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Tierschutz
Großeinsatz auf der Pferdekoppel

Brian Kehnscherper / 11.07.2019, 21:16 Uhr
Linow (MOZ) Der Kreis war am Donnerstag mit einem Großaufgebot aufgerückt, um 50 Pferde zu sichern. Weil nicht klar war, wie die Halter der Tiere darauf reagieren, und um den Einsatz abzusichern, war die Polizei unter anderem mit einem Mobilen Einsatzkommando (MEK) im Einsatz.

Die Polizeibeamten und Vertreter des Amts für Verbraucherschutz und Landwirtschaft trafen sich für die konzertierte Aktion an der Bildungsstätte in Linow. Unter dem Schutz der Polizei suchte Amtstierärztin Simone Heiland das Gehöft eines mutmaßlichen Halters auf, um eine Ordnungsverfügung zur Pferdehaltung zu übergeben. Anschließend ging es auf die Weide nahe Linow, wo die 50 Tiere in Transporter verladen und weggefahren wurden.

Das Veterinäramt beobachtet die Pferde bereits seit geraumer Zeit und wirft den Haltern diverse Verstöße gegen das Tierschutzrecht vor. Die Vierbeiner hätten keinen Witterungsschutz und würden nur unzureichend ernährt. Zudem flüchteten in der Vergangenheit wiederholt Pferde von der Weide und standen auf der Straße. Dabei kam es zu Verkehrsunfällen. Ein Tier ertrank in einem Wassergraben.

Einer der Halter, hat bereits seit geraumer Zeit ein Pferdehaltungs- und -betreuungsverbot vom Landkreis Uckermark erhalten. Erst am Mittwoch vor der Aktion hatte er die Tiere deshalb an Peter Martin übertragen. Allerdings besteht auch gegen ihn ein Haltungsverbot. Martin stieß während der Verladung der Tiere dazu und erhob Vorwürfe gegen den Landkreis. Nach seinen Schilderungen hätten Mitarbeiter eines Agrarbetriebs die Weidezäune beschädigt, um den Pferdehaltern zu schaden. Deshalb seien die Tiere ausgebrochen. Das Veterinäramt blicke darüber hinweg. Zudem habe er Anzeige gegen die Behördenleiterin Heiland wegen Amtsmissbrauchs erstattet.

Anzeige gegen Amtstierärztin

Während der Aktion stieß auch Manuela Nikolaus dazu. Ihr gehört die Weidefläche. Auch sie darf keine Pferde mehr halten. 2013 nahm der Landkreis ihr wegen Verstößen gegen das Tierschutzgesetz 160 Pferde weg. Nikolaus wirft dem Kreis vor, damals zwei Tiere eingeschläfert zu haben, ohne dass es nötig gewesen wäre. Zudem seien Stuten mit Fohlen transportiert worden, obwohl dies laut Transportverordnung nicht zulässig sei. Mehrere Verfahren wegen der Vorfälle aus 2013 sind noch offen. Damals wie heute sieht Nikolaus keinen Grund, die Pferde wegzunehmen. Sie seien bei Zuchtverbänden registriert. Auch die 2013 beschlagnahmten Tiere seien hochwertige Zuchtpferde gewesen.

Amtstierärztin Heiland weist das zurück. Das Gegenteil sei der Fall. Die meisten der Tiere seien nicht registriert gewesen, es habe nicht einmal Pässe gegeben. Bei den eingeschläferten Tieren hätte es aufgrund ihres schlechten Zustands keine andere Möglichkeit gegeben. Sie wies Nikolaus darauf hin, dass sie trotz Verbots selbst zugegeben habe, weiterhin Pferde gehalten zu haben. Auf weitere Vorwürfe wollte die Kreisveterinärin aufgrund laufender Verfahren nicht eingehen. Es dürften weitere hinzukommen. Nikolaus hat angekündigt, rechtliche Schritte einzuleiten.

Tierschutzgesetz

Das Tierschutzgesetz soll das wohlergehen der Tiere sicherstellen. Demnach darf kein Mensch einem Tier "ohne vernünftigen Grund (...) Schaden zufügen". Die Haltung von Nutztieren ist darin exakt geregelt.⇥bk

Schlagwörter

Pferdekoppel Simone Heiland Halter Peter Martin Großaufgebot

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