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Ernährung
Kuhhorster bringen ihre Milch in Biomärkte

Ländliche Idylle: In der Region gibt es regionale Milch nun nicht mehr nur an den Milchtankstellen bei verschiedenen Landwirten. Hannes-Peter Dietrich und der Ökohof bieten diese nun auch in Getränkekartons an.
Ländliche Idylle: In der Region gibt es regionale Milch nun nicht mehr nur an den Milchtankstellen bei verschiedenen Landwirten. Hannes-Peter Dietrich und der Ökohof bieten diese nun auch in Getränkekartons an. © Foto: Markus Kluge
Markus Kluge / 22.05.2020, 16:17 Uhr - Aktualisiert 22.05.2020, 17:12
Kuhhorst (MOZ) Wer im Ruppiner Land auf der Suche nach regionalen Lebensmitteln ist, kommt am Ökohof der Mosaik-Werkstätten in Kuhhorst seit vielen Jahren nicht mehr vorbei. Der hat sein Sortiment nun erweitert und bietet eine Bio-Vollmilch in eigenen Kuhhorster Milchkartons an. Die Ein-Liter-Packungen gibt es nicht nur in Biomärkten in Berlin, sondern auch in Neuruppin und im eigenen Hofladen.

Eine lange Tradition

Milch und Milchprodukte aus dem Luch haben seit Jahrhunderten Tradition, was beispielsweise auch im Wappen von Königshorst deutlich wird. Es zeigt unter anderem ein schwarzes Butterfass, belegt mit einer goldenen Königskrone. Das deutet auf einen Erlass von Friedrich Wilhelm I. (1688 bis 1740) hin. Er ordnete 1732 an, dass in Königshorst eine "Lehranstalt für Butter- und Käsebereitung" errichtet wird. Mit der Butterakademie sollten die Einrichtung einer Milchwirtschaft und die Produktion von Milch, Butter und Käse in Preußen gefördert werden.

Kurzer Ausflug in die Käserei

Der Ökohof in Kuhhorst hatte seit 2004 seine Milch zu Käse verarbeitet. Die Käserei musste 2013 allerdings den Betrieb wieder einstellen. "Wir sind in erster Linie eine Werkstatt für Menschen mit Behinderung. Sie können aber nicht so gut in einer Molkerei arbeiten, sondern sind in anderen Bereichen besser einsetzbar", sagte Hannes-Peter Dietrich, der den Ökohof leitet, am Freitag. Die Käserei zu schließen, sei ein schmerzhafter Schritt gewesen. Mittlerweile gibt es sie auf dem Hof auch schon nicht mehr. Viele Jahre hat der Ökohof seine Milch – derzeit etwa 1 500 Liter täglich – dann an Zwischenhändler ausgeliefert. Doch laut Dietrich gehöre die Milch aus Kuhhorst auch direkt in den Handel. "Wir haben uns aus mehreren Gründen für die Direktvermarktung entschieden", sagt er. "Zum einen soll der Kunde genau wissen, woher seine Milch kommt. Dabei legen wir Wert auf höchste Bio-Qualität und kurze Wege. Unsere Milch soll ein Produkt aus der Region für die Region sein. Sozusagen von der Weide auf den Tisch. Zum anderen können wir unsere Milch so zu besseren Konditionen vermarkten." Da bereits andere Kuhhorster Produkte, wie Mehl und Wurstwaren, in Biomärkten verkauft werden, sei es naheliegend gewesen, das Sortiment um eine eigene Bio-Milch zu erweitern.

Die etwa 100 hofeigenen Kühe weiden laut Dietrich im Luch auf Flächen in Richtung Rollinsruh. Nach dem Melken wird die Milch nach Velten zur Luisenhof Milchmanufaktur gebracht, in der sie abgefüllt wird. Um die Milch so schonend wie möglich zu verarbeiten, wird sie nach Demeter-Standards lediglich pasteurisiert und nicht homogenisiert. Erhältlich ist sie mit einem Fettanteil von 3,8 Prozent in Ein-Liter-Packungen, die in dem typisch schwarz-weißen Kuhhorster Design gestaltet sind.

Der Ökohof lädt in jedem Jahr auch zu vielen Veranstaltungen ein. Wegen der Corona-Pandemie musste aber beispielsweise das Aufstellen des Maibaums ausgefallen. Dietrich hofft, dass das Erntefest im Herbst wieder gefeiert werden darf.

Der Ökohofim Luch

■ 1991 wurde der Ökohof vom Berliner Verein "Das Mosaik" gegründet. Er übernahm einen ehemaligen LPG-Betrieb.■ 2006 wurde der Hof mit dem Förderpreis Ökologischer Landbau ausgezeichnet. Im gleichen Jahr im Juni schaute der damalige Bundeslandwirtschaftsminister und heutige Innenminister Horst Seehofer (CSU) vorbei.■ 2011 wurde der Hof Demter-Vertragspartner.■ 90 Menschen mit Behinderung bewirtschaften dort rund 520 Hektar Land und kümmern sich um mehr als 2 800 Tiere.⇥red

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