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Schlosstheater
Schülermusical „Ada“ feiert heute Premiere

Üben bis kurz vor Schluss: Am Donnerstagvormittag probte die Zweit- beziehungsweise Drittbesetzung des Musicals. Die Titelfigur Ada, gespielt von Audra Witt (Mitte), träumt davon, mit einer Analytischen Maschine Mathematik und Poesie zu vereinen.
Üben bis kurz vor Schluss: Am Donnerstagvormittag probte die Zweit- beziehungsweise Drittbesetzung des Musicals. Die Titelfigur Ada, gespielt von Audra Witt (Mitte), träumt davon, mit einer Analytischen Maschine Mathematik und Poesie zu vereinen. © Foto: Brian Kehnscherper
Brian Kehnscherper / 11.01.2019, 11:00 Uhr
Rheinsberg (MOZ) Mit „Ada“ feiert heute ein weiteres Schülermusical aus Rheinsberg Welturaufführung. Noch am Donnerstag hatte das Ensemble unter Hochdruck für die Premiere geprobt.

Michael „Wudi“ Wudick muss improvisieren. Die jungen Darsteller im Schlosstheater wissen nicht, auf welcher Seite sie von der Bühne gehen und welche Requisiten sie beim Abgang gleich mitnehmen sollen. Die Band im Orchestergraben muss den Leerlauf überbrücken. „Jetzt spielen wir die Bridge, die hier noch nicht steht“, sagt Wudick, der die Lieder selbst komponiert hat, mit Blick auf das Notenblatt. Während die Grundmelodie weiter ertönt, ordnet Regisseur Stefan Labenz das Geschehen vor sich. „Wir müssen noch gucken, ob die Bänke vor dem Abgang oder danach von der Bühne sollen. Momentan variieren wir die Auf- und Abgänge noch von Probe zu Probe“ sagt die Choreografin Angelina Fiedler, die auch das Libretto für das Musical geschrieben hat. Gerade wurde eine Szene eingeübt, die in einer englischen Webfabrik spielt. Lange Turnbänke und Schnüre sollen die Webstühle darstellen.

Noch einiges sitzt nicht. Die jungen Darsteller sind teilweise noch nicht ganz textsicher und stehen zuweilen nicht da, wo sie stehen sollen. Weil die Rollen doppelt, manchmal sogar dreifach besetzt sind, hat auch jeder weniger Zeit zum Proben. „Du musst weiter nach rechts“, ruft Labenz einem Jungen zu, der in einer Massenszene gerade einen der Sänger verdeckt. Angelina Fiedler ist jedoch zuversichtlich, dass bis zur Premiere alles sitzt.

Ada spielt im London des 19. Jahrhunderts. Augusta Ada Byron King, Countess of Lovelace, allgemein als Ada Lovelace bekannt, ist Tochter des verstorbenen Lord Byyron. Weil ihre Mutter Angst hat, dass Ada die poetischen Anflüge ihres Vaters geerbt hat, lässt sie das Kind intensiv in Mathematik unterrichten, um Adas Denken durch Logik zu prägen. Das Mädchen träumt jedoch nur davon, davonzufliegen. Trotz der strengen Mutter ist Ada mit 17 Jahren ein Wirbelwind. Sie lernt Charles Babbage, den Erfinder einer analytischen Maschine  – einem Vorgänger heutiger Computer – kennen. Ada ist begeistert von der Idee und glaubt, mit der Maschine Poesie und Mathematik vereinen zu können. Also unterstützt sie Babbage bei der Realisierung. Unterdessen versucht der Zeitungsjunge Willy, der schon lange für Ada schwärmt, ihr Herz für sich zu gewinnen.

Die Figur der Ada ist historisch verbürgt. Bühnenbauer und Kostümbildner haben sich alle Mühe gegeben, um das viktorianische England auf der Bühne zum Leben zu erwecken. Die Kostüme der Darsteller sind der Mode jener Epoche nachempfunden. Und mit Details wie einem Oliver-Twist-Plakat an einer Litfaßsäule oder Anspielungen auf den Roman „Black Beauty“ werden viele Referenzen an das 19. Jahrhundert in der Inszenierung untergebracht. „Ada und Charles Dickens kannten sich tatsächlich persönlich“, erklärt Angelina Fiedler.

Mittlerweile ist der erste Akt einmal durchgeprobt. Regisseur Labenz gibt den Schülern 20 Minuten Pause. Hinter ihnen liegt eine Woche intensiver Proben. Die aus Rheinsberg und Berlin stammenden Mitwirkenden haben sich bisher nur an einzelnen Probenwochenenden getroffen, um zu üben. Fiedler hat mit den Tänzern die Choreografien einstudiert, Bandleader Andreas Konopka mit den Instrumentalisten geprobt. Dass alle gemeinsam spielen, ist erst in der Probenwoche der Fall. So ist es auch kein Wunder, dass es bis zur Premiere dauert, dass alles sitzt. „Wir kennen das aus den Vorjahren. Es ist ein Unterschied, ob man eine Wiederaufnahme eines alten Stücks macht, da läuft es vorher schon sehr gut, oder ob man für eine Uraufführung probt“, erklärt Fiedler. „Bisher hat es immer geklappt.“ Allerdings ist die Choreografin selbst immer wieder erstaunt, mit wie wenigen gemeinsamen Proben es die jungen Leute schaffen, ein komplettes Musical auf die Bühne zu bringen. „Es ist eine unglaubliche Leistung, die die Schüler jedes Jahr abrufen.“

Das Musical feiert heute um 19 Uhr im Rheinsberger Schlosstheater Premiere. Die Vorstellung ist restlos ausverkauft. Das gilt auch für die Aufführungen am Montag. Für die Vorführungen am morgigen sonnabend um 15 und um 18 Uhr sind noch Tickets erhältlich. Sie können telefonisch unter 033931 34940 in der Tourist-Information reserviert werden.

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