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Games Camp
Unerwartetes Happy End

Ihr erstes eigenes Spiel: Antonija Ramovic, Nina Austel und Stacy Auerswald (von links) lassen in ihrem Game den Spieler als Fontane-Enkel Aufgaben lösen.
Ihr erstes eigenes Spiel: Antonija Ramovic, Nina Austel und Stacy Auerswald (von links) lassen in ihrem Game den Spieler als Fontane-Enkel Aufgaben lösen. © Foto: Markus Kluge
Markus Kluge / 13.08.2019, 20:11 Uhr
Neuruppin (MOZ) Wer hätte das gedacht: Effi Briest kehrt der Männerwelt den Rücken und verbringt den Rest ihres Lebens mit Marie auf einem Bio-Bauernhof – glücklich und zufrieden. Dass sein Roman mit einem solchen Happy End hätte ausgehen können, wäre in Zeiten des Autors Theodor Fontane (1819 bis 1898) nie möglich gewesen. Heute ist das aber kein Problem – vor allem nicht in der Welt der Computerspiele. Finn Moll und Alina Rupp sind zwei der 50 Teilnehmer, die sich am zweiten Games Camp "Word & Play" im Rahmen des Fontanejubiläums in Neuruppin beteiligten haben. Die Teilnehmer entwickelten dabei ihr eigenes Brett- oder Computerspiel. Während in dem Spiel von Finn und Alina Romanfigur Effi ins 21. Jahrhundert versetzt wird und der Spieler über Textpassagen und Fragen selbst den Verlauf der Story bestimmt, gilt es bei vielen anderen Games Aufgaben zu lösen.

Aliya Al Anane aus Berlin und Lukas Raaz aus Nordhorn haben ein 3D-Spiel "Forbidden Love" – also "Verbotene Liebe" – programmiert, in dem Effi ihren Geliebten finden muss. In einer programmierten Stadt irrt der Spieler durch die Gassen, in denen er sich bei verschiedenen Figuren Tipps holen kann, wo der Geliebte steckt. Das Problem: Auch Effis Mann ist dort unterwegs. Entdeckt er sie, heißt es "Game Over".

Zehn Tage dauerte das Camp. Zwei davon verbrachten die jungen Leute im Museum und beschäftigten sich mit Fontane. "Vorher habe ich von ihm noch nie was gehört", räumt Stacey Auerswald aus Sachsen ein. Nun sei sie über Fontane gut im Bilde. Für die meisten anderen war vor allem die Novelle "John Maynard" ein Begriff, weil sie zum Schulstoff gehört.

"Es sind aber trotzdem gute Ideen für Spiele entstanden", lobt Gamesdesigner Julian Röth, der den Teilnehmern gezeigt hat, wie von der Idee, dem Verfassen der Story bis zum Programmieren ein Spiel entsteht. Röth hätte sich mehr Zeit dafür gewünscht, dass sich die Jugendlichen noch intensiver mit Fontane beschäftigen können. "Dann hätten wir noch tiefer in die Materie eintauchen können und manche Spiele wären noch besser geworden", meint Röth. Die Ergebnisse des Games Camp können demnächst im Neuruppiner Museum besichtigt und ausprobiert werden.

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