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Tanzen
Die Weltspitze zu Gast in Neuruppin

Flotte Sohle und Eleganz: Mit Frederick Rösler und Janine Rusher vom Askania TSC Berlin zeigten die Deutschen Meister Senioren I Kombination ihr Können auch in Neuruppin im Latein.
Flotte Sohle und Eleganz: Mit Frederick Rösler und Janine Rusher vom Askania TSC Berlin zeigten die Deutschen Meister Senioren I Kombination ihr Können auch in Neuruppin im Latein. © Foto: Gunnar Reblin
Gunnar Reblin / 28.11.2019, 18:45 Uhr
Neuruppin (moz) Mit einem Husarenritt, also einem waghalsigen, aber geglückten Unternehmen, vergleicht Helmut Lindmair den Fontanepokal. Der Vorsitzende des gastgebenden TC Schwarz-Rot ist einmal mehr stolz, dass der Verein den organisatorischen Kraftakt vor und während des zweitägigen Turniers "gewuppt" hat und darüber hinaus darauf, erneut "die absolute Weltspitze nach Neuruppin gelockt" zu haben. Sprich, der Fontanepokal hat sich inzwischen im Top-Ranking der nationalen Tanzveranstaltungen etabliert. Immerhin betraten Weltmeister und Deutsche Meister am Wochenende das Parkett in der Sporthalle der Karl-Liebknecht-Schule.

Bundesmannschaftspokal

Darauf wurde auch der Bundesmannschaftspokal ausgetanzt. Erst zum dritten Mal ging dabei eine Brandenburger Auswahl an den Start. Dazu zählte mit Helmut Lindmair und Diana Stüber auch ein Neuruppiner Paar. Lindmair: "Unser Zeil war es, nicht Letzter im Ranking zu werden." Es wurde schließlich Platz sieben (von neun). "Für Lindmair "ein Riesenerfolg. Im kleinen Finale gar als Sieger das Parkett zu verlassen, war traumhaft für uns."

Insgesamt sei bis auf eine Strom-Panne am Sonnabend und einem vergessenen Pokal-Satz für die Spitzen-Latein-Tänzer alles nach Plan verlaufen. "Wir hatten ja nicht viel Zeitpuffer eingeplant, aber es hat alles hingehauen", zeigte sich Lindmair erleichtert. Die Strom-Panne am Nachmittag, als für 30 Minuten die Lichter ausgingen und die Standleitung zur Verbandsseite abriss und somit die Ergebnis-Übertragung und auch die Online-Wertungsbögen gekappt wurde, "konnten wir zeitlich zum Glück auffangen".

Und obwohl die Mitglieder des TC Schwarz-Rot einen Kraftakt abseits des Tanzparketts zu meistern hatten, fanden sie die nötige Konzentration und Leichtigkeit, um auch auf diesem zu glänzen. Denn die Ergebnisse können sich allemal sehen lassen. Vier Paare schickte der Gastgeber bei durchweg hochkarätigen Teilnehmerfeldern ins Rennen. Eines kam vom Nachbarverein: Für den TSC Imperial ergriffen Karol Palczynski/Melanie Maschke die Chance, vor Neuruppiner Publikum ihr Können zu zeigen. Sie setzten sich mit der Idealpunktzahl an die Spitze der fünf Paare in der Klasse Senioren I C, Latein.

Die Psyche macht viel aus

Mit Thomas Gaedicke und Monika Thaler stellte Schwarz-Rot ein Paar, das nach seiner Premiere in Rostock gar erst das zweite Mal an einem Turnier teilnahm. Aufregung war bei Beiden nicht auszumachen, eher höchste Konzentration. Das zahlte sich aus. In der Klasse Senioren II D Standard sahen die um die Tanzfläche postierten Wertungsrichter das Neuruppiner Paar auf Rang drei. "Das war super, super", befand Helmut Lindmair. Bei einem Sieg mehr in den sieben vorzustellenden Tänzen wäre es gar Platz zwei geworden. "aber", so betont Lindmair, "Tanzen ist auch ein Sport, bei dem die Psyche viel ausmacht". Nach dieser Glanzleistung bürdeten sich Gaedicke/Thaler am Sonntag wohl zuviel Druck auf. Lindmair: "Sie haben nicht mehr so frei getanzt wie noch am Vortag." Platz sechs war das Ergebnis. Bertram und Regine Allert vom TC Schwarz-Rot starteten dagegen am ersten Turniertag in der Klasse Senioren II B Standard eher durchwachsen, verpassten die Endrunde, um am Sonntag mit Wut im Bauch auf Platz drei zu tanzen. Lindmair weiß die Leistungen einzuschätzen. "Das war schon richtig gut, zumal sie sich in einem Super-Teilnehmerfeld behaupten mussten."

Für Kai Uwe und Anja Mareike Bormann – die Berliner tanzen erst seit zwei Jahren für den TC Schwarz-Rot – lief es laut Lindmairs Gefühl nicht so rund. "Sie haben ihren Look nicht aufs Parkett bringen können." In der Klasse Senioren III S Standard verpassten sie am Sonnabend den Sprung in die Endrunde. Die Bormanns präsentierten sich dabei zeitgleich mit Lindmair/Stüber den Wertungsrichtern. Lindmair/Stüber zogen ins Finale ein, belegten darin gar Rang vier, um auf Folgetag mit Platz zwei noch eins drauf zu setzen. Sie mussten lediglich den Berlinern Ulrich Lindecke und Manuela Schulze den Vortritt lassen. Lindmair: "Wir haben ihnen zu wenig Einsen abgenommen, sind dennoch mit unserem Tanzen sehr happy."

Großer Tanzsportin Neuruppin

Rekordteilnahme: Obwohl es kurzfristig einige krankheits- und verletzungsbedingte Absagen gab, verzeichnete der TC Schwarz-Rot Neuruppin als Gastgeber eine Rekordbeteiligung mit knapp 400 Starts.

Turnierleitung: Sie wurde gebildet von Jörg-Peter Sommer und Annette Sommer (beide TSC Rennsteigperle Masserberg) sowie Karola Woltmann (TSA Schwarz-Weiß Menden). Zudem waren 17 Wertungsrichter vor Ort.

Gastgeber: Der TC Schwarz-Rot Neuruppin zählt aktuell 44 Mitglieder, davon zehn Kinder. Alle waren vor Ort, um das Drumherum abzusichern. "Anders geht es nicht", so TC-Chef Helmut Lindmair.

Lokalmatadoren: Nach der verletzungsbedingten Absage von Sabine und Frank Vogler vertraten den TC Schwarz-Rot vier Paare: Helmut Lindmair und Diana Stüber, Thomas Gaedicke und Monika Thaler, Bertram und Regine Allert sowie Kai Uwe und Anja Mareike Bormann.

Mannschaftspokal: Den Cup holte sich zum dritten Mal in Folge der Landestanzsportverband (LTV) Berlin vor Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen. Die Brandenburger Auswahl belegte Platz sieben (von neun). Je Bundesland waren drei Paare auf dem Parkett. Zum Brandenburger Trio zählten die Neuruppiner Helmut Lindmair und Diana Stüber, dazu kamen Gerhard Rigo/Sabine Rigo (Potsdam) und Dirk Dittrich/Jeanette Dittrich (Barnim).⇥gü

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