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Sicherheit
Täglicher Stresstest mit den Elterntaxis

Aktion: An der Demo beteiligten sich einige Eltern und Schüler. Eine zweite Auflage ist nicht ausgeschlossen.
Aktion: An der Demo beteiligten sich einige Eltern und Schüler. Eine zweite Auflage ist nicht ausgeschlossen. © Foto: Markus Kluge
Markus Kluge / 15.11.2019, 16:57 Uhr
Neuruppin (MOZ) Vor der Neuruppiner Rosa-Luxemburg-Schule wird es an jedem Morgen eng – so eng, dass das von vielen Eltern schon als gefährlich eingeschätzt wird. Am Freitagmorgen haben knapp 20 Eltern und mindestens genauso viele Kinder mit Plakaten am Straßenrand auf das Problem aufmerksam gemacht, das überwiegend von Vätern und Müttern selbst verursacht wird.

Immer kurz vor Schulbeginn

"Der Höhepunkt ist immer kurz vor halb acht", sagt Kerstin Siedenschnur, Vorsitzende des Schulfördervereins. Kurz bevor es es zum Unterricht klingelt, staut es sich regelmäßig aus beiden Richtungen auf der schmalen Straße direkt vor der Schule, weil viele Eltern ihre Knirpse direkt bis vor die Tür fahren. Das hat zur Folge, dass die Fahrzeuge manchmal nicht aneinander vorbeikommen und es im Auto-Chaos unübersichtlich wird. Das Hauptproblem ist laut Kerstin Siedenschnur aber, dass die Kinder, die zur Fuß zur Schule kommen, dort nicht mehr sicher die Straße queren können. Unfälle gab es laut Schulleiter Matthias Kamnick noch nicht und er möchte auch, dass das so bleibt. Warum viele Kinder aus Neuruppin mit dem Auto bis direkt vor die Tür gefahren werden müssen, kann er sich auch nicht erklären.

Selbst Eltern haben schon brenzlige Situationen erlebt. Annika Lüdtke, die ihr Kind zu Fuß zur Schule begleitet, schildert Szenen, in denen Autofahrer im morgendlichen Wirrwarr rückwärts setzten und dabei eine Mutter fast angefahren haben. Andere Autofahrer hätten erst ganz knapp vor Passanten angehalten. "Viele bekommen das nicht einmal mit oder entschuldigen sich dafür", ärgert sie sich über solches Verhalten.

Dass es in Fragen der Sicherheit einen großen Diskussionsbedarf gibt, hat sich vor einigen Wochen bei der Elternkonferenz gezeigt. "Da haben viele ihrem Ärger Luft gemacht", sagt Kamnick.

Debatte in der Elternkonferenz

Danach ist auch die Idee der Demonstration geboren worden. "Wir haben sie aber auch angekündigt", sagt Siedenschnur. Entsprechend entspannter ging es am Freitag vor der Schule zu. Wer dennoch dort hielt, bekam von Kerstin Siedenschnur einen Zettel mit Fahrhinweisen in die Hand gedrückt. "Wir wollen ja nichts verbieten. Jeder hat bestimmt einen guten Grund dafür, warum er sein Kind bis vor die Schule fährt. Es geht nur darum, den Schulweg für alle Kinder sicherer zu machen", sagt sie.

In Abstimmung mit den Behörden werden die Eltern deshalb darum gebeten, künftig nicht mehr direkt bis vor das Schulhaus zu fahren. Der Vorschlag lautet daher durch die Möhringstraße in die Rosa-Luxemburg-Straße zu fahren und diese über die Fontane- oder Bahnhofstraße wieder zu verlassen.

Geplant ist zudem, eine Elternhaltestelle an der Präsidentenstraße einzurichten, an der Kinder aus dem Auto aussteigen und bis zur Schule laufen können. Dabei müssen die Mädchen und Jungen auch keine Straße queren.

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Mädchen und Jungen besuchen derzeit die Neuruppiner Rosa-Luxemburg-Schule von der ersten bis zur sechst Klasse. Die meisten Kinder kommen direkt aus Neuruppin. ⇥red

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