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Coronakrise
Es gibt mittlerweile neun Infizierte im Landkreis

Die beiden nun positiv getesteten Personen befinden sich in häuslicher Quarantäne.
Die beiden nun positiv getesteten Personen befinden sich in häuslicher Quarantäne. © Foto: Bernd Feil/M.i.S. via www.imago-images.de
Judith Melzer-Voigt / 25.03.2020, 17:15 Uhr
Ostprignitz-Ruppin (MOZ) Die Zahl der mit dem Coronavirus infizierten Personen im Landkreis steigt: Am Mittwochnachmittag bestätigte die Kreisverwaltung, dass neun Menschen positiv getestet worden sind. In der vergangenen Woche hatte die Zahl bei sieben gelegen.

Derzeit werde laut Landrat Ralf Reinhardt untersucht, welche Kontakte die beiden Neuinfizierten hatten. Dr. Dagmar Sissolak, der Leiterin des Gesundheitsamtes, zufolge werden aber wohl keine umfangreichen Maßnahmen zu ergreifen sein, die über das persönliche Umfeld der beiden Personen ausgehen. Eine Infektion in der vergangenen Woche hatte dazu geführt, dass mehr als 120 Schüler der Neuruppiner Pestlozzischule in Quarantäne mussten (wir berichteten). Bei den beiden Neuinfizierten handelt es sich um Neuruppiner im Alter zwischen 40 und 50 Jahren.

Regeln werden eingehalten

Landrat Reinhardt bestätigte, dass die Einwohner von Ostprignitz-Ruppin die teils sehr einschneidenden Regeln zum Eindämmen des Coronavirus weitgehend einhalten – "und das, obwohl die Lage gerade in der Wirtschaft mitunter existenzbedrohend ist". Weitere Einschränkungen hat der Landkreis mit seiner neuen Allgemeinverfügung erlassen, die am heutigen Donnerstag in Kraft tritt. Danach dürfen sich keine Touristen mehr im Landkreis aufhalten. Hintergrund ist laut Vize-Landrat Werner Nüse, dass es gerade jetzt, wo Mecklenburg-Vorpommern seine Grenzen geschlossen hat, viele in die Region zieht. Die neue Regelung gilt bis zum 19. April.

"Wenn es eine Vielzahl von zusätzlichen Menschen hier gibt, bedeutet das im Fall des Falles eine stärkere Belastung des Gesundheitssystems und unserer ohnehin schon beschränkten Ressourcen", begründete Landrat Reinhardt. Polizei und Ordnungsamt werden das Einhalten der Allgemeinverfügung kontrollieren. Die Nachbar-Landkreise seien über den Schritt informiert.

Zeit bis Sonnabend

Privatleute, die beispielsweise Verwandte in Krisenzeiten unterstützen müssen, gelten laut Vize-Landrat Nüse nicht als Touristen. Für sie gilt die Einschränkung demnach nicht. Betroffen sind aber auch Erholungssuchende, die für eine kurze Zeit Seen und Wälder besuchen möchten.

Bis Sonnabend haben Urlauber Zeit, die Region zu verlassen. Nüse geht davon aus, dass einige Hundert Menschen betroffen sind – auch solche, die im Kreis ein Erholungsgrundstück besitzen. "Wir hoffen, dass der Vorstoß aus OPR auf Landesebene zum Nachdenken anregt", so der Vize-Landrat.

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