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Brandschutz
Temnitzer Feuerwehr fordert weniger Bürokratie vom Land

Ehrung: Sebastian Giesert übergab eine Urkunde an Joachim Scheel, der seit 75 Jahren bei der Feuerwehr ist.
Ehrung: Sebastian Giesert übergab eine Urkunde an Joachim Scheel, der seit 75 Jahren bei der Feuerwehr ist. © Foto: Holger Rudolph
Holger Rudolph / 15.04.2019, 06:15 Uhr
Netzeband ([]) Urkunden, Orden und im Anschluss einen bis weit in die Nacht hinein dauernden Feuerwehrball gab es am Samstagabend in der festlich geschmückten Netzebander Temnitzkirche. Die Wehren des Amtsbereiches Temnitz ehrten langjährige Mitglieder. Doch es gab auch Kritik, denn die Brandbekämpfer sind nicht damit einverstanden, wie die Landesregierung mit ihrem Ehrenamt umgeht.

Amtsdirektor Thomas Kresse, der Ende September 2018 in diese Funktion gewählt worden war, berichtete von vielen Gesprächen, die er seitdem mit Vertretern der Wehren in den Temnitzer Gemeinden und Dörfern bereits geführt hat. Leider seien seine Möglichkeiten begrenzt, alle Missstände schnell zu beseitigen. Die Landesregierung bemühe sich zwar, mit neuen Gesetzen den freiwilligen Brandschutz zu entwickeln. Doch die tatsächlichen Probleme im ländlichen Raum habe sie dabei nicht ausreichend berücksichtigt. Beim Land werde leider lieber etwas für die Rettung der Wölfe als für die Rettung des ländlichen Brandschutzes auf freiwilliger Basis unternommen. Wie wenig die Wehrleute von solch allzu plakativem Tierschutz halten, wurde durch ihren starken Beifall klar, der durch Gelächter begleitet wurde.

Schwierig, Geld zu erhalten

Dem RA gegenüber präzisierte Kresse kurz darauf seine Kritik. Es gehe ihm vor allem um die bessere Ausfinanzierung. Wenn schnell Technik, Fahrzeuge oder Veränderungen an Gebäuden nötig werden, dann seien zwar verschiedene Fördertöpfe vorhanden. Doch es sei schwierig, tatsächlich etwas von diesem Geld zu erhalten. Die Antragstellung sei aufwendig, umständlich und zeitaufwändig.

Kresses Wunsch: "Das sollte  deutlich unbürokratischer ablaufen." Probleme gebe es vor allem mit den Feuerwehrgebäuden aus DDR-Bestand, die zu klein für die neuen Fahrzeuge sind. Den Wehrleuten dankte Kresse für ihre Arbeit und versprach: "Wir werden den finanziellen Rahmen nutzen, um auf Ihre Kritik einzugehen, können aber leider nicht alle Wünsche und Vorhaben sofort umsetzen."

Jedes Wochenende gefragt

Amtswehrführer Sebastian Giesert dankte allen ehrenamtlichen Brandbekämpfern für die Vielzahl geleisteter Einsätze in den zurückliegenden Monaten. Seit Jahresbeginn hätten die Wehrleute an jedem Wochenende raus gemusst, entweder zum Einsatz oder zur Fortbildung, um ständig hinsichtlich Technik und Strategie auf der Höhe der Zeit zu bleiben. Dass der Landtag nun beschlossen hat, dass es 200 Euro pro Jahr für jedes aktive Wehrmitglied gibt, sei nicht schlecht, könne aber nur ein Anfang sein.

Der Amtsausschussvorsitzende Burghard Gammelin (Linke) freute sich, dass an der Veranstaltung sehr viele junge Wehrleute teilnahmen. Die Temnitzer Feuerwehren hätten sich zwar zunächst sehr schwergetan, den Generationswechsel zu schaffen. Inzwischen sei dieser aber gut vollzogen worden.

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