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Hindenberger Füchse
Fußballsüchtige Füchse

Matthias Haack / 13.02.2020, 19:00 Uhr
Hindenberg (moz) Als "Anlaufpunkt für Fußballsüchtige" beschreibt Oliver Borck (im Bild) seine Gruppe. Dazu zählen etwa zwei Dutzend Kicker, die sich zwar zwanglos treffen, jedoch unter dem Dach eines Vereins organisiert sind. "Wir suchen", so der 37-Jährige, "Spieler, die auf Freizeitbasis, ohne in einen Spielbetrieb einzusteigen, einfach nur ihrem Hobby nachgehen wollen."

Und dies in Gesellschaft. Unter neuer Hoheit. Die Hindenberger Füchse mussten auf Leitungsebene reagieren, nachdem erst Stefan Schenk (2016) und nun auch Sebastian Prokant nicht mehr ortsansässig sind. Der Zeitfaktor für die ehemaligen Vereinschefs sei nicht zu stemmen, sagte Borck, wenn "man nicht mehr hier wohnt. Beide haben das Leben in unserem Verein über Jahre geprägt."

Seit vergangenen Sonnabend steht er dem Verein vor, zwei weitere gehören zum engsten Führungsgremium. "Wir wollen das fortsetzen, was Stefan und Sebastian angeschoben haben. Wir lagen mit unserer Mitgliederzahl in den letzten Jahren stabil bei 20, jetzt kamen sechs dazu. Nicht nur aus den umliegenden Orten Banzendorf, Klosterheide und Rönnebeck kommen sie, auch Vielitzer, Lindower und Flecken Zechliner sind nun Füchse."

Nicht nur quantitativ stellen sich die gewachsenen Hindenberger Füchse neu auf. Sie stehen in Verhandlungen, den Pachtvertrag für ihr Areal schriftlich mit dem Amt Lindow zu fixieren. Erst dann sei an ein Mehr an Investitionen zu denken. Oliver Borck hat den Rasenplatz ebenso im Blick wie das Beiwerk. Also die Umkleide, die Toilette, den Vorbau und natürlich "unseren Vereinsbungalow. Der ist vor 23 Jahren am Kagaraner See ab- und hier wieder 1:1 aufgebaut worden." Es wurde dann gepflastert und der Sanitärbereich geschaffen, ein Vordach gestellt, eine kleiner Spielplatz mit Wippe sowie Klettergerüst entstand. Ordentliche Voraussetzungen, um mehr als nur Fußball zu spielen.

Zwei Turniere zogen die Hindenberger Füchse jährlich auf: eines für die Jugend. In Spitzenzeiten kurz vor der Jahrtausendwende kämpften zehn Mannschaften um den Pokal. Den zweiten Wettkampf boten die Füchse für Herren an. Doch die Kurve der Teilnehmer fiel zuletzt ab. In 2019 folgten nur zwei Gemeinschaften dem Aufruf. Oliver Borck: "Die Situation ist schwierig, verdammt schwierig. Die Jungs spielen meistens in Vereinsmannschaften. Deren Niveau ist dann ein anderes." Auch bemerkt er, dass der Freizeitkicker sozusagen vom Markt gedrängt wird, weil kaum noch Turniere veranstaltet werden.

Nach Boitzenburg (Uckermark) wird es die Füchse über Pfingsten ziehen – eine der wenigen Anlaufpunkte. Schon nächste Woche geht es zu einem Hallenfußballturnier nach Wusterhausen. Für Juni und September sind zwei eigene Wettbewerbe in Planung. "Wir wollen unseren Mitgliedern natürlich Angebote unterbreiten", verspricht der Chef. Unter anderem bietet sich der FSV Blau-Weiß 90 Rheinsberg mit seinem Kreisliga-Team zu einem Trainingsspiel am kommenden Sonntag an. Es sieht sogar so aus, als ob die Hindenberger Füchse selbstständig ein vollzähliges Team auf den Rasen schicken können. Nur auf der Torwartposition klafft eine Lücke. Der Anstoß ist zu 14 Uhr vorgesehen.

Willkommen sei jeder, sagt Oliver Borck. "Wer Lust hat, möge einfach mitmachen." Weder eine Altersbeschränkung gibt es, noch sehen sich die Füchse als "Männerverein". Eine junge Frau könnte den Weg für den weiblichen Bereich ebnen, hofft der Vorsitzende auf den zweiten Schritt ihrer Interessenbekundung.

Zahlen und Fakten zu den Hindenberger Füchsen

Die Gründung liegt beinahe 24 Jahre zurück. Das exakte Datum ist der 23. März 1996. Damals zählte die Gemeinschaft ein Dutzend Sportler, die vornehmlich aus Hindenberg und Klosterheide kamen.

Das Spielfeld befindet sich etwa 50 Meter hinter der Linkskurve von Banzendorf kommend an der Dorfstraße. Es hat die Maße von 50 mal 30 Meter, fällt demnach in den Bereich des Kleinfeldfußballs. Zwei Ballfangnetze säumen es.

Gespielt wird sonntags ab 14 Uhr – sofern es das Wetter zulässt. Derzeit treffen sich die Füchse in der Schulsporthalle in Lindow.

Partner des Ortsbeirates sind die Füchse beim Ortsputz sowie auch beim Osterfeuer. In diesem Jahr wird es die fünfte gemeinsame Aktion in der 80-Seelen-Gemeinde. Ins Visier rückt zudem eine Silvesterfeier, die durchaus im und am Vereinsbungalow ausgerichtet werden könnte.

Medial vertreten sind die Kicker auf dem Facebookkanal freizeitfußball-hindenberger-fuechse.⇥maha

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