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Musical
Zur Umerziehung nach Thailand

Jürgen Rammelt / 12.01.2020, 20:27 Uhr - Aktualisiert 14.01.2020, 14:51
Rheinsberg Freie Plätze gab es am Freitagabend im Rheinsberger Schlosstheater nicht mehr. Das Musical "Bootcamp" hatte neben kulturinteressierten Bewohnern der Stadt vor allem die Mütter und Väter, Geschwister sowie Großeltern der Akteure angelockt, die sich die Vorstellung nicht entgehen lassen wollten.

Es war die 18. Inszenierung eines Musicals, an dem sich diesmal rund 70 Mädchen und Jungen des Rheinsberger Bildungscampus, der Evangelischen Schule in Neuruppin und des Berliner Felix-Mendelssohn-Bartholdy-Gymnasiums beteiligt haben. Sie spielten, sangen, musizierten und nicht wenige kümmerten sich auch um die Technik. Heraus kamen spannende 90 Minuten.

Am Freitagabend feierte "Bootcamp", das 18. Rheinsberger Schülermusical, im ausverkauften Schlosstheater Premiere. IM Stück geht es um drei Problemkids, die in ein Umerziehungslager nach Thailand geschickt werden.
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Schülermusical

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Beim Musical "Bootcamp" handelt es sich um eine Uraufführung. Die Idee und das Skript stammen von Stefan Labenz, der auch Regie führt. Mit Micha "Wudi" Wudick und Angelina Fiedler hatte er zum wiederholten Mal zwei Mitstreiter, die für die Musik, die Songtexte und für die Choreografie verantwortlich zeichneten. Zum Team gehörten aber auch andere Helfer mit Theater-Erfahrung: die Kostümbildnerinnen Sigrid Herfurth und Bärbel Bliese, die Techniker Oliver Nehring und Michael Jobs, die für das richtige Licht und den Ton sorgten, sowie Gudrun Kurzke, Gabi Pieper, Margrit Jacobsen und etliche andere.

Im Stück befinden sich die Hauptdarsteller in einem Bootcamp,  einer Art Umerziehungslager in Thailand. Dort sollen die umtriebigen Kids einen anderen Blick auf die Welt und mehr Gefühl für ein verständnisvolles Miteinander gewinnen. Schon beim Einchecken auf dem Flugplatz wurde es auf der Bühne turbulent.  Während einige damit beschäftigt waren,  im Flieger den richtigen Platz zu finden, mussten andere erst noch Selfies schießen.

Hilfe für Jugendsprache

Nachdem Labenz in früheren Musicals alle Altersgruppen ansprechen wollte,  hatte er diesmal ein Libretto geschaffen, in dem ausschließlich Jugendliche zu Wort kommen. Dabei ließ er sie so sprechen, wie er das als Lehrer täglich erlebt. "Jugendsprache ist sehr lebendig, auch mal heftig, vulgär und respektlos", so der Pädagoge und Regisseur. Damit das Publikum die Jugendsprache auch versteht, wurde im Programmheft  extra eine Seite zur Decodierung  genutzt. Allein fünf Begriffe standen dort für "cool".

Im Camp in Thailand angekommen, wurden die drei Jugendlichen wie die anderen Problemkids in Overalls gehüllt. Es gab das Team Blau und das Team Orange. Nicht immer harmonierten diese. Die Kids begegneten einer Gruppe Pfadfinder, in der mit Theo Gast, Viktor Krahmer, Lea Winkelmann, Nele Weidner sowie einige anderen Schüler zu erleben waren, die schon bei früheren Musicals ihr Talent unter Beweis gestellt hatten. Aber auch eine Gruppe Affen sowie Leon Juurlink nebst Fentje Friedland als Moderatoren gehörten zu den Darstellern.

Das Stück spielte auf mehreren Ebenen. So entdeckten die Jugendlichen große Mengen Plastikmüll, den sie sammelten, um daraus eine Siedlung zu bauen. Um das Wie entstand wiederum Streit.

Eine ungeahnte Wendung nahm die Handlung, als die Jugendlichen feststellten, dass das Bootcamp Teil einer Fernsehshow ist. Wie in einem TV-Reality-Format wurden die Besucher der Veranstaltung in der Pause aufgefordert, per App zu entscheiden, welcher Bewohner das Camp verlassen musste. Die Wahl fiel auf Nele.

Beim Publikum wurde die Aufführung mit Begeisterung aufgenommen. Nach den Liedern und Songs sowie für besonders sportliche Aktionen gab es immer wieder Sonderapplaus. "Theaterprofis können es auch nicht viel besser", zeigte sich Hartmut Richter, ein ehemaliger Lehrer, überzeugt. Bereits in der Pause hörte man viel Lob für die  Inszenierung und die Akteure auf der Bühne. Vor allem, dass jedes Jahr mit einer solchen Inszenierung und Schülern ein Musical zur Aufführung gebracht wird, fand besondere Anerkennung.

Das diesjährige Musical war im wahrsten Sinne des Wortes ein Volltreffer. "Die Songs gehen ins Ohr und die schauspielerische Leistung ist lobenswert", so die Meinung einer Zuschauerin. Dabei haben Labenz und seine Mitstreiter jedes Jahr erneut die schwierige Aufgabe, aus erfahrenen Darstellern und Neulingen ein Team zu formieren, das den Anforderungen gerecht wird. Dabei half vor allem die Erfahrung der Akteure und Musiker, die bei früheren Produktionen bereits beteiligt waren, aber auch die Unterstützung von Rheinsberger Unternehmen, Eltern und Großeltern.

Zum Schluss wollte der Applaus gar kein Ende nehmen. Es gab stehende Ovationen, die die überglücklichen Darsteller gleich mit mehreren  Zugaben belohnten.

Die Handlungdes Musicals

Im Stück "Bootcamp" geht es um drei Problemkids, die in ihrer eigenen Welt leben. Sie interessierten sich hauptsächlich für Party, ihr Smartphone und Shopping, vor allem aber für sich selbst. Troy, Nele und Brunsch wurden am Freitag gespielt von Claudio Schulte, Carlotta Weidauer und Jaimy-Lee Hille. ⇥jr

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