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Fridays gegen Altersarmut
Senioren gehen auch in Neuruppin auf die Straße

Was am Ende übrig bleibt: Altersarmut ist ein Thema, das viele Menschen beschäftigt (Symbolfoto)
Was am Ende übrig bleibt: Altersarmut ist ein Thema, das viele Menschen beschäftigt (Symbolfoto) © Foto: dpa
Von Markus Kluge / 14.01.2020, 20:47 Uhr - Aktualisiert 15.01.2020, 11:02
Neuruppin (MOZ) Für mehr Klimaschutz geht seit mehr als einem Jahr die Bewegung "Fridays for Future" auf die Straße. Für den 24. Januar hat eine Gruppe, deren Name "Fridays gegen Altersarmut" und deren grünes Logo an die Schülerproteste angelehnt ist, bundesweit zu Aktionen aufgerufen, um auf die finanzielle Lage älterer Menschen aufmerksam zu machen. Auch für den Neuruppiner Schulplatz ist um 12 Uhr eine Mahnwache terminiert.

Organisator ist der Buskower Klaus Baumdick, der bis vor zwei Jahren Sprecher des AfD-Kreisverbandes war. "Altersarmut ist ein Thema, das Rechte oder auch Linke besetzen. Das kann man nicht ausschließen. Mir geht es aber um die Sache als solche", sagte Baumdick am Dienstag.

Die Bewegung, die aus einer Facebook-Gruppe entstanden ist, in der auch viele rechte Kräfte aktiv sind, besetzt ein emotionales Thema. Ihr Logo zeigt eine Frau beim Sammeln von Pfandflaschen mit einem Beutel, auf dem "Arm trotz Rente" steht. In der Tat ist die Zahl der Menschen in Brandenburg, die im Alter oder wegen Erwerbsminderung zusätzlich zu ihrer Rente auf Grundsicherung angewiesen sind, gestiegen. Wie die Landesregierung 2019 auf eine Kleine Anfrage der SPD mitteilte, kletterte diese von 2007 von 18 805 auf 24 365 Menschen im Jahr 2017.

Einen deutlichen Anstieg von bedürftigen Senioren im Raum Neuruppin konnte die Ruppiner Tafel nicht feststellen. "Von Rentnern haben wir einen gemäßigten Zulauf", so Gabriela Manthei vom Arbeitslosenverband. 481 Menschen nutzen regelmäßig das Angebot der Tafel, 93 davon sind Senioren. Nichtsdestotrotz ist im Oktober eine neue Ausgabe an der Artur-Becker-Straße eröffnet worden, die sich an die im Neubau lebenden Rentner richtet. Manthei ist sicher, dass künftig mehr Ältere kommen: "Die Zahl der Rentner steigt. Bald kommen die Jahrgänge, in denen viele Menschen lange arbeitslos oder Geringverdiener waren. Wenn man dann noch alleinstehend ist, wird es schwierig."

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