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Jubiläum
Fehrbellins Feuerwehr feiert am Wochenende Geburtstag

Bereit für die Jubiläumsfeier: Der Fehrbelliner Einheitsführer Florian Lück (links) und sein Stellvertreter Sebastian Kalka blicken gespannt dem Fest zum 110-jährigen Bestehen der Wehr entgegen.
Bereit für die Jubiläumsfeier: Der Fehrbelliner Einheitsführer Florian Lück (links) und sein Stellvertreter Sebastian Kalka blicken gespannt dem Fest zum 110-jährigen Bestehen der Wehr entgegen. © Foto: Brian Kehnscherper
Brian Kehnscherper / 05.09.2019, 08:00 Uhr
Fehrbellin (MOZ) Seit Monaten schon sind die Mitglieder der Fehrbelliner Feuerwehr damit beschäftigt, die Jubiläumsfeier vorzubereiten. "Wir haben ein Festkomitee gegründet, das sich alle zwei bis drei Wochen getroffen hat. Wir haben uns in kleine Arbeitsgruppen aufgeteilt, die sich um verschiedene Aufgaben gekümmert haben", sagt der stellvertretende Einheitsführer Sebastian Kalka.

Viele Gäste zur Feier.

Die große Feier findet an diesem Samstag im Kurfürstenpark statt. Die größte Herausforderung sei gewesen, dort alles unterzukriegen. "Wir sind da räumlich begrenzt", so Kalka. So musste genau geplant werden, um Bierwagen, Bühne und Festzelt aufs Gelände zu bekommen. Zudem werden das Technische Hilfswerk und das Deutsche Rote Kreuz mit Technik vor Ort sein. "Wir wollen anderen Hilfsorganisationen die Möglichkeit geben, sich zu präsentieren", sagt der Einheitsführer Florian Lück. Auch Kameraden der Partnerfeuerwehr aus dem nordrhein-westfälischen Dülmen werden zur Feier erwartet. Der Feuerwehr-Nachwuchs wird sich bei Wettkämpfen präsentieren. Dabei machen Kinder- und Jugendwehren aus dem gesamten Gemeindegebiet mit. Denn auch wenn das 110-jährige Bestehen der Fehrbelliner Einheit gefeiert wird, steht für Lück und Kalka der Gemeinschaftsgedanke ganz oben. Das war in der Geschichte der rhinstädtischen Wehr nicht immer so.

Bewegte Geschichte

Bereits im Jahr 1844 gab es eine Löschordnung für die Stadt, in der Feuerstellen, Löschgeräte und Brunnen aufgelistet und das Verhalten im Falle eines Brandes geregelt waren.  Doch erst am 6. Juli 1909 schlossen sich elf Einwohner zu einer Feuerwehr-Einheit zusammen. Die Wehr war nach ihrer Gründung in einem kleinen Spritzenhaus auf dem Gelände der heutigen Grundschule untergebracht. Die Wirtschaftskrise wirkte sich in den 1920er-Jahren negativ aus. Das Geld reichte kaum für eine vernünftige Ausrüstung. Zudem war durch die kommunalrechtliche Unterscheidung von Gemeinde und Gutsbezirken die Schlagkraft der Truppe sehr begrenzt. So war die ehemalige Gemeinde Feldberg, auf deren Gebiet die Fehrbelliner Kirche steht, räumlich längst mit dem Gutsbezirk Fehrbellin sowie zwei weiteren  Siedlungsgemeinschaften zusammengewachsen. Rechtlich waren sie aber getrennt. So gab es keine gemeinsamen Einsätze bei der Brandbekämpfung. Im Protokollbuch der Feuerwehr ist in einem Eintrag vom 9. August 1919 zu lesen, dass beim Brand eines mit Heu beladenen Eisenbahnwagens keine Hilfe vom Gut und der Gemeinde kam. Erst 1922 wurden die Feuerwehren der Stadt, des Gutes und der Gemeinde Feldberg zu einem Löschverband vereint, was die Einsatzbereitschaft stark verbesserte.

In den 1950er-Jahren bauten sich die Brandbekämpfer in der Schäferei eine Hindernisbahn mit Haus und Steigerturm. In den 1970er-Jahren hatte die Feuerwehr ihr Gerätehaus in der heutigen Bibliothek. 1973 wurde der Grundstein für einen Anbau gelegt. Da sich nach der Wende neue Anforderungen ergaben, zog die Feuerwehr 1994 in ihr neues Gerätehaus an der Brunner Straße, das sie noch heute nutzt. Es war seinerzeit das modernste im Land Brandenburg.

Hoffen auf den Nachwuchs

Heute besteht die Fehrbelliner Feuerwehr aus 29 aktiven Kameraden, 16 Mitgliedern in der Alters- und Ehrenabteilung sowie zwölf in der Kinder- und 14 in der Jugendwehr. Auf den Nachwuchs ist Sebastian Kalka besonders stolz. Bereits im Alter von acht Jahren können Kinder beitreten. Wenn sie die körperlichen Voraussetzungen erfüllen, im Schnitt mit zehn Jahren, können sie in die Jugendwehr wechseln, wo sie schon viele Dinge lernen, die für den Alltag im aktiven Dienst wichtig sind. "Es ist Wahnsinn, was die schon schaffen", so Kalka. Zu seinem Bedauern wechseln nur etwa fünf Prozent der jungen Leute später in den aktiven Dienst. Viele ziehen für Ausbildung oder Studium weg. Der 33-Jährige selbst ist in der Fehrbelliner Feuerwehr seit er neun Jahre alt ist. Mit 16 Jahren trat er 2001 in den aktiven Dienst. Seit 2015 ist er stellvertretender Einheitsführer. Ehrenamtlich ist Kalka als Brandbekämpfer in Fehrbellin tätig.

Sein Geld verdient er ebenfalls bei der Feuerwehr, allerdings bei der Landesschule und technischen Einrichtung für Brand- und Katastrophenschutz in Potsdam-Mittelmark. "Ich habe mein Hobby zum Beruf gemacht, besser geht es gar nicht."

Mit der Feier zum Feuerwehrjubiläum hoffen er und Florian Lück, auch mehr Menschen von diesem so wichtigen Hobby überzeugen zu können.

Das Programm

Die Jubiläumsfeier wird am Sonnabend um 11 Uhr im Kurfürstenpark eröffnet. Bereits um 10 Uhr startet ein Umzug an der Kirche.

Ab 12 Uhr führt ein Moderator von BB Radio durch das Programm. Es gibt Demonstrationen der Jugendfeuerwehr und Spaßwettkämpfe.

Am Abend tritt die Partyband "Right now" auf der Bühne im Fehrbelliner Kurfürstenpark auf und covert Rock- und Pophits.⇥bk

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