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Integration
Sozialarbeiter fordern Konzepte

Beschäftigung mit dem Rechtsstaat – eine Grundlage für Integration.
Beschäftigung mit dem Rechtsstaat – eine Grundlage für Integration. © Foto: Arne Dedert/dpa
Holger Rudolph / 25.11.2018, 08:31 Uhr
Rheinsberg Um die Situation in Rheinsberg lebender Asylbewerber ging es am Mittwochabend im städtischen Sozialausschuss. Andreas Kosmalla und Angela Lipowski-Warin, die den Rheinsberger Wohnverbund leiten, berichteten aus ihrer Arbeit.

Sie könnten natürlich nicht über die Integration aller Flüchtlinge in Rheinsberg reden, sondern würden sich auf ihre Tätigkeit als im Auftrag des Landkreises handelnde Mitarbeiter der Ruppiner Kliniken beschränken, sagte Kosmalla. Der Wohnverbund sei eine Unterbringung für Asylbewerber und Geduldete. Als Sozialarbeiter berieten Kosmalla und Lipowski-Warin die Bewohner.

Insgesamt handele es sich um 100 Menschen, die in 19 Familien leben. 70 Prozent davon stammen aus der Russischen Föderation, vor allem aus dem Nordkaukasus, weitere 25 Prozent kommen aus Afghanistan. Den Rest von fünf Prozent machten vor allem Iraner aus.

Doch auch Menschen, die nicht im Verbund lebten, nutzen die Beratung durch die beiden Sozialarbeiter, die nur noch an zwei Tagen in Rheinsberg sein können, weil ihr Arbeitgeber ihnen außerdem weitere Projekte zugewiesen hat. Von den nicht im Verbund lebenden, aber Hilfe Suchenden seien 70 Prozent Syrer mit eigenen Mietwohnungen in der Stadt. Die Sozialarbeiter geben Hilfestellungen beim Leben im Wohnverbund, bei Fragen zum Aufenthaltsstatus, zur individuellen Integration und zur speziellen Unterstützung von Familien mit Kindern.

Die Chancen zur dauerhaften Anerkennung, also zum unbegrenzten Bleiberecht, seien sehr unterschiedlich, berichtete Andreas Kosmalla. Für die Afghanen gebe es seitens  des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge eine Duldung aus humanitären Gründen. Die Menschen aus der Russischen Föderation hätten großenteils einen Negativ-Bescheid erhalten. Ihre Chancen auf eine gerichtliche Durchsetzung des dauerhaften Aufenthalts in Deutschland seien gering.

Sprachbarrieren gibt es für die beiden Berater, was das Russische betrifft, nicht. Andreas Kosmalla: „Wir können uns auf Russisch sehr gut verständigen.“ Für andere Sprachen können Dolmetscher angefordert werden. Für Menschen mit bereits anerkanntem dauerhaften Bleiberecht in Deutschland sind die beiden Sozialarbeiter an sich nicht zuständig. Sie geben ihnen aber trotzdem Unterstützung, soweit dies ihre Möglichkeiten nicht überfordert.

Von der Stadt Rheinsberg wünschten sich die beiden Wohnverbundleiter, dass sich die Abgeordneten Gedanken über die Integrationsziele der Kommune machen sollten. Andere Städte hätten bereits entsprechende Konzepte erarbeitet, die für die weitere politische Arbeit bindend sind.

Als erstes Gremium müsste sich der Sozialausschuss damit beschäftigen, welche Ziele sich die Stadt Rheinsberg zur Integration von Flüchtlingen und Asylbewerbern setzen möchte. Letztlich zu entscheiden hätten die Stadtverordneten.(hr)

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