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Karneval
Geisterspuk im Klosterkeller

Jürgen Rammelt / 11.02.2019, 16:13 Uhr - Aktualisiert 11.02.2019, 17:00
Rheinsberg (freier Autor) Rheinsberg. Wer sich am Sonnabend auf den Weg ins Seehotel in Rheinsberg begeben hatte, dem konnte so manches Gruseliges begegnen. Es waren sonderbare Gestalten, die sich dort versammelt hatten.

Neben zahlreichen frommen Mönchen und jungfräulichen Nonnen trieben Teufel, Zauberer, mehr oder weniger Heilige und andere Gestalten in der Seehalle ihr Unwesen. Das Ganze hatte einen guten Grund: Unter dem Motto „Spuk im Klosterkeller“ hatte der Rheinsberger Carnevalsclub (RCC) zu seiner 51. Session eingeladen. Das Motto war nicht ganz neu, erklärte RCC-Präsident Hans-Norbert Gast den rund 200 Gästen. Bereits 1979, vor 40 Jahren, hatten die Karnevalisten es schon einmal spuken lassen.

Eröffnet wurde das Programm von den sangesfreudigen Männern, die mit dem RCC-Lied die Kellergeister auf den Plan riefen. Dann gehörte die Bühne dem Nachwuchs – der Kindertanzgruppe des RCC, die für ihren Auftritt stürmischen Applaus erhielt. Dem folgte mit Petra V. und Bernd II. der Einmarsch des Prinzenpaares, das vom Outfit her ein früher in Rheinsberg ansässiges Adelsehepaar darstellte.

Zu einem Klosterkeller gehört auch eine Maus. Als eine solche verkleidet berichtete Dirk Otto, wie ein Kloster funktioniert. Er erzählte auch, dass dort keinesfalls nur fromme Gesänge zu hören sind. Das war das Startzeichen für die  Mannen des RCC, die dem Publikum singend erzählten, was im Klosterkeller vor sich geht, wenn gefeiert wird.

Gruselig waren die folgenden Programmpunkte, bei denen Sabine Flegel als Wahrsagerin einer kopflosen Gestalt die Zukunft vorhersagte, bevor vier Geistertrommler den Saal rockten. Dann wurde es sogar königlich: Mit  Friedrich II., in Person von Hans-Norbert Gast, sowie dem sächsischen Regenten August dem Starkem (Heinz Karwath) waren zwei Personen der  Geschichte aus ihren Gräbern auferstanden. Wer jetzt allerdings dachte, dass die einstigen Herrscher sich über frühere Zeiten unterhalten, der wurde eines Besseren belehrt. Thema war die große und kleine Politik. Es ging um die Frauenquote, um „Mutti Angela“ und deren Hosenanzüge, um AKK (Annegret Kramp-Karrenbauer), An­drea Nahles und Horst Seehofer, aber auch um Fontane, die Eisenbahnverbindung nach Rheinsberg und den maroden Bildungscampus. Zu den Höhepunkten des dreistündigen Programms gehörten zweifelsohne die choreographisch exzellent einstudierten Tänze der „Jungen Garde“. Selbst der „Tod“ durfte im Klosterkeller nicht fehlen. Dabei brachte der für seine trockenen Späße bekannte und in eine schwarze Kutte gekleidete Frank Portner mit makabren Sprüchen dem Publikum die letzten Stunden des Lebens näher.

Die Rheinsberger Karnevalisten haben zum ersten Mal ihr neues Programm gezeigt.
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Rheinsberger Karnevalisten feiern

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Gruselig ging es auch bei einem Männertanz zu, bei dem die Akteure im aufsehenerregenden Outfit  den Saal unterhielten. Als „Frau für alle Fälle“ brillierte Sabine Koch, genauso wie Ute Baudis, die sich auf eine Weinverkostung eingelassen hatte. Mit einem Abi-Ball im Klosterkeller machten die Kolibris auf sich aufmerksam, die mit dieser Programmnummer auch am 3. März in der RBB-Fernsehsendung „Heut‘ steppt der Adler“ zu sehen sein werden.

Natürlich wurden an dem Abend auch jede Menge Orden an die aktiven Karnevalisten verteilt: Diese bestehen traditionell aus Rheinsberger Keramik. Und nach dem Schlusslied nach der Melodie des Gefangenenchores aus der Oper Nabucco, das zu den Markenzeichen des Rheinsberger Karnevals gehört, durfte auch die Bockwurst-Polonaise nicht fehlen.

Wer das Programm der Rheinsberger Karnevalisten erleben möchte, hat dazu am Sonnabend, 23. Februar, Gelegenheit. Die Veranstaltung am nächsten Sonnabend ist ausverkauft. Für Sonntag, 17. Februar, um 14 Uhr lädt der RCC zu einer Nachmittags-Show ein. Karten gibt es beim Auto-Service Tornow.

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