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Miss Handwerk
Rüthnickerin beim Online-Voting ganz vorn

Kann auch anpacken: So wurde Anne Heidrich für den „Germanys Power People-Kalender 2019“ abgelichtet.
Kann auch anpacken: So wurde Anne Heidrich für den „Germanys Power People-Kalender 2019“ abgelichtet. © Foto: Werbefotografie Weiß
Markus Kluge / 12.02.2019, 15:08 Uhr - Aktualisiert 12.02.2019, 16:06
Rüthnick (MOZ) Der Countdown läuft: Am 13. März wird bei der Internationalen Handwerksmesse in München die Miss Handwerk 2019 gekürt. Beim Online-Voting liegt Anne Heidrich aus Rüthnick ganz vorne. Über den Wettbewerb sprach sie mit Ruppiner-Anzeiger-Redaktionsleiter Markus Kluge.

Frau Heidrich, was hat sich für Sie beruflich und privat verändert, seitdem bekannt ist, dass Sie als Miss Handwerk im Rennen sind?

Also beruflich hat sich für mich nichts verändert. Ich mache meine Ausbildung zur Fliesenlegerin und mein Studium im Bauingenieurwesen. Aber es gab auch einige Jobangebote – unter anderem von Bauchemie-Herstellern. Für einen Produzenten von Fliesenkleber bin ich nun quasi das Werbegesicht. Generell werde ich aber oft auf Veranstaltungen auf den Wettbewerb angesprochen. Ich war vor Kurzem auf einer Baumesse in München. Dort haben mich viele Leute gefragt, ob sie ein Foto mit mir machen dürfen.

Und machen Sie da mit?

Natürlich, ich freue mich ja auch, wenn mich die Leute unterstützen.

Im Herbst war ja das Fotoshooting für den Kalender 2019. Wie war es, dafür die Baustelle gegen das Fotostudio zu tauschen?

Das war super aufregend. Ich habe ja noch nicht so viel Fotoerfahrung. Die Leute in dem Fotostudio  in Düsseldorf waren super herzlich und offen, und natürlich war es einmal was ganz anderes als auf der Baustelle. Mit den Fotos können wir zeigen, dass das Handwerk richtig viel kann, dass auch zierliche Mädels einen schweren Handwerksberuf ausüben können.

Haben Sie Ihre Konkurrenten schon kennengelernt?

Ja, beim Fotoshooting habe ich schon welche getroffen. Einige sind im Wettbewerb aber auch schon rausgeflogen. Wir waren sehr herzlich untereinander, und es gab keine Konkurrenz. Ich glaube, jeder gönnt dem anderen auch den Sieg. Wir machen ja alle aus dem gleichen Grund bei dem Wettbewerb mit. Wir alle versuchen, das Handwerk attraktiver zu machen.

Wie schätzen Sie  Ihre Mitbewerber ein?

Wir können uns schwer miteinander vergleichen. Jeder hat seinen Beruf und steht in seinem Gewerk vor anderen Herausforderungen.  Ich würde auch jedem den Sieg gönnen, weil ich vor jedem Beruf Respekt habe. Am Ende entscheiden aber das Online-Voting und die Jury. Ich bin gespannt auf das Finale in München. Vielleicht lernen wir uns dort alle noch besser kennen.

Der Wettbewerb soll ja dazu dienen, das Handwerk wieder mehr in den Fokus zu rücken, weil auch der Nachwuchs fehlt. Woran liegt das nach Ihrer Meinung?

Ich glaube, das Handwerk ist nicht mehr gesellschaftsfähig. Das fängt in der Schule schon an, wo andere Berufe mehr angepriesen werden und einen höheren Stellenwert haben. Wenn du Abitur machst und dann nicht studieren gehst, sondern eine Ausbildung absolvierst, musst du dich dafür rechtfertigen. Bei mir gab es auch solche Reaktionen, bei denen ich gefragt wurde, warum ich überhaupt Abitur mache, wenn ich dann auf der Baustelle stehe. Viele sehen aber die späteren Chancen gar nicht. Du hast im Handwerk auch die Möglichkeiten, dich weiterzubilden, du kannst auch deinen Meister oder Techniker machen. Wenn ich dann später auf eine Baustelle gehe, weiß ich, worum es dort geht und worüber dort gesprochen wird, denn ich habe den Beruf schließlich mal gelernt.

Was muss sich ändern, damit es dem Handwerk wieder besser geht und sich die Nachwuchssorgen lösen?

Das ist schwer zu sagen. Dem Handwerk an sich geht es ja gut – es wird gutes Geld verdient und, auch Azubis bekommen gutes Geld, manchmal mehr als in einem Bürojob. Vielleicht schrecken viele vor der körperlichen Anstrengung zurück.  Auch im Fliesenleger-Handwerk wird es nicht einfacher.  Die Fliesen werden immer größer und schwerer, die Kunden immer anspruchsvoller. Die Zeiten der 15 mal 15 Zentimeter großen Fliesen in weiß sind vorbei. Aber der Beruf ist auch sehr kreativ und spannend, und man wird viel gefordert.  Es liegt aber eben viel am Elternhaus, wenn Eltern möchten, dass ihr Kind einen vernünftigen Beruf lernt. Für viele zählen Handwerksberufe leider einfach nicht dazu. Diese Vorurteile müssen wir aus den Köpfen bekommen.

Eine Übersicht über die letzten zwölf Kandidaten für den Titel Miss und Mister Handwerk gibt es im Internet unter der Adresse www.germanyspowerpeople.de/kandidaten. Dort kann jeder auch die Rüthnickerin Anne Heidrich mit einem Klick bei der Abstimmung unterstützen. Das Voting läuft noch bis zum 6. März.

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