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Kehrbezirk
Bezirksschornsteinfeger Woelk wechselt nach Lindow

Mice Woelk hat als Schornsteinfeger seinen Traumberuf gefunden.
Mice Woelk hat als Schornsteinfeger seinen Traumberuf gefunden. © Foto: Mice Woelk hat als Schornsteinfeger seinen Traumberuf gefunden.Foto:Ulrike Gawande
Ulrike Gawande / 07.11.2019, 19:42 Uhr
Neuruppin/Lindow (MOZ) Schornsteinfeger zu sein, das war schon von Kindesbeinen an der Traumberuf von Mice Woelk. Nun erhielt der gebürtige Dabergotzer, der seit den 80er Jahren in Neuruppin lebt, vom Landkreis die Bestellungsurkunde für seinen neuen Kehrbezirk OR 071. Statt wie bisher im Bezirk OR 068 für einen Teil von Neuruppin, Teile des Amtes Temnitz bis hinauf nach Grabow, wird Woelk zukünftig für Lindow zuständig sein, wo er bereits als Geselle von 1990 bis 1999 im Einsatz war.

Seit 2004 in Neuruppin tätig

Aber auch in umliegenden Ortschaften wie Dierberg, Rüthnick oder Wustrau wird der Schornsteinfegermeister, der sein Büro in der Fontanestadt belassen wird, ab 1. Dezember anzutreffen sein. Sogar Beetz, Sommerfeld und Ludwigsaue in Oberhavel zählen dann zu seinem Einzugsgebiet. Aber warum wechselt der 54-Jährige überhaupt? Woelk hat eine klare Antwort: Wegen der zunehmenden Fernwärmeversorgung der Wohnungen in der Neuruppiner Innenstadt seien ihm etwa 500 Feuerstellen verloren gegangen. "Der Bezirk wurde unattraktiv." Trotzdem geht der Schornsteinfegermeister, der als einer von dreien seit 2004 für die Fontanestadt zuständig war, mit "einer Träne im Knopfloch". "Die Menschen sind mir ans Herz gewachsen." Besonders auf den Dörfern fühle er sich wohl, da es dort einfacher sei, mit den Menschen in Kontakt zu kommen. "Dorfarbeit ist schön. Die Leute sind freundlicher und auf dem Dorf ist der Handwerker noch ein Handwerker."

Fast 3 000 Grundstücke

Waren in seinem bisherigen Kehrbezirk die Stadt- und Landarbeit noch hälftig verteilt, sind zukünftig die Dörfer mit rund 75 Prozent im Vorteil. Betreute Woelk bis dato etwa 2 500 Grundstücke, werden es in Lindow fast 3 000 sein. Ein Grund, weshalb sich Woelk, der einen Gesellen und einen Lehrling beschäftigt, bewarb, als der Lindower Bereich für sieben Jahre ausgeschrieben wurde. Er konnte sich gegen vier Mitbewerber durchsetzen.

Ausgewählt wurde nach einem Punktesystem. Je mehr Fortbildungen er absolviere und je besser seine Noten seien, umso mehr Punkte erhalte er, erklärte Woelk das System. Früher sei das Verfahren einfacher, aber nicht unbedingt besser gewesen, erinnert er sich. Wenn ein Kehrbezirk frei wurde, erhielt ihn der erste Bewerber mit abgeschlossener Meisterschule, der auf der Liste des Ministeriums stand und konnte dort bis zu seinem Lebensende bleiben. Auch ohne, je eine Weiterbildung zu besuchen.

Doch Mice Woelk ist es wichtig, stets auf dem neusten Stand zu sein und dafür auch regelmäßig die Schulbank zu drücken. Denn als bevollmächtigter Bezirksschornsteinfeger muss Woelk auch hoheitliche Aufgaben wie die Feuerstättenschau, die Abnahme von neuen Anlagen und das Führen der elektronischen Kehrbücher übernehmen. Messen, fegen und überprüfen, darf auch sein Geselle. "Es ist toll, dass die Technik weiter geht. Man bleibt nicht stehen. Der Beruf ist mehr als mit Besen und Rußsack zu arbeiten." Auch wenn er diesen Aspekt, draußen tätig zu sein, sehr schätzt.

Beratung zum richtigen Heizen

Gleichzeitig gelte es die Menschen über Rauchmelder und das richtige Heizverhalten, angefangen von den Abständen zur brennbaren Gegenständen, bis hin zu dem, was im Ofen verbrannt werden soll, aufzuklären. Woelk liebt seine Arbeit. Daher fährt er auch regelmäßig nach Santa Maria Maggiore in Italien, wo er bei Schornsteinfegertreffen auf 1 200 Kollegen aus aller Welt trifft. Beim traditionellen Umzug zeigt er sich dabei gerne in der Ausgeh-Uniform. "Es ist wie ein Familientreffen." Bei dem aber auch gern über die Arbeit gesprochen werden darf.

Der Schornsteinfeger als Glücksbringer

Früher waren die Dächer mit Reet gedeckt und die Häuser hatten offene Kamine. Schnell stand dann bei einem Schornsteinbrand sofort das ganze Haus in Flammen.

Kam jedoch regelmäßig der Schornsteinfeger, um den Kamin zu reinigen, brannte es deutlich seltener. Und so galt fortan der Satz, dass es Glück bringt, wenn der Schornsteinfeger kommt⇥ug

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