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Alterstruktur
Rheinsberg hat den höchsten Altersdurchschnitt des Landkreises

Die zwei Pflegeheime in Rheinsberg sind laut Bürgermeister Frank-Rudi Schwochow gut ausgebucht.
Die zwei Pflegeheime in Rheinsberg sind laut Bürgermeister Frank-Rudi Schwochow gut ausgebucht. © Foto: dpa
Brian Kehnscherper / 07.03.2019, 07:30 Uhr - Aktualisiert 07.03.2019, 11:01
Rheinsberg (MOZ) Rheinsberg hat den höchsten Altersdurchschnitt in Ostprignitz-Ruppin. Für die Stadt ist das eine Herausforderung.

Bürgermeister Frank-Rudi Schwochow (BVB/Freie Wähler) steht vor einem Dilemma. "Die Kindertagesstätten sind voll, die Altenheime aber auch. Wir müssen einen Mittelweg finden, um die Attraktivität zu halten." Denn um dem kontinuierlichen Schrumpfen der Bevölkerung entgegenzuwirken, muss Rheinsberg attraktiv für junge Menschen bleiben, ausreichend Kita- und Schulplätze sowie gute berufliche Aussichten haben. Gleichzeitig soll die Stadt auch für alte Menschen noch lebenswert sein. Barrierefreiheit, medizinische Versorgung und Pflegeplätze sind dazu nötig.

Bei beiden Altersgruppen hat Rheinsberg Probleme. Vor allem was das Jobangebot angeht, ist die Auswahl überschaubar. "Wer nach seinem Studium zurück möchte, findet nicht immer adäquate Arbeit", so Schwochow. In der Stadt dominieren Jobs im Gastgewerbe sowie im Einzelhandel. Wer einen akademischen Abschluss hat, könnte noch am ehesten im Sozialwesen, im Kulturbetrieb oder der Verwaltung anfangen – oder muss pendeln. Da fängt ein weiteres altbekanntes Problem an: Die Züge nach Berlin fahren nicht zu den üblichen Arbeitszeiten.

Was die Senioren angeht, sieht Schwochow vor allem bei den Fachärzten einen Mangel. Viele ältere Menschen würden sich daher nach Neuruppin orientieren. Erst vor einigen Wochen hatte der Rathauschef angesichts der sinkenden Bevölkerungszahlen darüber gesprochen, dass für Senioren Shuttleservices mit Sammelfahrten und eigene Sprechtage für Patienten von außerhalb in den Praxen eingerichtet werden müssten (RA berichtete). Bei Allgemeinmedizinern sei die Stadt recht gut aufgestellt. auch bei der Altenpflege dürfe die Stadt den Anschluss nicht verpassen. Zwar kenne Schwochow die genauen Zahlen nicht, die Pflegeeinrichtungen seien aber voll.

Um die Herausforderungen der Zukunft meistern zu können, plädiert Bauamtsleiter Daniel Hauke für eine andere Verteilung der Schlüsselzuweisungen. Die Steuermittel vom Land werden anhand der Einwohnerzahlen bemessen. Rheinsberg hat zwar wenige Einwohner, ist mit einer Fläche von fast 330 Quadratkilometern aber die 14.-größte Kommune Deutschlands. Die Stadt muss auf dieser Fläche Straßen unterhalten, die Verkehrssicherheit gewährleisten und mehr. "Wir sollen dasselbe leisten wie die großen Kommunen, bekommen aber nicht das nötige Geld", klagt Hauke. Daher würde er es begrüßen, wenn bei der Berechnung der Zuweisungen auch ein Flächenfaktor einbezogen würde.

Altersstruktur

■ Kreisweit lag der Anteil der Bevölkerung, der älter als 50 Jahre ist bei 52,1 Prozent. Rheinsberg hat mit 56,4 Prozent den größten Anteil von Einwohnern über 50. Zweit­älteste Kommune ist das Amt Lindow mit 54,6 Prozent. Die jüngste Kommune ist das Amt Temnitz mit einem Anteil von 49,1 Prozent, gefolgt von Neuruppin mit 49,5 Prozent.

■ Rheinsberg hat zwei vollstationäre Pflegeeinrichtungen, in denen 88 Menschen betreut werden. Im Stadtgebiet gibt es jedoch keine Tagespflege, dafür jedoch drei ambulante Pflegedienste sowie drei seniorengerechte Wohnangebote.

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