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Handball
Zentrale Achse weggebrochen

Angesetzt zum Torwurf: Lisa Hagendorf (in Blau) erzielte zwölf Tore. Sie wurde fünfmal eingesetzt. Treffsicherste Unionerin ist Angelique Wendt mit 28 in sechs Partien.
Angesetzt zum Torwurf: Lisa Hagendorf (in Blau) erzielte zwölf Tore. Sie wurde fünfmal eingesetzt. Treffsicherste Unionerin ist Angelique Wendt mit 28 in sechs Partien. © Foto: Roland Möller
Michael Plöse / 10.01.2020, 20:45 Uhr
Neuruppin Als Ballwerfen tituliert Union Neuruppin sein Treffen am letzten Sonntag dieses Jahres. "Zwischen den Feiertagen wollten wir einfach nochmal zusammenkommen. Also haben wir kurzerhand das Sportcenter angemietet", freute sich Kapitän Alissa Labs über eine rege Beteiligung. 21 Spielerinnen und Spieler fanden sich ein. Von aktiven Spielerinnen über familiären Anhang bis hin zur Mädels der B-, C- und sogar D-Jugend einschließlich Betreuern war das Teilnehmerfeld recht breit gestreut. In drei Teams eingeteilt gab es je eine Hin- und Rückrunde. Jede Mannschaft kam auf 80 Minuten Spielzeit. Das sei schon ein wenig anstrengend, so der Tenor. Als Stärkung hatten die Damen selbst für Verpflegung gesorgt und einen kleinen Tresen mit reichlich Backwerk gedeckt.

Das entspannte Miteinander war allerdings auch aus einem weiteren Grund notwendig inmitten der durchwachsenen Saison. Bisher steht nach sechs Niederlagen erst ein Sieg gegen Templin zu Buche. "Dass es nach dem beruflichen Weggang von Torhüterin Joanna Gerasch nach Berlin, der privaten Auszeit von Lisa-Marie Labs und dem Dazustoßen von Angelique Wendt quasi einen Neustart geben würde, das war allen klar. Dazu fiel Lisa-Marie Hagendorff in den ersten Partien auch noch verletzt aus", sieht Trainer Michael Plöse zurück. Neu dazu kamen mit Manuela Grabow, Dagmar Eschke, Vanessa Schulz und Kristina Hohenwald drei weitere Zugänge, die in einer durchaus schwierigen Vorbereitung ins Team eingebaut wurden.

Der Saisonstart sah trotzdem durchaus optimistisch aus. Beim Vorjahresmeister Hennigsdorf wurde lange geführt; erst zum Schluss verlor Union II die Begegnung. "Diese konditionelle Problematik zieht sich bisher durch die gesamte Saison", so Plöse. "Wir brechen regelmäßig gegen Mitte der zweiten Hälfte ein. Wir werden im Training entsprechend reagieren."

Im zweiten Spiel in Finowfurt wurde das Fehlen der Rückraumspieler sehr offensichtlich. Während die Abwehr gut stand, lief im Angriff gar nichts zusammen. Quasi nur mit Kreisläufern spielend, ließen die Brandenburg-Liga erfahrenen Oldies im Angriff nichts zu. Ein 6:5 nach 40 Minuten war der entsprechende Zwischenstand, bevor Unions Zweite erneut konditionell einbrach und mit 6:17 noch eine herbe Klatsche einstecken musste.

Im dritten Auswärtsspiel in Folge trat Union in Liebenwalde an. Da inzwischen die etatmäßige Torfrau und auch Co-Trainerin Bettina Nürnberg aus persönlichen Gründen zum Ligakonkurrenten nach Wittstock gewechselt war, musste die nächste Lücke im Mannschaftsgefüge geschlossen werden. Ab jetzt gingen Ulrike Müller und Meggie Radeke zwischen die Pfosten; spielten aber auch beide weiter als Feldspielerinnen. "In Liebenwalde haben wir selbst verloren. Wir hatten wieder unsere Auszeit von der 40. bis zur 45. Minute", bedauerte Spielmacherin Wendt. "Danach kamen wir wenigstens wieder ins Spiel zurück und konnten den Abstand halten."

