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Duo
Auftakt mit Kurt-Weill-Abend

Gina Pietsch (links) und ihre Tochter Frauke am  E-Piano unterhielten die rund 30 Zuhörer in der Rheinsberger Musikbrennerei.
Gina Pietsch (links) und ihre Tochter Frauke am E-Piano unterhielten die rund 30 Zuhörer in der Rheinsberger Musikbrennerei. © Foto: Jürgen Rammelt
Jürgen Rammelt / 15.06.2020, 06:45 Uhr
Rheinsberg Mit einem Kurt-Weill-Abend hat die Musikbrennerei Rheinsberg am Freitagabend nach der durch die Corona-Pandemie bedingten Pause wieder zu einer Veranstaltung eingeladen. Dazu konnte Jane Zahn, die mit ihrem Mann Hans-Karsten Raecke im Oktober 2015 die Kleinbühne in Rheinsberg gegründet hatte, knapp 30 Gäste begrüßen.

Es war ein unterhaltsames und anspruchsvolles Programm, das Gina und Frauke Pietsch den Zuhörern boten. Gina Pietsch, eine bereits zu DDR-Zeiten bekannte  Sängerin und Schauspielerin, gestaltete mit ihrer Tochter Frauke einen musikalischen Abend, bei dem der Komponist Kurt Weill, aber auch Bertolt Brecht und weitere Zeitgenossen im Mittelpunkt standen.

Unter dem Motto "Von Brecht bis Broadway" erklangen anlässlich des 120. Geburtstages  am 2. März und des Todestages am 3. April Lieder aus dem umfangreichen Repertoire des überaus erfolgreichen Komponisten Kurt Weill. Zu hören waren die Songs, mal von Gina Pietsch, aber auch von deren Tochter Frauke, die am E-Piano für die Begleitung sorgte, gesungen.

Schon mit dem Auftakt-Lied, der "Moritat des Mackie Messer" aus der "Dreigroschenoper", sorgten beide für ein erstes Achtungszeichen. Es folgten weitere Lieder, wie "Tschaikowsky" aus "Lady in The Dark", dessen Text von Ira Gershwin, einem Bruder des Komponisten George Gershwin, stammt. Aber auch "Die Rote Rosa" aus dem "Berliner Requiem", mit dem an die ermordete Kommunistin Rosa Luxemburg erinnert wurde, war zu hören.

Spannendes zu Brecht und Weill

Doch nicht nur der Gesang von Frauke und Gina Pietsch begeisterte die Zuhörer. So wusste Gina Pietsch auch zahlreiche spannende Episoden aus dem Leben von Weill und Brecht zu erzählen. Berichtet wurde ebenso über Personen, die als Texter und Schauspieler den Liedern und Chansons Leben einhauchten. Und es ging um die USA, die seit ihrem Bestehen laut Pietsch 219 Kriege angezettelt haben.

Nicht wenige der Lieder, besonders die aus der Zeit der Weimarer Republik, hatten einen hoch politischen Inhalt. Zur Aufführung kamen so "Der Kanonensong" und die  "Ballade von der sexuellen Hörigkeit" aus der "Dreigroschenoper" genauso wie Lieder aus der Oper "Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny" oder "Der Abschiedsbrief", ein Lied von Weill, dessen Text von Erich Kästner stammt.

Ohne Pause bot das eineinhalbstündige Programm zahlreiche Höhepunkte. Dazu gehörten das "Lied vom Surabaya-Johnny", aber auch Songs, die 1938 in der Zusammenarbeit von Weill mit dem amerikanischen Dramatiker Maxwell Anderson entstanden, wie "To War!"  und "How Can You Tell An American" aus "Knickerbocker Holiday" sowie weitere Songs, die erstmals am Broadway erklangen und danach die Welt eroberten.

Natürlich durfte an dem Abend auch das Lied von der "Piraten-Jenny" aus der "Dreigroschenoper", dem wohl bekanntesten gemeinsamen Werk von Brecht und Weill, nicht fehlen. Aber auch "Die Seeräuber-Jenny" und das Lied "My Ship" von Ira Gershwin und Kurt Weill kamen zur Aufführung, bevor mit dem Liedern "A Bird of Passage" sowie dem "Bilbao Song" aus "Happy End" der unterhaltsame Abend zu Ende ging.

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