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Bahnhofsfest
Eine Party an der Schiene

Jürgen Rammelt / 02.09.2019, 10:15 Uhr
Rheinsberg Die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft Rheinsberger Bahnhof hatten am Wochenende gleich zwei gute Gründe zum Feiern: Zum einen war es das 120-jährige Bestehen der Bahnlinie von Löwenberg nach Rheinsberg. Zum anderen galt es, das Bahnhofsfest zum 20. Mal zu veranstalten.

Dafür hatte die vornehmlich aus Männern bestehende Truppe in den letzten Tagen und Wochen die Ausstellungsräume im Lokschuppen auf Vordermann gebracht. Es wurden die Exponate geputzt und Farbschäden ausgebessert. Die Draisine musste nach einer illegalen nächtlichen Spitztour repariert werden und der alte Transportwagen für die Brennstäbe des Kernkraftwerks erhielt einen neuen Farbanstrich.

Doch am Wochenende war alles geschafft. Da musste nur noch das Wetter mitspielen. Schön sollte es sein, aber auch Regen war gewünscht.  Zumindest vorher, denn es hatte sich der Sonderzug mit einer Dampflok angekündigt. Aber die sollte nur fahren, wenn keine Waldbrandgefahr besteht. So war die Erwartung bei Udo Blankenburger, dem Vereinsvorsitzenden, und seinen Mitstreitern groß. Der Wunsch nach etwas Regen ging nicht in Erfüllung. Und so erreichte der Sonderzug am Sonnabend mit einer vorgespannten Diesellok V 119 den Rheinsberger Bahnhof. "Die Enttäuschung bei den meisten Fahrgästen war sicher groß.", sagte Blankenburger. "Aber wer soll für den Schaden aufkommen, wenn bei dieser Trockenheit ein Brand entsteht?" Die Gästeschar, die dem Zug entstieg, war dennoch groß. Rund 450 Leute hatten die Fahrt zum Bahnhofsfest nach Rheinsberg gebucht. "Bereits seit Wochen war der Zug ausverkauft", berichtete Vereinsvize Gottfried Koch. Man hatte sogar noch einen Wagen mehr angehangen, um der Nachfrage gerecht zu werden.

Fahrten zum Kernkraftwerk

Das Fest auf dem Bahnhof hatte viel zu bieten: Es gab Blas- und Countrymusik, und natürlich konnten die Besucher das Museum und den U-Bahnwagen besichtigen. Regelmäßig standen Fahrten mit einem historischen Triebwagen zum Bahnhof des Kernkraftwerks auf dem Programm. Außerdem gab es am Sonntag ein Wiedersehen mit der Gruppe "Country Buffet" aus Mecklenburg-Vorpommern.

Die Gäste konnten mit der Fahrrad-Draisine auf einem stillgelegten Gleis eine Fahrt unternehmen, oder sich per Hubsteiger in luftige Höhen begeben, um sich den Bahnhof aus der Vogelperspektive anzuschauen. Im Lokschuppen gab es historische Bahntechnik zu sehen.

Neuestes Exponat im Museum war eine Sitzbank aus dem Warteraum des Bahnhofs Köpernitz. Aber auch zahlreiche Info- und Verkaufsstände zum Thema Eisenbahn sowie eine Hüpfburg und eine mit echter Kohle betriebene Mini-Eisenbahn, mit der große und kleine Fahrgäste auf Tour gehen konnten, gehörten zum Angebot des Festes.

Als ein absolutes Highlight erwies sich die Modellbahnanlage, die gegenüber dem Bahnhof in einer Halle der ehemaligen Carmolfabrik aufgebaut war. Geschaffen hatten die Nachbildung der Strecke von Löwenberg nach Rheinsberg Mitglieder der Ruppiner Eisenbahn und Modellbahnarbeitsgemeinschaft (Remag), die ihren Sitz in Berlin hat. So konnten die Besucher die Bahnhöfe von Lindow, Rheinsberg Herzberg, Köpernitz und viele andere detailgetreue Nachbildungen der Strecke in dem 7 mal 28 Meter großen Modell bewundern. Aber auch der Modellbahnclub Rheinsberg e.V. war in der Halle mit einem Stand vertreten.

Geschichte der Bahnstrecke

Im Jahr 1984 wuchs in Rheinsberg das Interesse an einer Zugverbindung nach Berlin.

Weil sie mit den Plänen für eine "Kleinbahn" unzufrieden waren, verpassten sie die Bauplanung und so endete die Zugstrecke von Berlin über Löwenberg zuerst in Lindow.

Ab 1897 wurde die Strecke über Köpernitz bis nachRheinsberg erweitert.

Im Jahr 1899 wurde der Bahnhof in der Prinzenstadt eröffnet. Er wurde nach Vorbild des der Lindower Station gebaut. ⇥red

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