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Ehrung
Up-Hus als Denkmal des Monats ausgezeichnet

Geehrt: Gabi Lettow (Mitte) nahm die Auszeichnung von Ministerin Kathrin Schneider und Bürgermeister Jens-Peter Golde entgegen.
Geehrt: Gabi Lettow (Mitte) nahm die Auszeichnung von Ministerin Kathrin Schneider und Bürgermeister Jens-Peter Golde entgegen. © Foto: Holger Rudolph
Holger Rudolph / 19.05.2019, 22:49 Uhr
Neuruppin Um ein Denkmal des Monats reicher ist die Stadt Neuruppin seit Samstagnachmittag. Die Arbeitsgemeinschaft Städte mit historischen Stadtkernen verlieh die Auszeichnungsplakette an das Up-Hus. Gleichzeitig wurde die Ausstellung "(Neu)Ruppin ist eine Reise wert!" eröffnet. Das Up Hus beteiligte sich zudem an der Aktion "Hereinspaziert", in dem viele Neuruppiner ihre Höfe für Besucher öffneten.

Das 1692 bis 1694 errichtete Up-Hus im Hof der Siechenhauskapelle ist das älteste erhaltene Fachwerkgebäude der Stadt. Eigentümerin Gabi Lettow sanierte das Gebäude 1995/96. Heute ist das Up-Hus ein Teil des von Lettow betriebenen Hotels "Up-Hus-Idyll". Bürgermeister Jens-Peter Golde (Pro Ruppin) freute sich, dass mit der neuen Auszeichnung für das Up-Hus die Stadt bereits über 14 Denkmäler des Monats verfügt. Nur Wittstock bringe es ebenfalls auf 14 Auszeichnungen, Kyritz folge mit elf. Fast habe er gedacht, dass Gabi Lettow selbst für all das, was sie für die Stadt tue, zum Denkmal des Monats erklärt werde, witzelte Golde. Es sei sehr gut, dass Lettow bei der Sanierung von Up-Hus und Siechenhauskapelle mit Fördermitteln von Bund und Land unterstützt wurde, stellte Golde weiter fest. Dieses Geld sei in ihre Vorhaben bestens  investiert. Denn die Bauingenieurin Lettow habe bei der Sanierung sehr viel Feingefühl bewiesen. Das Fazit des Bürgermeisters: "Hier zeigt sich wieder einmal der Kern vom Neuruppiner Kulturtourismus. Er besteht aus privatem Engagement, gepaart mit Können."

Brandenburgs Infrastrukturministerin Kathrin Schneider (SPD) lobte, dass die Auszeichnung nicht nur das einzigartige historische Gebäude ehre, sondern auch "einen so aktiven Menschen wie Frau Lettow". Die Stadt Neuruppin sei bislang mit insgesamt 80 Millionen Euro an Städtebaufördermitteln unterstützt worden. Jeder durch die öffentliche Hand vergebene Euro ziehe sieben weitere Euro an privaten Investitionen nach sich, was sich positiv auf die Wirtschaft auswirke. Letztlich passe die Ehrung auch zum Fontanejahr, so die Ministerin. Werde doch das Up-Hus als Hotel genutzt, in dessen Innenhof es sich hervorragend speisen lasse. Schneider: "Fontane war ein Feinschmecker.  Er sei kein Freund halber Portionen, hat er einmal gesagt."

Gabi Lettow sagte lächelnd, dass sie erst jetzt verstehe, dass Freunde und Bekannte sie seinerzeit warnten, als sie die historischen Gebäude sanieren wollte. Dass letztlich alles geklappt habe, liege daran, dass sie stets tolle Handwerker fand. Sehr gut sei auch der Tischler, der die Fenster und Türen anfertigte und einbaute. Allerdings musste sie damals feststellen, nachdem sie ein paar Wochen nicht in der Stadt war, dass alle Fenster waagerecht eingesetzt waren. Das uralte Fachwerk verlief aber teils mit deutlicher Verwinkelung. Also musste der Tischler die Fenster neu montieren. Schief, so wie es sich für ein unter Denkmalschutz stehendes Gebäude eben gehört. Schließlich gab es noch ein paar Informationen zur Geschichte des Hauses. Sechs je 25 Quadratmeter kleine Wohnungen hätten sich einst darin befunden. Die Stadt gab Familien, die unverschuldet in Not geraten waren, dort die Möglichkeit zum kostenfreien Wohnen. Sie deutet den Begriff Up-Hus so, dass es sich um ein offenes Haus gehandelt habe, während Geschichtswissenschaftler davon ausgehen, dass es eher ein Haus mit aufgesetzter, hervorstehender erster Etage gewesen sei. Offen werde ihr Haus, wie auch die kleine Kirche, weiterhin für alle sein, die dort Gastlichkeit und Kultur erleben wollen.

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