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Möskefest
In der Rheinsberger Kirche duftet es nach Waldmeister

Von Petra Matschke gab es Möskebowle.
Von Petra Matschke gab es Möskebowle. © Foto: Jürgen Rammelt
Jürgen Rammelt / 21.05.2020, 13:33 Uhr
Rheinsberg Das Möskefest (Waldmeisterfest) in Rheinsberg hat eine lange Tradition und fand auch bei Theodor Fontane Erwähnung. Bereits im 18. Jahrhundert, als der junge Kronprinz Friedrich und sein Bruder Prinz Heinrich in der Stadt Hof hielten, wurde das Fest am Himmelfahrtstag gefeiert. Viele Jahre danach und besonders zu DDR-Zeiten war das Fest vergessen, bis es vor etwa 25 Jahren wiederbelebt wurde.

Es waren Beatrix Forck, die damalige Pfarrerin, und der Gastronom Dieter Däbel, die das Möskefest wieder zum Leben erweckten. Seitdem erfreut sich das Fest großer Beliebtheit. So war es auch am diesjährigen Himmeflahrtstag. Zwar musste das gemütliche Beisammensein bei Möskebowle, Möskesuppe und anderen leckeren Speisen ausfallen, aber im Gottesdienst, der von Pfarrer Christoph Römhild gehalten wurde, spielte die Möske eine große Rolle.

Auch in der Kirche mussten die geltenden Hygieneregeln eingehalten werden. So galt es für die Teilnehmer des Gottesdienstes, einen Mundschutz zu tragen, und in den Kirchenbänken war ein Sicherheitsabstand von zwei Metern einzuhalten. Außerdem gab es keinen gemeinschaftlichen Gesang und Ein- und Ausgang waren getrennt.

Einer der Höhepunkte des gestrigen Festgottesdienstes war ein Zwiegespräch  zwischen einem Vogel, den Judith Tittel verkörperte und einem Menschen, dessen Rolle die  Katechetin der  Kirchengemeinde, Petra Schirge, übernommen hatte. Der Dialog, der vom Fliegen, vom Schenken und Frieden handelte,  stammte von Patrick Martin, einem katholischen Theologen aus Bamberg.

Natürlich war die Kirche mit Möske geschmückt. Die zarten Halme der Pflänzchen hatten einige Mütter mit ihren Kindern am frühen Morgen gesammelt. Seit ewiger  Zeit wächst das duftende Kraut  im Boberow-Wald gegenüber dem Schloss im Monat Mai und damit zu Christi Himmelfahrt besonders üppig. Auf Möskebowle mussten die Teilnehmer des Gottesdienstes gestern nicht verzichten: Am Ende gab es für jeden eine Kostprobe – zubereitet von Petra Matschke und abgefüllt in Flaschen.

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