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Kultur
Ein Lied für Neuruppin

Judith Melzer-Voigt / 19.05.2020, 18:30 Uhr
Neuruppin (MOZ) Wenn Stimmung aufkommen soll, auf Feiern und Partys, dann ist Jeannine Hartmann in ihrem Element. Leise Töne hört man von der Neuruppiner Sängerin selten. Dennoch hat sie sich nun eines sehr ruhigen Songs angenommen – dem Lied "Heimat" des Liedermachers Johannes Oerding. Diese Ode ans Zuhause hat Hartmann kurzerhand ins Ruppiner Land übertragen und Neuruppin ein musikalisches Geschenk bereitet.

"Ich bin irgendwann über dieses Lied von Johannes Oerding gestolpert und habe mich darin verliebt", sagt Jeannine Hartmann. "Es ist einfach so wunderschön und hat mir aus der Seele gesprochen." In dem Song lobt der Liedermacher die Straßen und Plätze seiner Heimat, aber auch dieses Heimat-Gefühl, das nicht unbedingt an einen Ort gebunden ist. "Ich habe das Lied dann immer mal für mich gesungen", so Hartmann. Dann kam die Corona-Krise und damit die Zwangspause für die Sängerin. Von der Musik konnte sie aber nicht lassen.

Lange Bekanntschaft

"Ich hatte die Idee, dass dieses Lied auch wunderbar zu Neuruppin passen würde", sagt Jeannine Hartmann. Sie wollte den Einwohnern der Stadt in Krisenzeiten etwas geben. Daher setzte sie sich hin und probte eine Cover-Version von "Heimat". Per Video wurde der Auftritt im Wohnzimmer aufgenommen. Neuruppin-Fotos sollten das Ganze abrunden. "Fotopepe, also Daniel Marienfeld, kenne ich schon seit Jahren von Hochzeitsmessen und ähnlichen Veranstaltungen", erklärt die Sängerin. Der Neuruppiner hat sich in der Vergangenheit einen Namen mit seinen Aufnahmen der Stadt gemacht. Ihn sprach Jeannine Hartmann nun an und fragte, ob er  Interesse habe, ein gemeinsames Projekt aus dem Video zu machen: Sie singt, er liefert die Fotos. "Er hat zugesagt und mir gleich ein paar Bilder rübergeschickt."

Dann musste sich Jeannine Hartmann auf ungewohntes Terrain begeben: Sie hat sich hingesetzt und ein Video geschnitten. "Dafür habe ich schon ein paar Tage gebraucht. Ich bin da wirklich kein Profi." Dem fertigen Werk ist das nicht anzusehen. Und die Arbeit hatte einen Nebeneffekt: "Sie tat mir einfach gut. Ich war sehr fokussiert und habe mal alle Sorgen wegen der Corona-Pandemie vergessen können", sagt Jeannine Hartmann.

Als das Video dann fertig war, hat die Neuruppinerin es auf die Internetplattform Youtube hochgeladen und auf ihrer Facebook-Seite beworben. Die Resonanz überraschte sie. "Das Video hat sehr schnell die Runde gemacht und wurde oft geteilt", so Hartmann. Bei Youtube haben sich schon weit mehr als 1 000 Menschen den Cover-Song angeschaut. Die Bewertungen sind gut: "Erstklassig" heißt es dort ebenso wie "Stark" oder "Wunderschön". "Ich habe auch viele tolle Nachrichten von Menschen bekommen, die den Song gesehen haben."

Internet als Chance

Jeannine Hartmann hat gemerkt, wie gut sie ihre Zuhörer auf digitalem Weg erreichen kann. Das möchte sie nun weiter nutzen: Die Event- und Hochzeitssängerin ist ohnehin gezwungen, ihre Konzerte zu verlegen. Alle Termine bis einschließlich September seien abgesagt worden. "Ein hartes Los, das all die selbstständigen Künstlerinnen und Künstler in diesen Tagen erbarmungslos trifft." Der Blick auf ihren Terminkalender mit all den durchgestrichenen Terminen mache sie noch immer fassungslos. Doch es geht weiter: Jeannine Hartmann beteiligt sich nun an einem besonderen Hilfsprojekt, ins Leben gerufen von der Sängerin und Gesangslehrerin Jennifer Almeida aus Fulda. Das Ganze trägt den Titel "Die singende Überraschung". Damit wird Künstlern die Chance geboten, sich vor einer Existenz-Krise zu retten. In einer Facebook-Gruppe werden diese vorgestellt und vermittelt. Pro Region gibt es maximal zwei Sänger dort. Für Berlin/Brandenburg ist es Jeannine Hartmann. Sie kann engagiert werden, um einer Person ein Geschenk zu bereiten. "Mit Mikrofon und Musikbox stehe ich dann vor der Haustür, auf der Terrasse, vor dem Balkon oder im Garten und überrasche die gewünschte Person." Die Lieder dürfen selbst ausgesucht werden.

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