Nach Debakel Klartext geredet

Im Heimspiel gegen Angermünde setzte es  die höchste Niederlage seit der Gründung des Teams, 13:42 Tore standen zum Schluss auf der Anzeigetafel. "Danach haben wir uns zusammengesetzt und Klartext gesprochen, wo wir als Mannschaft eigentlich hinwollen." Eines wurde deutlich: Das Aufgeben kommt nicht in Frage. Mannschaftsintern wurden klare Ziele definiert und Verantwortungsbereiche festgelegt.

Nachdem das nächste Spiel in Wittstock aufgrund zu weniger Spielerinnen abgesagt werden musste, einer Verlegung stimmte Wittstock nicht zu, erkämpfte Union gegen Templin den ersten Sieg. Auch wenn der spielerische Glanz noch fehlte, stimmten Kampf und Einsatzbereitschaft. Zwar gab es auch hier wieder die traditionelle Schwächephase, doch mündete es für die Neuruppiner diesmal nach einer Drei-Tore-Führung im 16:16-Ausgleich. Mit der zweiten Luft und einem 8:3-Endspurt sicherte sich Union II die ersten lange ersehnten Punkte.

Das letzte Spiel in 2019 begann sonntags um 10 Uhr in Pritzwalk. Trotz krankheitsbedingter Schwächung war es bis zur 44. Minute ein Spiel auf Augenhöhe. Beim 13:13 musste Union aber in die doppelte Unterzahl, dazu verletzten sich noch Wendt und Melissa Werner. Einmal mehr war die Luft aus dem Unioner Spiel, so dass die Auswärtsniederlage noch deutlich wurde (14:21).

Co-Trainer André Ebert blickt trotzdem optimistisch in das neue Jahr: "Wie haben uns im Trainerteam besprochen und werden den Ausbildungsweg konsequent weiter gehen. Nach dem Wegbrechen der Achse Torwart-Spielmacher-Shooter mussten wir unser Spielkonzept anpassen. Bis die Veränderungen greifen, ist Zeit nötig." Michael Plöse ergänzt: "Die größte Herausforderung ist, jede weiterzuentwickeln. Auch da sind wir auf einem guten Weg. Neben sehr stabilen Spielerinnen wie zum Beispiel Steffi Grünberg, Alissa Labs oder auch Dana Maurer haben Dagmar Eschke, Manuela Grabow oder Angelique Wendt die Herausforderung neuer Aufgaben angenommen.

Eckpunkte zur Rückrundedes Teams von Union II

Kreisunion, vorm 8. Spieltag1. HC Angermünde II⇥203:135   14:02. Finowfurt II⇥134:150   10:43. Motor Hennigsdorf⇥178:150   10:44. TSG Liebenwalde⇥115:109     8:65. Hansa Wittstock⇥92:106     8:66. Oranienburg II⇥141:150   4:107. HC Pritzwalk⇥140:164   4:128. Templiner SV Lok⇥138:188   2:129. Union Neuruppin II⇥91:142   2:12Heute:Union II - Oranienburg II⇥16 Uhr/OSZHennigsdorf - Finowfurt IIAngermünde II - WittstockLiebenwalde - TemplinNächste Aufgaben:Union II - Hennigsdorf⇥19.1. / 13.30 UhrUnion II - Finowfurt II⇥25.1. / 16 UhrUnion II - Liebenwalde⇥22.2. / 14 UhrSieben-Meter-Quote⇥66,67 ProzentZeitstrafen⇥20 (Rang sieben)Gelbe Karten⇥17Rote Karte⇥1Zuschauer⇥Durchschnitt 46

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