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Faustball
Ein bisschen Lotterie

In der Annahme gefragt: Stev Lewinski vertrat am Sonnabend Michael Hilker auf der zentralen Position. Die Fehrbelliner verabschiedeten sich mit einem Sieg aus der Feldsaison.
In der Annahme gefragt: Stev Lewinski vertrat am Sonnabend Michael Hilker auf der zentralen Position. Die Fehrbelliner verabschiedeten sich mit einem Sieg aus der Feldsaison. © Foto: Gunnar Reblin
Gunnar Reblin / 08.07.2019, 07:15 Uhr
Fehrbellin (moz) Eine Niederlage noch in den Köpfen, und mit einem verlorenen Satz ins zweite Turnierspiel gestartet, dann aber rafften sich die Zweitliga-Faustballer des SV 90 Fehrbellin noch einmal zusammen. Und sie schwangen sich vor den eigenen Fans zu einem versöhnlichen Saisonabschluss auf. Denn drei Sätze später stand der 3:1-Erfolg gegen Chemie Zeitz fest. Somit gingen die Rhinstädter am Sonnabend mit einem Erfolg aus der Feldsaison. Beim Blick auf die Tabelle stellte sich ohnehin Zufriedenheit ein. Denn mit Platz drei zählen die Fehrbelliner einmal mehr zu den Top-Teams in der 2. Bundesliga.

Einen Wermutstropfen gab es jedoch: Die Verletzung von Oliver Wille trübte die Stimmung. Er hatte sich im ersten Spiel gegen Bademeusel im ersten Satz schwer an der Schulter verletzt (siehe Streiflicht unten). Kurzerhand musste Maximilian Jäkel aufs Feld. Der erfahrene Abwehrspieler plagt sich seit Längerem mit Rückenproblemen herum. Nach dem Abschlusstraining am Donnerstag hatte Jäkel abgewunken – es reicht noch nicht, so sein Fazit. Für den Notfall hatte er aber seine Tasche gepackt. Zum Glück für die 90er, die sonst in Unterzahl bei ihrem Heimturnier hätten weiterspielen müssen.

Personalkarussell angeschoben

Dabei hatten die Rhinstädter wiederum das Personalkarussell angeschoben – anschieben müssen. Für Roland Weinhold, Henning Christ, Paul und Michael Hilker rutschten Oliver Wille, Tizian Sehmsdorf, Stev Lewinski, Benjamin Münchow – und schließlich auch Maximilian Jäkel im Vergleich zum Heimturnier vor einer Woche ins Team. Die fortwährenden Umstellungen zogen sich wie ein roter Faden durch die Feldsaison.

Beim Heimturnier, das den Abschluss der Saison bildete, ging es am Samstag ein bisschen wie bei einer Lotterie zu. Denn böiger, kaum zu berechnenden Wind und später gar noch Regen erschwerten das Spiel. Dazu kam, dass die Gäste aus Bademeusel zwei Titelmatches vor der Brust hatten. Das erste meisterten sie mit Bravour, jedoch ohne Glanz: 3:0 gegen DjK Berlin. Gegen die heimstarken Hausherren "müssen wir aber noch eine Schippe darauflegen", hatte Kapitän Richard Smoller seine Teamkollegen eingeschworen. Es sollte das erwartete Duell auf Augenhöhe werden. Der erste Satz verlief bis zum 4:4 ausgeglichen. Dann setzte sich Bademeusel auf 8:5 ab, 90er-Kapitän Marten Christ waren zwei Aufschlagfehler unterlaufen. Einfache Punkte für den Gast. Die Fehrbelliner kämpften sich noch einmal heran. Der Punkt zum 9:10 wurde jedoch durch die Verletzung von Wille teuer bezahlt. Starke Abwehr von Wille, perfekter Aufbau, Schlag Münchow – Punkt. Schließlich bescherte Smoller Bademeusel  den ersten Satzgewinn. Sein Angriffsball rutschte Münchow über den Unterarm.

Im zweiten Satz setzten sich wiederum die 90er auf 9:5 ab. Münchow wurde immer schlagsicher an der Leine. Nach einer Auszeit gelangen Bademeusel vier Punkte in Folge. Smoller befand: "Wenn das Publikum ruhig ist, war alles gut." Doch die Fehrbelliner blieben cool, holten sich den Satz mit zwei Punkten.

Die Durchgänge drei und vier gingen aber an die Bademeuseler. "Da hat es bei uns überall ein bisschen gehakt. Wir waren in allen Mannschaftsteilen nicht konsequent genug", analysierte Fehrbellins Angreifer Münchow. "Vielleicht fehlte auch der letzte Tick an Spannung, weil es für uns ja um nichts mehr ging, für quasi für die Galerie gespielt haben", führte er weiter an.

Den Bademeuselern war’s egal, sie verdrängten  damit den TSV Lola noch von Platz eins und die Meisterschaft holten. Ob sie jedoch das Aufstiegsturnier – jeweils der Erste und Zweite der Staffeln Ost und Nord sind dafür qualifiziert –, ist fraglich. Tenor am Samstag: "eher nicht". Auch die Fehrbelliner, die als Tabellendritter nachrücken könnten, sind abgeneigt. Der personelle Schuh drücke zu sehr, alle Fehrbelliner sind beruflich und privat zu sehr eingespannt, um höhere Aufgaben angehen zu können.

Zumindest gelang der versöhnliche Abschluss mit dem Sieg gegen Zeitz. Münchow: "Wichtig für unsere Fans und unsere Brust." Er sah nach dem Satzverlust zu Beginn, Fehrbelliner, die mit dem nassen Rasen besser zurecht kamen. "Wir haben die Bälle super angenommen, die Zuspiele waren klasse."

2. Faustball-Bundesliga,Ost-Staffel

Ergebnisse 10. und letzter Spieltag:DjK Berlin - Chemie Zeitz ⇥0:3Satzstände: 9:11, 9:11, 4:11Fehrbellin - Bademeusel ⇥1:3Satzstände: 9:11, 11:9, 8:11, 7:11DjK Berlin - Bademeusel ⇥0:3Satzstände: 10:12, 5:11, 9:11Fehrbellin - Chemie Zeitz ⇥3:1Satzstände: 9:11, 11:9, 11:6, 11:5

Abschlusstabelle:1. SG Bademeusel⇥14  40:12    26:22. TSV LoLa⇥14  38:11     24:43. SV 90 Fehrbellin⇥14  33:21    20:84. VfK 1901 Berlin II⇥14  27:30  12:165. SG Chemie Zeitz⇥14  26:29  12:166. Stern Kaulsdorf⇥14  25:29  10:187. DjK Süd Berlin⇥14   11:37    6:228. TSV Schülp⇥14  10:41    2:26

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Saisonabschluss Benjamin Münchow Turnierspiel Oliver Wille Fußball

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