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Ausstellung
Grass-Bilder werden in Neuruppin gezeigt

Stellten die Ausstellung vor: Galerist Johannes Bunk und Stiftungsgeschäftsführerin Hilke Ohsoling (von links) sind Kenner der Werke von Grass und Fontane.
Stellten die Ausstellung vor: Galerist Johannes Bunk und Stiftungsgeschäftsführerin Hilke Ohsoling (von links) sind Kenner der Werke von Grass und Fontane. © Foto: Holger Rudolph
Holger Rudolph / 26.11.2019, 11:37 Uhr
Neuruppin Weite Felder" heißt die neue Ausstellung in der Neuruppiner Galerie "Kunstraum". Gut 40 Besucher kamen am Sonntagmittag zur Eröffnung. Mit dem Satz "Das ist ein zu weites Feld" zieht sich der alte Briest in Theodor Fontanes wohl bekanntestem Roman "Effi Briest" immer wieder aus der Affäre, wenn es heikel werden könnte.

1995 griff Günter Grass dieses Zitat für seinen Roman "Ein weites Feld" auf. Hauptfiguren sind der Aktenbote Theo Wuttke, der sich sehr gern Fonty nennen lässt, und der Spitzel Hoftaller. Der Form nach geht es zunächst um eine Analyse der deutschen Wiedervereinigung. Doch der Roman ist viel mehr, stellt er doch eine Vielzahl von Bezügen zu Ereignissen des 19. Jahrhunderts her.

Hilfe der Stiftung

Galerist Johannes Bunk freute sich sehr, dass mit Hilfe der Günter- und Ute-Grass-Stiftung nun eine dritte Ausstellung gezeigt werden kann, die sich mit Arbeiten des 2015 verstorbenen Literatur-Nobelpreisträgers Günter Grass beschäftigt, der auch Bildhauer, Maler und Grafiker war. Die neue Ausstellung präsentiere grafische und zeichnerische Arbeiten, welche Grass für "Ein weites Feld" oder in Zusammenhang damit schuf, erläuterte Bunk.

Die Geschäftsführerin der Günter- und Ute-Grass-Stiftung, Hilke Ohsoling, hat die Bilder für die Exposition zusammengestellt. Sie sei froh, dass diese noch rechtzeitig vor Fontanes 200. Geburtstag eröffnet wird. Die Neuruppiner könnten nicht nur Hoftaller und Fonty auf ihrem gemeinsamen Streifzug durch die deutsche Geschichte begleiten. Einige der Originale würden vielleicht schon bald dauerhaft in Neuruppiner Wohnzimmern hängen, denn sie können gekauft werden.

Ohsoling: "Es wäre schön, wenn mehrere dieser Bilderbogen in Neuruppin eine neue Heimat fänden, wo die Bilderbogen ja zu Hause sind." Ein Farbdruck, den Grass zwar ursprünglich als Illustration für "Ein weites Feld" geschaffen hatte, der aber aus unbekanntem Grund nicht ins Buch gelangte, ist sogar erstmals käuflich zu erwerben. Ohsoling hatte dieses Werk erst kürzlich im Lübecker Archiv wiederentdeckt.

Jahreskalender vorgestellt

Neugierig machte Ohsoling auf eine weitere Veranstaltung im "Kunstraum", die am Sonnabend, 30. November, um 15 Uhr stattfinden wird. Dann wird der Jahreskalender 2020 der Grass-Stiftung namens "Freipass" vorgestellt. Galerist Bunk sei darin mit einem sehr interessanten Beitrag vertreten, in dem er sich mit Grass und dessen großem Vorbild Fontane sowie dem Grass-Roman "Ein weites Feld" beschäftige.

Die gezeigten Bilder beeindrucken mit einer klaren Formensprache, die sich auf das Wesentliche beschränkt und so den Inhalt des Romans vertieft, ohne mit Nebensächlichem abzulenken. Dabei wird die Fantasie des Betrachters angeregt.

Bis zum 5. Januar kommenden Jahres haben Besucher die Möglichkeit, sich die Werke anzuschauen. Vielleicht landet das eine oder andere Bild unterm Weihnachtsbaum. In Zeiten von Niedrigst- und Negativ-Zinsen der Großbanken und regionalen Kreditinstitute könnte sich der Ankauf einer echten Grass-Lithografie vielleicht auch als Wertanlage lohnen.

In Danzig geboren, in Lübeck gestorben

Der Schriftsteller Günter Grass wurde 1927 in Danzig geboren. Er starb 2015 in Lübeck. Er war auch als Bildhauer, Maler und Grafiker tätig.

Der wohl bekannteste Roman von Günter Grass ist "Die Blechtrommel". Eines seiner letzten Werke ist "Beim Häuten der Zwiebel". Dabei handelt es sich um ein autobiografisches Buch, das auch den Zweiten Weltkrieg behandelt.⇥red

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