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Film-Projekt
Kein gewöhnlicher Schülerfilm

Achtklässler der Puschkinschule haben im Projekt "Filmen macht Schule" die Doku "Der See ist unser Brot" gedreht, die die Arbeit des Neuruppiner Fischers Rüdiger Purand, seiner Frau Barbara und seines Sohnes Michael zeigt, der in seine Fußstapfen getreten ist.
Achtklässler der Puschkinschule haben im Projekt "Filmen macht Schule" die Doku "Der See ist unser Brot" gedreht, die die Arbeit des Neuruppiner Fischers Rüdiger Purand, seiner Frau Barbara und seines Sohnes Michael zeigt, der in seine Fußstapfen getreten ist. © Foto: Veranstalter
Siegmar Trenkler / 15.06.2019, 19:59 Uhr
Neuruppin (MOZ) Wer einen ganz normalen Schülerfilm erwartet hatte, wurde am Donnerstagabend bei der Vorführung von "Der See ist unser Brot" im Unionkino gehörig überrascht. Für die Premiere des etwas mehr als 20-minütige Streifens hatte das Kino einen Saal kostenlos zur Verfügung gestellt. Der Film, den die Achtklässler der Puschkinschule im zu Ende gehenden Schuljahr im Rahmen des Projekts "Filmen macht Schule" gedreht haben, zeigt nahbar, unaufdringlich und auf einfühlsame Weise das Bild eines Berufs, der aus der Zeit gefallen zu sein scheint. Die Schüler hatten Rüdiger Purand und seinen Sohn Michael begleitet, die als Fischer den Ruppiner See bewirtschaften, sowie Barbara Purand, die die Fische auf dem Markt verkauft.

Es ist gerade der künstlerische Anspruch, den das Film-Projekt stellt, der in jedem Jahr aufs Neue für überraschte Reaktionen von Eltern, Lehrern und allen anderen Zuschauern sorgt, wie Projektleiter Dr. Jon Echeverria erklärt. Dafür schauen die Kinder zuerst Filmausschnitte, analysieren diese und lernen so, wie Filme funktionieren. Dass davon vieles hängenbleibt, bewies die Vorstellung im Kino, in deren Anschluss die Jugendlichen genau erklären konnten, warum sie wie vorgegangen waren, wozu einzelne Szenen ihres Films dienten und was sie mit ihnen bewirken wollten. Als Lohn für die Arbeit bekamen die jungen Filmemacher nicht nur viel Applaus von den Zuschauern, sondern auch Lob vom Dokumentarfilmer Volker Koepp dessen Werk "Märkische Ziegel" am Donnerstagabend ebenfalls gezeigt wurde, weil es für das Projekt als Inspiration gedient hatte. "Ich würde mir wünschen, dass manche Filmstudenten, die ich hatte, im zweiten Jahr einen so guten Film abliefern würden", sagte er anerkennend.

Die Puschkinschule war eine von fünf Schulen, die sich in Brandenburg in diesem Jahr an dem Projekt beteiligt hatten. Sobald die Premieren der anderen Projektfilme abgeschlossen ist, kann sich ab kommender Woche jeder das Ergebnis online auf bit.ly/2XLiB5J anschauen, wo alle  seit Projektbeginn entstandenen Filme abgerufen werden können. Weitere Infos gibt es auf www.cinemaencurs.org/de.

Das Projekt "Filmen macht Schule"

Das Filmprojekt wurde vor 14 Jahren in Spanien gestartet. Seit drei Jahren können auch Brandenburger Schulen daran teilnehmen. Dabei entstehen Dokumentarfilme, die es neben dem Vermitteln von Filmtechniken zum Ziel haben, die jugendliche Teilnehmer dazu zu bringen, sich auch mit ihrer Umgebung und der Geschichte der Orte auseinanderzusetzen.

Wer daran teilnehmen möchte, kann sich einfach an Dr. Jon Echeverria wenden: jonec@kijufi.de. Er setzt sich mit Interessenten in Verbindung und erläutert die Anforderungen, die bei der Vorbereitung zu beachten sind.  Das Projekt erforderte Lehrkräfte und Platz im Stundenplan. ⇥zig

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