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Ortsjubiläum
Volles Programm zum Geburtstag

Der Tanz unterm Maibaum hat in Königshorst lange Tradition, wie historische Aufnahmen belegen, auf die das Chronikteam bei seiner Recherche gestoßen ist.
Der Tanz unterm Maibaum hat in Königshorst lange Tradition, wie historische Aufnahmen belegen, auf die das Chronikteam bei seiner Recherche gestoßen ist. © Foto: privat
Siegmar Trenkler / 01.06.2019, 08:00 Uhr
Königshorst (MOZ) Seit Anfang des Jahres wird in Königshorst und den Gemeindeteilen Lobeofsund, Mangelshorst, Nordhof, Sandhorst, Fredenhorst und Seelenhorst daran gearbeitet, pünktlich zur 300-Jahr-Feier am 10. August eine neue aktualisierte Chronik der Orte vorzustellen, die bei den Feierlichkeiten angeboten werden soll (siehe Infokasten).

Die Geschichte zusammenzustellen, war für die Teams, die sich dafür in den Orten gebildet haben, nicht ganz einfach. Denn nicht alle konnten von umfänglichen Vorarbeiten profitieren, wie es sie beispielsweise für Königshorst gab, oder wie sie in den 1990er-Jahren fürs Kirchenjubiläum erstellt wurde, berichtet Friederike Schulze-Hülshorst vom Chronikteam. Darüber hinaus lebten Menschen schon weitaus länger in der Luchgegend als nur in den vergangenen drei Jahrhunderten, wie Überreste einer slawischen Besiedlung aus dem 8. bis 10. Jahrhundert belegen, die 1981 nordöstlich von Königshorst gefunden wurden.

Der Einfachheit halber wurde sich bei der Chronik daher auf die Zeit seit 1719 konzentriert. Einige Jahre zuvor, im Mai 1714, hatte der Soldatenkönig, Friedrich Wilhelm I., die Bildung eine Kommission angeordnet, die die Vorarbeiten dafür leisten sollte, das Luch trockenlegen zu lassen. Weil jedoch vier Jahre später noch keine Ergebnisse vorlagen, beauftragte der König Ende Januar 1718 den Oberjägermeister Samuel von Hertefeld damit, der seinen Bericht nur wenige Wochen später vorlegte. 38 000 Taler hatte er als Kosten veranschlagt, deren anteilige Bezahlung aber von den umliegenden Gutsbesitzern aus Angst, sich zu verschulden, verweigert wurde. Kurzerhand bewilligte der König einen Vorschuss von 5 000 Talern, der inklusive  Zinsen im Nachhinein eingetrieben werden sollte.

Soldatenkönig legte Namen fest

Im Mai 1719 waren bereits 1 000 Arbeiter mit dem Trockenlegen des Luchgebiets beschäftigt, das bis ins Jahr 1725 dauerte. 1719 war das königliche Domänenamt Königshorst, das damals noch Arendshorst hieß, gegründet worden. Die ersten Gebäude waren ein Viehstall und ein Wirtschaftshaus. Weil der König Milchwirtschaft im holländischen Stil betreiben wollte, wurden holländische und friesische Kühe angeschafft. Die Bauzeichnungen fürs erste Wohnhaus ließ sich der König aus Den Haag liefern. Als er die Horste 1719 ein zweite Mal besuchte, wurde der damalige Name "Königs Horst" von ihm höchstpersönlich festgelegt.

Das Programm zur 300-Jahr-Feier am 10. August

Mit einem Gottesdienst um 10 Uhr beginnt der Festtag. Nächster Programmpunkt ist ein Umzug, für den jeder Ortsteil einen Wagen entsprechend der Geschichte gestaltet hat. Auch die Feuerwehren aus Königshorst und Lobeofsund, der Nauener Heimatverein, eine Semnonengruppe sowie die Schützenvereine aus Fehrbellin und dem westfälischen Senden nehmen am Umzug teil.

Der Umzug endet am Gutshaus, wo im Frühjahr dieses Jahres eine Linde gepflanzt worden ist. An dieser Stelle werden eine Zeitkapsel vergraben, eine Bank aufgestellt und ein Gedenkstein gesetzt, der an die Festlichkeiten zur 300-Jahr-Feier erinnern soll.

Ein historischer Markt findet danach an der ehemaligen Kleinen Schule statt. Dort erwartet die Besucher eine Vielzahl von Angeboten. Unter anderem werden dort noch einmal die einzelnen Wagen der Ortsteile vorgestellt, bevor die Anwesenden über den besten Beitrag abstimmen können. Für eine Hauch Geschichte werden die Trachten sorgen, in denen die Mitglieder des Nauener Heimatvereins auftreten wollen. Kunsthandwerker und andere werden ihre Waren feilbieten: von Büchern der Edition Rieger bis hin zu Holzartikeln. Dazwischen wird es Stände mit altem Handwerk geben, eine Modenschau, eine Spiel- und Bastelecke sowie Ponyreiten für Kinder. Die rund 100-seitige Chronik, die derzeit erarbeitet wird, soll als Hardcoverversion verkauft werden. Die zahlreichen Bilder, die das Chronikteam bei seiner Recherche zutage gefördert hat, werden zudem in einem Diavortrag in der Feuerwehr gezeigt. Auch ein Dokumentarfilm, der zu DDR-Zeiten im Luch gedreht wurde, wird aufgeführt. Dann gibt es noch Kuhroulette, einen Vortrag zur Butterakademie, ein Dorfquiz, einen Kartoffelschälwettebwerb und vieles mehr. Ab 19 Uhr kann getanzt werden.⇥zig

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