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Altlasten
Neuruppiner Flugplatz wird untersucht, bevor dort Wohnungen entstehen

Auf dem Flugplatz liegt manchmal Schnee. Was unter dem Gelände an möglichen Altlasten liegt, soll nun untersucht werden.
Auf dem Flugplatz liegt manchmal Schnee. Was unter dem Gelände an möglichen Altlasten liegt, soll nun untersucht werden. © Foto: Eckhard Handke
Siegmar Trenkler / 13.08.2019, 18:15 Uhr
Neuruppin (MOZ) Die Neuruppiner Stadtverwaltung setzt große Hoffnungen in ein Wohngebiet, das auf dem ehemaligen Militärflugplatz entstehen soll. Raum für bis zu 260 Wohneinheiten sieht Sabine Supke, die Leiterin des Amts für Stadtentwicklung. Nicht unwichtig ist auch, dass die Hälfte der Fläche, um die es geht, der Stadt gehört. Statt privater Investoren könnte so also die Kommune selbst von der Entwicklung des Areals profitieren.

Viele bekannte Schadstoffe

Doch bevor es losgehen kann, muss ein großes Problem gelöst werden: die Hinterlassenschaften. Aufgrund der jahrzehntelange Nutzung der Fläche durch die sow­jetischen Streitkräfte, aber auch durch eine Müllkippe wird einiges an Schadstoffen im Boden und im Grundwasser vermutet. Mit Mineralölen, polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK), leichtflüchtigen Kohlenwasserstoffen und Schwermetallen wird dort gerechnet, aber auch mit Schuttablagerungen und anderen Hinterlassenschaften. Gewissheit soll eine orientierende Untersuchung geben, die seit Dienstag auf einer etwa zehn Hektar großen Fläche läuft. Jeweils 100 000 Euro haben die Stadt und das Land bereitgestellt, um zu erfahren, wie es um die Kontamination des Gebiets bestellt ist.

Dafür werden auf der Fläche zuerst einmal bis zu einer Tiefe von 35 Zentimetern mit Grabungen in einem in 100 Einzelstücke unterteilten Raster Bodenproben genommen. Zudem sollen acht neue Grundwassermessstellen hinzukommen. Ältere gibt es noch aus dem Monitoring, das nach der Entwicklung eines Teilgebiets des Flugplatzes in den 1990er-Jahren vorgeschrieben war. Die sinkenden nachgewiesenen Belastungen im Monitoring geben laut Sylvia Schulze, die die Sanierung im Bauamt betreut, zumindest Anlass zu vorsichtigem Optimismus.

Ergebnisse im Oktober

Bis zum Oktober sollen die Ergebnisse der orientierenden Untersuchung vorliegen.  Auf deren Grundlage wird entschieden, wo weiter sondiert werden muss, um wirklich Gewissheit darüber zu erlagen, ob es  mögliche Gesundheitsgefahren gibt. Erst danach soll über einen Sanierungsplan entschieden werden, und vor allem, ob der Aufwand gerechtfertigt ist. Mit einem so problematischen Fund, dass die Pläne abgeblasen werden müssen, rechnet Supke nicht. "Es wird bestimmt keine großen Überraschungen geben, weil wir schon mit dem Schlimmsten rechnen", glaubt auch Bürgermeister Jens-Peter Golde (Pro Ruppin). Die Möglichkeit bleibt aber. "Wenn durch die Sanierung am Ende ein Preis von 500 Euro pro Quadratmeter herauskommt, oder die Sanierung zu lange dauern würde, müssen wir umdenken", so Neuruppins Baudezernent Arne Krohn. Schließlich wird weiteres Bauland schon jetzt benötigt und nicht erst in 15 Jahren.

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Infokästen haben ab sofort keinen blauen Punkt vorne, sondern nur einen gefetteten Anlauf. Und am Ende steht ein Kürzel.⇥kürzel

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