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Losentscheid
Reinhardt bleibt Landrat

Nach dem Jubel kamen die Tränen: Ralf Reinhardt ist nach zwei gescheiterten Wahlgängen im Kreistag im Losverfahren zum Landrat bestimmt worden. Während der Wahl sichtlich angespannt, ließen er und viele Gratulanten nach der Verkündung des Loses ihren Gefühlen freien Lauf.
Nach dem Jubel kamen die Tränen: Ralf Reinhardt ist nach zwei gescheiterten Wahlgängen im Kreistag im Losverfahren zum Landrat bestimmt worden. Während der Wahl sichtlich angespannt, ließen er und viele Gratulanten nach der Verkündung des Loses ihren Gefühlen freien Lauf. © Foto: Markus Kluge
Christian Schönberg / 06.09.2018, 21:22 Uhr - Aktualisiert 07.09.2018, 15:04
Neuruppin (MOZ) Nach einem unfassbaren Wahlabend ist seit Donnerstag klar, dass Ralf Reinhardt (SPD) auch für die kommenden acht Jahre Landrat von Ostprignitz-Ruppin bleibt.

Am Ende musste das Los entscheiden, weil beide Kandidaten, Ralf Reinhardt und Egmont Hamelow (CDU), jeweils 22 der abgegebenen Stimmen auf sich vereinen konnten.

Im ersten Wahlgang hatte Hamelow  noch die Nase vorn. Doch mit 23 Stimmen verfehlte er um ein einziges Votum die nötige absolute Mehrheit im Kreistag. Eigentlich hatte das neu geschmiedete Hamelow-Bündnis aus CDU, Linke, freie Wählergruppen und Bauern 25 der 45 anwesenden Kreistagsmitglieder auf sich vereint. Es muss im ersten Wahlgang mindestens zwei Abweichler gegeben haben. Bei der zweiten und letztmöglichen Abstimmung hat dann auch noch ein weiterer Kreistagsabgeordneter beide Kandidaten angekreuzt und damit seine Stimme ungültig gemacht. So kam es zum Patt von 22 zu 22 – was nach Kommunalverfassung einen Losentscheid nach sich zieht.

Kreistagschef Manfred Richter (SPD) zog dann einen der zwei verschlossenen Umschläge, die ihm Werner Piest (Freie Wähler Prignitz-Ruppin) reichte. In der Briefhülle steckte der Name Ralf Reinhardt. Der Jubel im Saal war groß. Knapp 150 Besucher hatten den an Spannung nicht mehr zu überbietenden Wahlabend verfolgt – darunter etliche Verwaltungsmitarbeiter, die sichtlich mit ihrem Chef mitgefiebert haben.

Das Ergebnis ist eine krachende Niederlage vor allem für CDU und Linke. Die Kreis-Spitzen beider Parteien hatten sich mit den Bauern und Freien Wählergruppen in einem ungewöhnlichen Zusammenschluss zusammengefunden. Das Bündnis hat im Kreistag noch einmal viel Kritik von SPD und Grünen erhalten, weil es nur um Postenvergabe gegangen sei und das Votum der Direktwahl vom 6. Mai missachtet werde. Damals hatte Reinhardt bei verfehltem Quorum mit Abstand die meisten Wähler für sich gewon-nen.

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