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Kultur
Parkschein-Werbung fürs Tucholskymuseum

Mit angepackt: Nicht nur die Wände im Museum sind überarbeitet worden. Ute Weidner hat auch die alte Farbe von dem Sockel abgeschliffen. Am Sonnabend öffnet das Museum wieder.
Mit angepackt: Nicht nur die Wände im Museum sind überarbeitet worden. Ute Weidner hat auch die alte Farbe von dem Sockel abgeschliffen. Am Sonnabend öffnet das Museum wieder. © Foto: Markus Kluge
Markus Kluge / 12.02.2020, 06:30 Uhr
Rheinsberg (MOZ) Im Rheinsberger Kurt-Tucholsky-Literaturmuseum waren bis vor Kurzem nicht unbedingt die Ausstellungsstücke das Älteste. Auch die Farbe an den Wänden hatte schon Jahrzehnte auf dem Buckel. Das hat sich seit Januar geändert. Alle Räume sind dem Denkmalschutz entsprechend neu geweißt worden und sämtliche Risse in den alten Schlossmauern wurden geschlossen.

Ausstellung aufgewertet

Museums-Leiter Dr. Peter Böthig freut sich schon auf den Tag, an dem alle Vitrinen wieder eingeräumt sind. Künftig kann er alle Ausstellungstücke nämlich  besser in Szene setzen. Das Museum bekommt neue LED-Scheinwerfer, die eine gewisse Lichtregie ermöglichen. "Das Licht lässt sich dann per Tablet steuern und programmieren", so Böthig. Zudem sind für viele Exponate modernere Ständer aus Plexiglas angeschafft worden. Durch die neuen Möglichkeiten der Präsentation werde die Ausstellung insgesamt aufgewertet, findet der 62-Jährige. Inhaltlich soll sich  nichts ändern. Allerdings nutzt Böthig die Chance, jetzt wieder etwas konservatorisch tätig zu werden. Denn nicht jedes Stück verkrafte die Präsentation gut. Allen voran alte Bücher und Zeitungen sowie farbige Buchdeckel deren Schrift im Laufe der Zeit verblasst.

Gleichzeitig lässt die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg als Hausherr einige Fenster erneuern, was wiederum für den Schutz der Ausstellung wichtig ist. Denn die speziellen Scheiben sind Teil der Sicherheitstechnik, die im Einbruchsfall Alarm auslöst. Einige der darin verbauten Fühler waren laut Böthig etwa 30 Jahre alt und nicht mehr verlässlich. Mit der Stiftung hat die Stadt mittlerweile auch einen langfristigen Mietvertrag geschlossen. Obwohl das Museum dort bereits seit 1991 seinen Sitz hat, musste es nie Miete zahlen. Ab 2021 werden laut Bürgermeister Frank-Rudi Schwochow jährlich 6 800 Euro fällig. Für den Marstall samt Touristinfo, Stadtschreiberwohnung und Museumsarchiv wird erst ab 2031 Miete gezahlt, weil Rheinsberg vor acht Jahren die Sanierung des Gebäudes mit finanziert hat.

Die Renovierung des Museums kostet rund 45 000 Euro und wird komplett aus dem Förderprogramm des Bundes "Investitionen für nationale Kultureinrichtungen in Ostdeutschland" getragen. Mit weiteren Fördermitteln in Höhe von 10 000 Euro ist zudem die Internetseite des Museums umgestaltet worden, die seit Dienstag auch auf mobilen Geräten wie Handys besser dargestellt wird. "Unsere Hompage war mittlerweile auch zehn Jahre alt", so Böthig.

Neues Werbemittel

Werbung um mehr Museumsbesucher will die Stadt künftig auf den Rückseiten ihrer Parkscheine machen. Diese kleine Werbefläche ist bisher ungenutzt. "Ich kenne das aus Berlin. Wenn ich dort einen Parkschein ziehe, bekomme ich Werbung für ein Autohaus", so Schwochow. Per QR-Code sollen die Parkscheinbesitzer dann direkt auf die Internetseite des Museums gelangen.

Was die Finanzierung des Museums insgesamt betrifft, sucht Schwochow weiterhin nach Unterstützern. Etwa 150 000 Euro kostet das Museum pro Jahr. 65 000 Euro zum Betrieb des Hauses werden laut Böthig über die Geschäftsstellenförderung getragen, die auch regelmäßig neu beantragt werden muss. Den finanziellen Anteil der Stadt würde Schwochow gerne weiter verringern.

Die nächste Ausstellung

"Schriftzeichen. Bildzeichen" unter diesem Titel stellt Anglea Hampel Arbeiten zur Literatur vom 22. Februar bis 7. Juni aus. Die Vernissage beginnt um 11 Uhr. Hampel ist 63 Jahre alt, lebt in Dresden und ihre Leidenschaft ist das Bergsteigen. Bis Ende März ist die Schau dienstags bis sonntags von 10 bis 12.30 Uhr und von 13 bis 16 Uhr zu sehen. Ab April ist das Museum auch bis 17.30 Uhr geöffnet.⇥kus

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