Trainer Christian Schulz. ,,Ich finde es gut, wie er seine Mannschaft führt und welch großes Wissen und Verständnis er über die Sportart verfügt“ , berichtet Arndt. Für Schulz war es ein gutes Zeichen, dass sich sein früherer Schützling zur Verfügung stellte. ,,Ich bin sehr zufrieden. Es tut ihm gut und ich bin überzeugt, dass er das Team zusammen mit Jonas weiterentwickelt“, gibt der Jugendkoordinator preis.

Neben dem HC Neuruppin zeigt der frühere Kreisläufer auch großes Interesse an den Füchsen Berlin und dem Oranienburger HC, die beiden größten Clubs in der Region. ,,Die  Stimmung in der Halle, der Zusammenhalt des Teams und die gute Abwehr gefallen mir bei beiden“, so der Neuruppiner. Ein Spieleridol sieht er in Nico Hecht, der im vorigen Sommer die Fontanestädter in Richtung Oranienburg  verließ und mittlerweile beim Oberligisten Hamburg-Barmbek spielt. Arndt: ,,Er hat gezeigt, wie weit man es bringen kann – auch ohne auf die Sportschule zu gehen.“ Da er erst 16 Jahre alt ist, ist Arndt noch nicht im Besitz der Trainerlizenz.

Diese kann er erst ab 18 Jahren erwerben. ,,Die Lizenz werde ich dann auch machen.“ Ziele hat er sich auch gesetzt. So will der Neuling auf der Trainerbank später mal eine Männermannschaft trainieren und spekuliert mit der stärksten Liga der Welt. ,,Bundesliga ist natürlich ein Traum und ein schwerer, weiter Weg. Ich konzentriere mich aber erstmal auf meine Aufgaben mit meinem Team. Ich muss mich reinfinden.“

Auch für Schulz ist die Erfahrung extrem wichtig. Er selbst fing früh als Trainer an und kennt die Probleme in seiner Anfangszeit noch. ,,Mir hat die Distanz zu den Spielern gefehlt. Wenn er das hinbekommt, sehe ich in ihm einen guten Jungtrainer. Die Erfahrung kommt mit der Zeit“, ist sich der langjährige HCN-Trainer sicher. Ob auch der Sprung in den Männerbereich gelingt, dazu hält sich Schulz zum jetzigen Zeitpunkt bedeckt. ,,Es ist noch zu früh, um es zu beurteilen. Es wird auf seine Persönlichkeit ankommen.“ Ein Comeback als Spieler kann sich der Youngster an der Seitenlinie im Moment nicht vorstellen. ,,Ich fokussiere mich jetzt auf meinen Trainerjob.“ Doch was in der Zukunft geschieht, lässt er offen. ,,Wenn ich beschwerdefrei spielen kann, werde ich wahrscheinlich nochmal einsteigen. Dann vielleicht im Männerbereich.“

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