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Kunst
Galerie am Bollwerk hat Fontane im Blick

Ungewöhnlich: Auch in der Klosterkirche stehen Skulpturen.
Ungewöhnlich: Auch in der Klosterkirche stehen Skulpturen. © Foto: Eckhard Handke
Holger Rudolph / 14.04.2019, 21:30 Uhr - Aktualisiert 15.04.2019, 08:36
Neuruppin ( ) Sehr gut besucht war am Freitagabend die Vernissage zur Ausstellung "Fontane lesen – Mach Dir ein Bild davon" in der Galerie am Bollwerk.

Der Verein "Land(schafft)kunst" macht mit dieser Exposition im Rahmen seiner Biennale Station in Neuruppin. Die in Material und Gestalt sehr unterschiedlichen Objekte von 23 Künstlern sind bei einem Symposium im Frühsommer 2018 entstanden (RA berichtete).

Matthias Frinken vom Vorstand der Galerie freute sich: "Es ist wunderbar, dass wir Ihnen diese tolle Ausstellung präsentieren können." Kurt Tucholsky habe sich einst sehr geirrt, als er behauptete, dass der Ruhm der Romane Fontanes nicht von langer Dauer sein werde. Auch heute könne man sich noch vortrefflich, auch künstlerisch, mit seinem beeindruckenden Werk auseinandersetzen.

In der Neuruppiner Galerie am Bollwerk und in der Klosterkirche ist eine Fontane-Ausstellung zu sehen.
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Ausstellung "Fontane lesen" in der Galerie am Bollwerk

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Kurator Lothar Seruset war froh, dass nach einigen Schwierigkeiten mit den Genehmigungsbehörden letztlich die drei Skulpturen im Außenbereich sehr gut platziert wurden. Sogar die nahe Klosterkirche sei als Ausstellungsort einbezogen worden.

Der Kirchen-Gemeindepä­dagoge Thomas Klemm-Wollny lud die Besucher ein, ihn im Anschluss an die Eröffnungsreden und den Rundgang in der Galerie zur Kirche zu begleiten: "Es lohnt sich sehr. Raumgreifende Werke erhalten dort die ihnen zustehende Entfaltungsmöglichkeit." Ohnehin sei das Gotteshaus als Ort der geistigen Auseinandersetzung mit Fontane sehr geeignet, habe er diese doch in seinen Werken erwähnt.

Voll des Lobes war auch Bürgermeister Jens-Peter Golde (Pro Ruppin). Zurzeit seien die ganze Stadt und die Region vom sehr angenehmen Fontane-Virus infiziert. Dass sich mit der neuen Ausstellung 23 Künstler mit ganz unterschiedlichen Formaten dem großen Romancier widmeten, sei allerdings auch im durch das Fontanejahr gesteckten Rahmen noch etwas ganz Besonderes.

Kunstkritiker Carsten Probst legte dar, weshalb es Fontane gelungen ist, mit seinen Werken die Zeiten zu überdauern. Von vielen seiner Zeitgenossen rede längst niemand mehr. Er wolle den Literaturhistoriker und Fontanekenner Walter Jens zitieren, der es am besten auf den Punkt gebracht habe. Demnach leben Fontanes Figuren vom zeitlosen aufklärerischen Weltgeist. Die in der Ausstellung gezeigten Objekte seien "allesamt Versuche, aufzuzeigen, was von Fontanes Werken die seither vergangenen Zeitschichten überlebte".

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