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Demonstration
Rheinsberger setzen Zeichen gegen Gewalt und Hetze

Zeichen gesetzt: "Wir sind mehr!" hieß es bei der Kundgebung gegen die NPD. Mit Sprechchören und Musik wurde versucht, deren Redebeiträge zu stören. Die Polizei hielt beide Seiten auseinander.
Zeichen gesetzt: "Wir sind mehr!" hieß es bei der Kundgebung gegen die NPD. Mit Sprechchören und Musik wurde versucht, deren Redebeiträge zu stören. Die Polizei hielt beide Seiten auseinander. © Foto: Markus Kluge
Markus Kluge / 28.07.2020, 20:28 Uhr
Rheinsberg (MOZ) Gewalt hat kein Platz in einer Demokratie." Das sagte am Dienstag Dr. Ulrike Liedtke, SPD-Stadtverordnete in Rheinsberg und Präsidentin des brandenburgischen Landtags. Sie beteiligte sich wie gut 100 andere Menschen auch an einer Kundgebung auf dem Kirchplatz gegen eine Veranstaltung der NPD. Die hatte unter dem Motto "Abschiebung statt Straßenschlacht" knapp 40 Anhänger mobilisieren können.

Auslöser dafür waren die Konflikte Ende vergangener Woche in der Siedlung "Am Stadion". Dort hatte es eine Schlägerei mit 20 Männern – Deutsche und Polen sowie Tschetschenen – gegeben. Tags darauf tauchten rund 100 Tschetschenen in der Stadt auf, was zu einem Großeinsatz der Polizei führte. Die Vorfälle müssen laut Liedtke aufgeklärt werden. "Wer gegen die Regeln verstoßen hat, muss bestraft werden", sagte sie. Das aber liege in den Händen von Polizei und Justiz. Sie und auch der Rheinsberger Linken-Abgeordnete Freke Over verurteilten, dass die rechtsextreme NPD aus diesen Vorfällen politischen Profit schlagen wolle. Das versuchten Pierre Boddin, der zur Neuruppiner Neonaziszene gehört, und Stefan Köster, Vorsitzender der NPD-Mecklenburg-Vorpommern, mit ihren Redebeiträgen. Boddin behauptetete,  dass Kindern von Ausländern mit Knüppeln durch die Orte streifen, um erst diese und dann das ganze Land zu übernehmen. Köster warf "der Betroffenheitsgesellschaft" vor, "durchgeknallte Typen ins Land" gelassen zu haben und über deren Taten man dann erschüttert sei. Liedtke betonte, dass Demokratie Kraft koste und es sie nicht zum Nulltarif gebe und sich die Gesellschaft gegen das Gift, das in Form von Hetze von Faschisten verbreitet wird, wehren muss. Integration von Flüchtlingen koste Zeit. Sie sprach sich dafür aus, dass diesen Menschen eine Perspektive geboten werden muss. "Integration fängt in jedem Straßenzug und in jedem Haushalt an", sagte Landrat Ralf Reinhardt (SPD) und warb dabei um Unterstützung. Die kritisierten Wohnverhältnisse der Flüchtlinge in Rheinberg wolle der Kreis nun prüfen: "Wohnungen sind knapp. Wir werden aber sehen, was wir tun können."

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Paul Müller 29.07.2020 - 16:20:45

Ein Zeichen gegen die Erschiessungsforderungen einiger Tschetschenen ? ...

... oder das die NPD den Erschiessungsplänen einiger Gäste gegenüber toleranter wird ?! :)

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