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Medizin
Ruppiner Kliniken fordern Bündelungen im Gesundheitssystem

Die Ruppiner Kliniken hoffen seit Jahren auf einen Rettungshubschrauber.
Die Ruppiner Kliniken hoffen seit Jahren auf einen Rettungshubschrauber. © Foto: Markus Kluge
Markus Kluge / 21.07.2020, 02:15 Uhr
Neuruppin (MOZ) Die Ruppiner Kliniken fordern vom Land, dass durch Bündelungen im Gesundheitssystem die Schlagkraft der Medizin in Brandenburg gestärkt wird. Das sagte Dr. Matthias Voth, klinischer Geschäftsführer, beim Besuch der SPD-Landtagsabgeordneten Katja Poschmann und Björn Lüttmann. Lüttmann erklärte, dass er die Hoffnung hat, dass während der Corona-Krise auch Schwachstellen im System entdeckt wurden und man daraus lernen könne. Voth regte daraufhin an, die medizinische Grundstruktur an bestimmten Standorten zu konzentrieren: "Es macht keinen Sinn, beispielsweise eine Augenklinik in einer anderen Stadt zu generieren als den Rest des Schwerpunktversorgers." Durch solche Entscheidungen würden Strukturen zergliedert, "nur damit möglichst jeder etwas abbekommt".

Voth appellierte auch an die Politiker, sich dafür einzusetzen, dass in Neuruppin ein Rettungshubschrauber stationiert wird. Die Entscheidung darüber wird in Potsdam gefällt, weil das Land diesen finanziert. Einen Hubschrauber, wie es ihn in Perleberg, Angermünde und Berlin gibt, fordern die Klinik seit Jahren. Zum einen könnten damit Verletzte schneller erreicht werden. Zum anderen können die Kliniken aushelfen, wenn einer der anderen Hubschrauber im Einsatz ist. Voth ist froh darüber, dass die Entscheidung in den Händen des Gesundheitsministeriums liegt. Bis zur Landtagswahl hatte das Innenministerium darüber die Hoheit. Das habe laut Voth darauf verwiesen, dass das Land Berlin das Problem löse: "Bei solchen Aussagen können wir uns abstrampeln, wie wir wollen."

Laut Voth werden 15 Prozent aller Brandenburger Patienten in anderen Bundesländern behandelt, weil das Land teilweise die Handlungshoheit abgebe. Auf der anderen Seite mache laut Landrat Ralf Reinhardt (SPD) die Bundespolitik Druck. Sie gibt Kliniken Qualitätsstandards und Fallzahlen vor. Nur, wenn die erfüllt und erreicht werden, dürfen Krankenhäuser bestimmte Leistungen anbieten und bekommen diese bezahlt.

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