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Unterstützung
Fridays for Future hilft in Alt Ruppin

Einkauf erledigt: Rosalie Brennecke und Corvin Drößler haben die Lebensmittel für einen Alt Ruppiner besorgt.
Einkauf erledigt: Rosalie Brennecke und Corvin Drößler haben die Lebensmittel für einen Alt Ruppiner besorgt. © Foto: Markus Kluge
Markus Kluge / 29.03.2020, 19:00 Uhr
Neuruppin (MOZ) Es dauert keine Stunde, dann ist alles erledigt. Rosalie Brennecke aus Neuruppin und Corvin Drößler aus Walsleben gehen derzeit für einen Alt Ruppiner einkaufen. Denn aufgrund des Ansteckungsrisikos mit dem Coronavirus wird älteren Menschen nahegelegt, daheim zu bleiben beziehungsweise fremde Menschen zu meiden.

Schülerin Rosalie Brennecke und Student Corvin Drößler gehören beide zur Neuruppiner Fridays For Future-Bewegung, die sich für eine bessere Klimapolitik stark macht. Demonstrieren dürfen sie derzeit nicht und auch Uni und Schule sind geschlossen. Die freie Zeit wollen sie aber so sinnvoll wie möglich nutzen und sich sich für Generationengerechtigkeit einsetzen. Deshalb hat die Neuruppiner Gruppe vor knapp zwei Wochen Betroffenen ihre kostenlose Hilfe angeboten.

Die wurde zuerst nicht so angenommen wie vielleicht erwartet, denn aus Neuruppin und Umgebung hat sich niemand gemeldet. "Wir haben aber eine Anfrage aus Berlin bekommen", so Drößler. Die Frau bat die jungen Leute allerdings, ihren Vater in Alt Ruppin zu unterstützen, weil sie sich um dessen Gesundheit Sorgen macht. Der ältere Herr habe das Hilfsangebot zuerst nicht annehmen wollen, weil er zum Einkaufen noch fit genug sei, berichtet Drößler. Letztlich hat er seine Meinung aber noch geändert. Mindestens einmal pro Woche sind sie nun für ihn im Einsatz.

Einkaufszettel, Geld und Einkäufe  – alles wird nur an bestimmten Stellen abgelegt, ohne sich dabei zu nahe zu kommen, um eine Übertragung des Virus möglichst auszuschließen. Dann wird eingekauft – manchmal auch in verschiedenen Märkten – so wie aufgetragen. "Das Coole ist, er ist sogar Vegetarier. Also müssen wir viel Gemüse kaufen", so Rosalie Brennecke. Ab und an wird noch in gebührendem Abstand geplaudert. Auch ein Buch mit Weisheiten haben sie von ihm bekommen. "Ohne die jetzige Situation hätten wir uns nie kennengelernt. Das ist ein tolles Erlebnis", so die Zehntklässlerin.

"Es ist jetzt eine Zeit, in der man empathisch sein und miteinander arbeiten kann", meint Brennecke. Und auch Drößler sieht in der aktuell schwierigen Situation Chancen für Veränderungen. "Die Sparpolitik des Bundes und die schwarze Null 0 spielen auf einmal keine Rolle mehr", sagt er. Was auch immer passiere, etwas Positives werde auch aus dieser Zeit hängen bleiben, ist Drößler überzeugt.

Wer Hilfe benötigt, kann sich per E-Mail unter neuruppin@fridaysforfuture.de melden.

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