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Streit ums Bürgerzentrum
Sachverständiger zieht die Reißleine

Sorgt für Streit: das Rheinsberger Bürgerzentrum.
Sorgt für Streit: das Rheinsberger Bürgerzentrum. © Foto: Markus Kluge
Brian Kehnscherper / 10.01.2019, 07:00 Uhr - Aktualisiert 10.01.2019, 09:24
Rheinsberg (MOZ) Uwe Langer tritt wegen des Konflikts um das Rheinsberger Bürgerzentrum aus dem Bauausschuss der Stadt zurück. Der Diplomingenieur saß sieben Jahre lang als berufener Bürger in dem Fachgremium. Er fordert, dass der Baustopp auf der Baustelle sofort aufgehoben wird.

Langer teilte dem Rathaus und den Stadtverordneten Anfang dieser Woche seinen Rücktritt mit. Er begründete seine Entscheidung mit den Geschehnissen rund um das Bürgerzentrum. Bereits im August hatte Langer, der seit 40 Jahren im Baugewerbe tätig ist und seit 1990 Erfahrungen als Bauingenieur vorweisen kann, in einem offenen Brief an die Stadtverordneten appelliert, den Baustopp aufzuheben. Schon damals legte Langer dar, dass die Mängel, die der Auslöser für den Streit waren, nicht so hoch ausfallen werden, wie befürchtet und die Mehrkosten, wenn überhaupt, für die Firmen anfallen, die die Mängel zu verantworten hatten. Zugleich warnte er vor den Mehrkosten, die durch den Baustopp entstehen. „Nur weil derzeit einige zu behebende Mängel vorhanden sind,  ist noch niemandem ein Schaden entstanden“, schrieb er. Langer warnte hingegen vor den hohen Kosten, die durch den Baustopp entstehen. Seinen Schätzungen zufolge kostet die stillgelegt Baustelle die Stadt monatlich 100 000 Euro. Deshalb bezeichnete er den Baustopp als „grob fahrlässig“. „Gerechtfertigt wäre ein Baustopp nur, wenn Gefahr in Verzug wäre.“

Seine Mahnung verhallte ungehört. „Leider hatte der Brief nur den Effekt, dass es zu Verdächtigungen meiner Person über mögliche ,Beeinflussungen’ gegeben haben könnte, was vollkommen absurd ist“. Dennoch ließ sich Langer nicht verprellen. Als die letzte Bauzustandsanalyse ergab, dass nur Mängel in geringem Umfang vorliegen, ging der Experte davon aus, dass der Baustopp nun umgehend aufgehoben wird. Die Tatsache, dass die Sitzung im Dezember wieder ergebnislos blieb, brachte für Langer das Fass zum überlaufen. Die Stadtverordnetenversammlung wurde abgebrochen, nachdem die Fraktion BVB/Freie Wähler sie boykottiert hatte. Damit reagierte die Fraktion auf den Antrag, ihr Mitglied Jürgen Scheigert für befangen zu erklären weil dieser ein Nachbargebäude des BüZ besitzt. Für Langer erschließt sich nicht, warum Scheigert durch die reine Nachbarschaft befangen sein sollte. „Für mich stellt sich die Angelegenheit inzwischen so dar, dass nicht mehr in der Sache entschieden wird, sondern persönliche Befindlichkeiten und zwischenmenschliche Beziehungen in den Vordergrund gestellt werden“, so Langer. Neben dem finanziellen Schaden, der der Stadt bisher entstanden ist, fürchtet er auch um den Ruf, der durch die Berichterstattung über den Dauerstreit gelitten hat. „Es ist sicherlich nicht einfach, immer objektiv zu entscheiden, wenn man mit Personen in Zwietracht steht, aber mein Standpunkt ist immer, der Sache dienlich zu sein“. Da bis heute auf keinen seiner Vorschläge eingegangen worden ist, ist es für ihn obsolet, als beratender Bürger im Ausschuss zu sitzen. Außerdem könne er es nicht mehr mit seinem Gewissen Vereinbaren, ungewollt als Ausschussmitglied zu den Ereignissen mit beizutragen.

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