Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Kunstraum auf neuen Wegen

Zwei Versionen: Von dem Leporello gibt es einmal 1 819 reguläre Exemplare mit einem abstrahierten Detail eines Fontanebildes. Weitere 200 Stück werden von Beteiligten des Fontanejahres signiert und von Bunk als Souvenir vertrieben, das auch als Katalog der Ausstellungen dient.
Zwei Versionen: Von dem Leporello gibt es einmal 1 819 reguläre Exemplare mit einem abstrahierten Detail eines Fontanebildes. Weitere 200 Stück werden von Beteiligten des Fontanejahres signiert und von Bunk als Souvenir vertrieben, das auch als Katalog der Ausstellungen dient. © Foto: MOZ/Siegmar Trenkler
Siegmar Trenkler / 23.02.2019, 09:00 Uhr
Neuruppin (MOZ) Für das Fontanejahr wagt Johannes Bunk von der Galerie Kunstraum im Sommer ein Experiment – eine fast fünfmonatige Ausstellung mit zehn verschiedenen Künstlern. Zum Abschluss setzt er dann mit bislang ungezeigten Arbeiten von Günter Grass sogar noch einen drauf.

Für das Fontanejahr wollte Bunk unbedingt etwas Besonders auf die Beine stellen. Daher hat er schon vor zwei Jahren damit begonnen, alles vorzubereiten, berichtet der Galerist. Mittlerweile steht das Programm für die drei Ausstellungen (siehe Infokasten). Auch der Leporello ist inzwischen fertig, mit dem die Angebote im Kunstraum beworben werden. „Ich wollte aber noch mehr machen“, erklärt Bunk. Daher hat er sich von einer befreundeten Künstlerin, ein eigenes Jahreslogo entwerfen lassen. Das Detail eines Fontanebildnisses, das abstrahiert dessen Nase und einen Teil des Schnauzers zeigt. Das passt zu Bunks Jahresmotto „Der Zauber steckt immer im Detail“. Das gilt auch für die Herstellung. „Mir war es wichtig, dass der Leporello auch aus der Region kommt.“ Daher gestaltete er ihn gemeinsam mit Marc Johne aus Buskow und ließ ihn von der dortigen Bodoni-Druckwerkstatt drucken.

Die Liebe zum Detail zieht sich auch durch die Werke, die im Fontanejahr im Kunstraum zu sehen sein werden. In der ersten Ausstellung zeigt Susanne Krell Abriebe von 14 Orten, an denen Fontane in London gearbeitet hat. Einige ihrer Arbeiten werden dann in die zweite Ausstellung übernommen, die für Bunk zugleich eine Neuheit darstellt. Bislang waren die Expositionen in seiner Galerie meist nur auf wenige Wochen begrenzt. Die zweite Schau aber wird diesmal für fünf Monate zu sehen sein. „Ich wollte, dass Fontanetouristen etwas zu sehen bekommen“, begründet er den Schritt. Dafür hat er zehn Künstler um Arbeiten mit Fontanebezug gebeten, die er in einer Gemeinschaftsausstellung zeigt. Neben Krell gehört dazu Johannes Bunks Bruder Holger, der sich mit Teilen seiner im Kunstraum schon einmal gezeigten 36-teiligen Serie „Irrungen, Wirrungen“ beteiligt.  Vom Leipziger Gerhard Hopf kommen mit „Am Wanderweg“ historisierende Fotos von Orten, die Fontane beschrieben hat. Dirk Mahler, der einzige Künstler der selbst aus Neuruppin stammt, hat für „... und dann kam ich“ eine Foto-Serie geschaffen, die eine Verbindung von Fontane-Textauszügen und Bildern herstellt. Von Daniel Menck werden mit „Selbstfremd“ Spiegelköpfe von Fontane zu sehen sein, analog zu dem von ihm geschaffenen Exemplar, das in der Bibliothek hängt. Marion Menzel hat mit „Wist ’ne Beer?“ birnenfrömige Objekte aus Teeblättern und Kunstharz geschaffen. Johannes Senf hingegen hat sich bei „Dreiviertel meiner literarischen Zeit ist überhaupt Korrigieren und Feilen gewesen“ mit der künstlerischen Umsetzung von Korrekturzeichen beschäftigt, die zu Zeiten Fontanes gebräuchlich waren. Mela Sfregola liefert mit „Il colore dell’ombra/die Farbe der Schatten“ eine Videoinstallation und eine Serie von Standfotografien. Andreas Theurer zeigt schließlich unter dem Titel „Zeitwanderungen“ Plastiken.

Während sonst immer feste Öffnungszeiten gelten, kann die zweite Ausstellung so oft besucht werden, wie Bunk selbst es ermöglichen kann. Wann immer die Tür offen steht, darf die Kunst bewundert werden. „Dafür wird es aber keine klassische Eröffnungsveranstaltung geben“, so der Galerist. Bei der Krell- und der Grass-Ausstellung müssen Besucher darauf aber nicht verzichten. Für den 31. März ist so etwa ein Künstlergespräch geplant, das um 12 Uhr beginnen wird. Darin setzt sich Künstlerin Susanne Krell mit zwei Experten darüber auseinander, wie man sich historischen Persönlichkeiten mit heutigen Mitteln am besten nähern kann.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2019 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG