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Infrastruktur
Kreis weist Rheinsberger Kritik am Nahverkehr zurück

Für die Sommerwochenenden sind im Raum Rheinsberg drei Linien gestrichen worden. Sie werden nur wieder aufgenommen, wenn sich die Stadt an den Kosten beteiligt.
Für die Sommerwochenenden sind im Raum Rheinsberg drei Linien gestrichen worden. Sie werden nur wieder aufgenommen, wenn sich die Stadt an den Kosten beteiligt. © Foto: Christian Schönberg
Markus Kluge / 12.02.2020, 10:31 Uhr - Aktualisiert 12.02.2020, 17:21
Rheinsberg (MOZ) Wer im nächsten Sommer mit dem Bus in viele Rheinsberger Ortsteile fahren möchte, steht vor einem Problem: Es wird kein Bus kommen. Wie Bürgermeister Frank-Rudi Schwochow (BVB/Freie Wähler) den Stadtverordneten am Montag mitteilte, hat der Landkreis die Buslinien 785 (Rheinsberg – Flecken Zechlin), 788 (Rheinsberg – Großzerlang) und 794 (Neuruppin – Rheinsberg) nicht mehr bestellt. Grund dafür sind laut der Kreisverwaltung die finanziellen Defizite im Busverkehr und die "äußerst geringe Auslastung außerhalb des Plusbusnetzes". Einschnitte seien daher unausweichlich. Freke Over, Linken-Stadtverordneter in Rheinsberg und Ferienland-Betreiber in Luhme, warf dem Kreis vor, damit bereits einen großen Schaden angerichtet zu haben. "Bei uns haben sich schon viele Gäste gemeldet, die sich fragen, warum manche Gäste komplett vom Nahverkehr abgeschnitten sind", so Over. Der Kreis schädige damit nicht nur die Wirtschaft, sondern spare auch bei der Daseinsvorsorge, da nicht nur Touristen die Busse nutzen. Er und andere Stadtverordnete forderten, den alten Fahrplan wieder in Kraft zu setzen und diesen so zu auszudehnen, dass Oster- und Herbstferien inklusive Töpfermarkt damit abgedeckt werden.

Für die Kreisverwaltung kommt der jetzige Aufschrei aus Rheinsberg überraschend. Während Bürgermeister Schwochow am Dienstag betonte, dass er gegen Ende des Jahres beiläufig über die Streichungen informiert wurde, heißt es von der Seite des Kreises, dass bereits Mitte Oktober bei einer Beratung für die Rahmenbedingungen der künftigen saisonalen Verkehre alle betreffenden Kommunen inklusive Rheinsberg über die Pläne informiert wurden. Wenn Rheinsberg die Einschnitte von Mai bis Oktober abwenden möchte, müsse die Kommune die Hälfte der Kosten der Linie selbst tragen. Für Rheinsberg würde das eine Summe von bis zu 20 000 Euro bedeuten, so Schwochow.

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