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Schlosstheater
Mehr als nur Musik

Tradition: Seit Jahren ist das Rheinsberger Schülermusical eine der ersten Veranstaltungen des Jahres im Schlosstheater. 2018 wurde „Zwiebelchen“ gezeigt. In diesem Jahr feiert das Stück „Ada“ Uraufführung.
Tradition: Seit Jahren ist das Rheinsberger Schülermusical eine der ersten Veranstaltungen des Jahres im Schlosstheater. 2018 wurde „Zwiebelchen“ gezeigt. In diesem Jahr feiert das Stück „Ada“ Uraufführung. © Foto: Markus Kluge
Brian Kehnscherper / 05.01.2019, 14:00 Uhr
Rheinsberg (MOZ) Das Halbjahresprogramm für das Rheinsberger Schlosstheater verspricht mehr als nur klassische Musik. Neben Jazz, Folk und Pop wird es internationale Pophits aber auch Literatur und anspruchsvolles Kino zu erleben geben.

Seit Thomas Falk Geschäftsführer der Musikkultur Rheinsberg gGmbH ist, ist er bestrebt, das Schlosstheater über das ganze Jahr zu bespielen. Dazu möchte er nicht nur verstärkt die Kurse der Musikakademie, sondern auch externe Akteure wie das Kurt-Tucholsky-Museum und Schulen der Region einbinden. Wie das Programm für das erste Halbjahr zeigt, gelingt dies immer mehr.

Mit mehreren Konzerten werden sich begabte junge Musiker präsentieren, die bei Kursen an der Musikakademie die Abgeschiedenheit Rheinsbergs nutzen, um in Ruhe intensiv zu proben. Bei Konzerten wie „Hochbegabte hoch hinaus“ oder dem „Exzellenzzirkel Geige“ werden die Besucher des Schlosstheaters die Ergebnisse dieser Probenphasen erleben können. Doch neben Klassik und Neuer Musik wird es auch Konzerte mit Jazz und  Folk geben. Mit der Show „A Tribute to Abba“ öffnet sich das Schlosstheater sogar dem Pop. Falk hofft, damit auch verstärkt das einheimische Publikum ansprechen zu können.

Auch die Zusammenarbeit mit dem Kurt-Tucholsky-Literaturmuseum wird vertieft. So sind diverse literarische Lesungen mit prominenten Gästen geplant. Im vergangenen Jahr konnte Museumsleiter Dr. Peter Böthig den Linkenpolitiker Gregor Gysi für eine Buchpräsentation nach Rheinsberg lotsen. In dieser Saison möchte Böthig zwei bis drei Lesungen im Schlosstheater organisieren. Der erste Termin steht bereits fest: Am 14. Juni wird der Klimaforscher Hans Joachim Schellnhuber zum Thema Klimawandel referieren. „Er ist ein genialer Forscher und auch publizistisch sehr aktiv. Er kann das Thema sehr gut erklären“, so Böthig, der sich durch den Vortrag zu Alfred Wegener im vergangenen Jahr ermutigt fühlte, verstärkt wissenschaftliche Themen ins Programm zu heben.

Die Reihe Kino im Theater wird 2019 ebenfalls erweitert. Gab es die Vorführungen bisher nur in den Wintermonaten, sollen nun übers Jahr verteilt Filme im Schlosstheater gezeigt werden. Wie berichtet, wird es dabei auch gelegentlich prominente Unterstützung geben. Der Filmkritiker Knut Elstermann, unter anderem bekannt durch den Sender radioeins, wird einige Veranstaltungen moderieren und durch seine Kontakte prominente Redner mitbringen. Um einen stärkeren Zusammenhang zu Rheinsberg herzustellen werden Filme mit Preußenbezug gezeigt, bei denen Experten anschließend über historische Zusammenhänge referieren werden.

Perspektivisch möchte Thomas Falk durch Kooperationen noch mehr Schulen ins Schlosstheater holen und für die Oper begeistern. Bereits 2018 ist in Zusammenarbeit mit einem Musikkurs des Neuruppiner Schinkelgymnasiums das Musiktheater „Welche Welt“ inszeniert worden. Ähnliche Projekte sind auch in diesem Jahr geplant. Den Auftakt macht das inzwischen traditionelle Schülermusical, das stets im Januar aufgeführt wird. Mit „Ada“ wird es am kommenden Freitag eine Uraufführung geben.

Wie der künstlerische Leiter der Kammeroper, Georg Quander, sagte, wird es zudem eine Kinderfassung der diesjährigen Oper „Martha geben“. Das Regieteam plane, für diese Version des Stoffes, mit Jugendlichen zusammenzuarbeiten. Insgesamt könnten bis zu 15 junge Leute  mit dem Team zusammenarbeiten und dabei in Zusammenarbeit mit fünf Sängern der Kammeroper den Prozess erleben, wie eine Oper inszeniert wird. „Die Schüler sollen als lebendiges Bühnenbild die Handlung unterstützen“, erklärt Quander. Für dieses Vorhaben gebe es bereits Kontakt zu verschiedenen Schulen. Georg Quander würde aber auch gern einige Rheinsberger Jugendliche für die Kinderoper gewinnen wollen. Allerdings stößt sein Haus laut Thomas Falk bei der Jugendarbeit immer wieder an seine Grenzen, weil Rheinsberg keine gymnasiale Oberstufe mehr hat. Denn dann müssten die Abiturienten nicht erst bis nach Neuruppin fahren. „Wenn wir irgendetwas dafür tun können, dass es in Rheinsberg wieder eine Gymnasiale Oberstufe gibt, werden wir es tun“, so Falk.

Wer Interesse hat, bei der Kinderoper „Martha“ mitzuwirken, kann  sich per E-Mail an presse@musikkultur-rheinsberg.de bewerben.

Höhepunkte im ersten Halbjahr

■ Januar:

Kindermusical „Ada“, (11.1., 19 Uhr, 12.1., 15 und 18 Uhr, 14.1., 10 und 13 Uhr), Konzert „Hoch begabt und hoch hinaus“ (19.1., 19 Uhr), Kino im Theater „Licht“ (23.1., 19 Uhr)

■ Februar:

Kino im Theater Spezial Friedrich im Film „Die Tänzerin von Sanssouci“ (23.2.,19 Uhr)

■ März:

Kinderoper „Die Zauberflöte“ (9.3., 15 Uhr), Kino im Theater „Foxtrot“ (13.3., 19 Uhr), Abba-Tributeshow (16.3., 19.30 Uhr), Kino im Theater Spezial Friedrich im Film: „Der große König“ (23.3., 17 Uhr), Kino im Theater „Candelaria“ (27.3., 19 Uhr), Konzert „Exzellenzzirkel Geige“ (31.3., 11 Uhr)

■ Mai:

Konzert „Bellxtremen“ (10.5., 19.30 Uhr), Konzert „Jazz im Hof“ mit dem Maik Krahl Quartett (17.5., 15 Uhr), Konzert „Junge Kammermusik“, (26.5., 15 Uhr), Konzert „Folk & Pop im Hof (31.5., 19.30 Uhr)

■ Juni:

Podium „Jugend musiziert“ (2.6., 14 Uhr), Musiktage zu Pfingsten (7.6. bis 10.6.), Literatur im Theater „Ein Abend mit Prof. Dr. Schellnhuber“ (14.6. 19.30 Uhr)

■ Karten und weitere Infos gibt es im Internet unter www.musikkultur-rheinsberg.de, per Mail an tickets@musikkultur-rheinsberg.de oder telefonisch unter 033931 34940 in der Tourist-Information. ⇥(bk)

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