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Schulumbau
Alle Fakten zur Gentz-Grundschule auf einen Blick

Judith Melzer-Voigt / 18.04.2019, 19:03 Uhr
Neuruppin (MOZ) Das war eine böse Überraschung für die Stadtverwaltung: Die Kritik seitens der Lokalpolitik am geplanten Umbau der Gentz-Grundschule hat das Rathaus nicht erwartet. Das erklärte Baudezernent Arne Krohn am Mittwochabend im Zuge einer Sondersitzung des Schul- und des Bauausschusses. Der Informationsstand sei nicht an die Öffentlichkeit gebracht worden, räumte Krohn ein. Das sollte nun nachgeholt werden.

Wie teuer wird der Umbau?

Für die Schulsanierung wurde ein Gestaltungswettbewerb ausgelobt. Der Gewinnerentwurf würde 14,5 Millionen Euro kosten. In der Summe enthalten sind zwei Millionen Euro, um die Schüler während des Umbaus in einem Containerdorf unterzubringen. Von der Summe sind 5,9 Millionen Euro Fördermittel, den Rest muss die Stadt stemmen.

Gibt es Sparmöglichkeiten?

Diese prüft die Verwaltung derzeit mit dem Architektenbüro. Laut Anne Schommler vom Bauamt ist im Gespräch, auf möglichst viel unnötige Technik zu verzichten. Auch über unterschiedliche Materialien wird gesprochen.

Gibt es andere Möglichkeiten?

Die gibt es zwar. Allerdings haben sie Haken. Die betreffen die Fördermittel: Ein Abriss samt komplettem Schulneubau würde laut Verwaltung 16,8 Millionen Euro kosten. In dem Fall würde es nur rund 1,1 Millionen Euro Fördermittel geben. Der Eigenanteil wäre also viel höher. Ein Neubau an einem neuen Standort würde mit 14,4 Millionen Euro plus x zu Buche schlagen. Kosten beispielsweise für einen Grundstücksankauf und die Erschließung kann das Rathaus noch nicht vorhersagen. Außerdem müssten rund 1,2 Millionen Euro an Fördermitteln zurückgezahlt werden, die für die Gestaltung des Schulhofes der Gentz-Grundschule geflossen sind. Die Sanierung des jetzigen Schulhauses wurde ebenfalls kalkuliert: 11,4 Millionen Euro würde sie kosten. Das geplante Raumkonzept fürs gemeinsame Lernen wäre dann laut Verwaltung aber nicht mehr möglich. Auch würden die Kinder nur eine Einfeld-Halle bekommen.

Die Entwürfe der Zweit- und Drittplatzierten beim Gestaltungswettbewerb wurden ebenfalls durchgerechnet: Sie würden mit 17,2 beziehungsweise 14 Millionen Euro zu Buche schlagen.

Ist  der Umbau notwendig?

Die Wilhelm-Gentz-Grundschule befindet sich in einem DDR-Bau des Typs Erfurt. Dort soll in den kommenden Jahren ein ehrgeiziges Projekt umgesetzt werden: das gemeinsame Lernen von Kindern mit und ohne Behinderung, vor allem im Sprachbereich. Dazu bedarf es verschiedener Voraussetzungen: eine komplette Barrierefreiheit, besondere Anforderungen an die Geräuschkulisse in den Räumen und ein vollkommen anderes Raumkonzept. Das ist vor Ort derzeit nicht umsetzbar, bestätigte die stellvertretende Schulleiterin Kerstin Hummel am Mittwoch.

Lohnt sich der Umbau?

Sozialdezernent Thomas Fengler bestätigt das. Die Grundschulen in der Stadt sind alle komplett gefüllt. Laut Prognosen bleiben die Schülerzahlen stabil. Im Jahr 2030 sollen sie bei 1 525 liegen. Nico Ruhle (SPD) befürchtete am Mittwoch, dass die Grundschulen am Weinberg und Gildenhall gefährdet sind, wenn die Gentz-Schule größer und vor allem attraktiver für Eltern wird. Thomas Fengler beruhigte: Wenn die Grundschulen in der Stadt etwas weniger Kinder beherbergen, komme endlich wieder der Normalbetrieb zustande. Außerdem werde das Konzept des gemeinsamen Lernens irgendwann überall umgesetzt. Daher wird der Raumbedarf ein vollkommen anderer sein.

Was wird für den Schulumbau gestrichen?

Die Verwaltung versichert, dass nichts dem Rotstift zum Opfer fallen wird. Nur Vorverträge mit Firmen, beispielsweise für den Umbau der Kita Tabaluga oder den Radweg zwischen Wulkow und Gildenhall, könnten noch nicht abgeschlossen werden. Ob das aber jetzt noch Bestand hat, wird sich am 13. Mai zeigen. Denn auch Kämmerer Thomas Dumalsky wurde von den Mehrkosten überrascht. Er muss nun Wege zur Finanzierung finden.

Blick in dieZukunft

Die Grundschule wird laut Sabine Supke vom Neuruppiner Amt für Stadtentwicklung bis 2025 zirka 220 Schüler haben. Danach sinkt die Zahl leicht.

60 Prozent der jetzigen Schüler besuchen vor Ort den Hort. 20 Mädchen und Jungen brauchen eine sonderpädagogische Betreuung.⇥jvo

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