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Nach Skandal
Hafleg stellt Schlachtbetrieb ein

An der Theke: Rindfleisch wird es auch weiterhin in Hakenberg geben. Geschlachtet wird nun allerdings in Teterow.
An der Theke: Rindfleisch wird es auch weiterhin in Hakenberg geben. Geschlachtet wird nun allerdings in Teterow. © Foto: Markus Kluge
Markus Kluge / 18.03.2019, 18:36 Uhr
Hakenberg (MOZ) In Hakenberg werden künftig keine Tiere mehr geschlachtet. Die Hakenberger Fleisch GmbH (Hafleg), die zum Fehrbelliner Rhinmilch-Verbund gehört, schließt ihren Schlachtbetrieb. Das sagte am Montag Geschäftsführer Jens Winter.

Die Schlachtung ruht bereits seit November vergangenen Jahres. Auslöser dafür war die Veröffentlichung von Filmaufnahmen, die mit versteckter Kamera im Betrieb gemacht wurden. Sie dokumentierten zahlreiche Fehler bei der Tötung von Rindern und damit auch massive Tierrechtsverstöße. Den Fleischern war daraufhin von der Veterinärbehörde des Landkreises Ostprignitz-Ruppin die Lizenz zum Töten der Tiere entzogen worden und sie wurden entlassen. Die Staatsanwaltschaft leitete zudem Ermittlungen gegen die Schlachter ein (RA berichtete). Diese dauern laut Oberstaatsanwalt Detlef Hommes von der Staatsanwaltschaft in Neuruppin noch an.

Letztlich gab es zahlreiche Beweggründe, die Schlachtung aufzugeben, sagte Jens Winter. Nach der Veröffentlichung der teils grausamen Bilder sei ein regelrechter Shitstorm über ihn und seine Mitarbeiter hereingebrochen. Das heißt, seine Kollegen und er wurden von vielen Menschen persönlich beleidigt und bedroht. "So etwas wünsche ich wirklich niemandem", sagte er. Einige dieser Fälle sind auch zur Anzeige gebracht worden und der Staatsanwaltschaft bereits bekannt.

Weiterhin fehlt der Hafleg für das Schlachten schlichtweg das Personal mit der dafür nötigen Lizenz. "Wir haben uns aber auch nicht mehr ernsthaft nach neuen Mitarbeitern umgesehen", so der Geschäftsführer. Für den Rhinmilch-Verbund bedeutet das nun, dass er seine Rinder künftig zum Schlachten bis nach Teterow in Mecklenburg-Vorpommern transportiert. Das Fleisch kommt dann zur Reifung, zur Weiterverarbeitung und zum Verkauf wieder zurück nach Hakenberg. "Wir werden dann in der gewohnten guten Qualität weitermachen", erklärte Winter. Auch die bisherige Zusammenarbeit mit Kunden und Geschäftspartnern bleibe wie bisher bestehen. Der Geschäftsführer bedauert, dass der regionale Schlachtbetrieb, den auch anderen Tierhalter aus der Region in Anspruch genommen haben, unter diesen Umständen eingestellt werden muss: "Wir haben das über Jahre hinweg aufgebaut. Und alles wurde in drei Minuten zerstört." Der Betrieb zähle nun nur noch drei Mitarbeiter. Unter seiner Regie werde der Schlachtbetrieb, der nun leersteht, auch nicht mehr wiedereröffnet. "Das tue ich mir nicht noch einmal an", betonte der 57-Jährige.

Die Tierrechtsorganisation Animal Rights Watch (Ariwa), die die Aufnahmen an die Öffentlichkeit gebracht hat, sieht die Schließung des Schlachtbetriebs allerdings nicht als Erfolg. "Uns geht es ja darum, dass gar keine Tiere mehr getötet werden", sagte Ariwa-Sprecherin Sandra Franz am Montag. Die Tötung der Rinder werde nun einfach nur von Hakenberg nach Mecklenburg-Vorpommern verlagert. Für Ariwa und Fleischkonsumenten habe der Fall aber sehr deutlich gezeigt, dass die Schlachtung in kleinen und regionalen Betrieben nicht besser sei als in großen Häusern.(kus)

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